18 junge Wissenschaftler aus sechs Ländern kamen am Wochenende zum ersten Gruppen-Recruitment der Jenaer Graduiertenschule für Mikrobielle Kommunikation (JSMC). Das in der Exzellenzinitiative geförderte Projekt der Friedrich-Schiller-Universtität Jena sucht in einem aufwändigen Verfahren nach den besten Kandidaten für ambitionierte Doktorarbeiten.
Mehr als 130 Studierende aus aller Welt - alle mit einem frischen Diplom- oder Masterabschluss in der Tasche - hatten sich auf fünfzehn Forschungsprojekte beworben, die jetzt in Jena starten. Das gesamte Bewerbungsverfahren, Recruitment genannt, wurde über das Internet abgewickelt. "Der Vergleich der unterschiedlichen Bewertungssysteme war sicher der schwierigste Teil im Auswahlprozess", meint Carsten Thoms, der neu berufene JSMC-Manager: "Wir mußten viel rechnen, um das asiatische Kreditpunkte-System oder die westeuropäische Benotung mit der deutschen Notenskala vergleichbar zu machen. Schließlich sollten alle Bewerber fair bewertet werden."
Nach dem Studium der Unterlagen und mehreren Telefoninterviews wurden die aussichtsreichsten Kandidaten nach Jena eingeladen. In kurzen Präsentationen stellten sie ihre bisherigen Arbeiten im Abbe-Zentrum auf dem Beutenberg-Campus vor und diskutierten mit den Projektleitern der JSMC. Am zweiten Tag standen Laborbesichtigungen auf dem Programm, denn die jungen Wissenschaftler sollten bereits einen ersten Eindruck von ihrem künftigen Arbeitsplatz bekommen. Am Rande wurden viele individuelle Gespräche mit den Professoren und Mitarbeitern der beteiligten Institute geführt. Schließlich kann die wissenschaftliche Arbeit nur gedeihen, wenn auch die persönliche Chemie stimmt.
Abgerundet wurde das Recruitment-Wochenende durch eine englischsprachige Stadtführung zum Thema "Stadt der Wissenschaft" und ein geselliges Beisammensein, auf dem die künftigen Doktoranden viel Interessantes über das Kultur- und Studentenleben in Jena, über die Wohnraumsituation und die Integration von Ausländern erfuhren. Die JSMC kümmert sich nicht allein um die wissenschaftliche Betreuung der Jungforscher, sondern gemeinsam mit der Jenaer Graduiertenakademie der Universität um alle soziokulturellen Aspekte. Den Doktoranden soll somit ein erfolgreicher Einstieg in eine Wissenschaftlerkarriere und eine intensive Vernetzung mit den Kollegen ermöglicht werden. Durch die Aufnahme ausländischer Stipendiaten wird die JSMC eine internationale Ausrichtung erhalten.
Die Jena School for Microbial Communication erhielt im Oktober 2007 den Ritterschlag der Exzellenzinitiative. Die Graduiertenschule wird als einziges thüringer Projekt zunächst über fünf Jahre mit fünf Millionen Euro gefördert. Jena wird damit seine führende Rolle auf dem Gebiet der mikrobiologischen Forschung weiter ausbauen. Axel Brakhage, der Koordinator der JSMC ist überzeugt: "In Jena ist gelungen, was anderswo unmöglich scheint: Wir konnten alle mikrobiologisch arbeitenden Gruppen und viele angrenzende Fachgebiete an einem großen Tisch versammeln und ein einzigartiges Konzept entwickeln. Im nächsten Jahrzehnt werden wir viel mehr über die komplexen Mechanismen der Kommunikation bei Mikroorganismen wissen, als heute. Wir wollen erfahren, welche Moleküle am Signalaustausch beteiligt sind und die Entstehung von Krankheiten fördern; wir werden auch das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Organismen näher beleuchten. Die an der JSMC aktiv mitwirkenden Industrieunternehmen werden diese Ergebnisse in Produkte umsetzen und somit den Standort Jena auch wirtschaftlich weiter stärken."
Ein Anfang ist gemacht. Nun kommt es darauf an, dass die Forscher intensiv kommunizieren, um mehr darüber zu erfahren, wie Mikroben kommunizieren. Die Voraussetzungen könnten besser nicht sein.
Projektleiter und künftige Doktoranden der Jenaer Exzellenz-Graduiertenschule für Mikrobielle Kommun ...
Source: Michael Ramm
Criteria of this press release:
Biology, Chemistry, Environment / ecology, Geosciences, Information technology, Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Oceanology / climate
transregional, national
Research projects, Studies and teaching
German

Projektleiter und künftige Doktoranden der Jenaer Exzellenz-Graduiertenschule für Mikrobielle Kommun ...
Source: Michael Ramm
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