Hochrangig besetzt war die 1. Deutsch-Türkische Konferenz von TU9 zum Thema Antriebstechnik in der AutoUni Wolfsburg: Drei Tage lang konferierten Wissenschaftler der TU9 Universitäten mit Entwicklern von VW, der AutoUni Wolfsburg, Daimler-Benz, BMW und - dies ein Novum - mit ihren Kollegen von türkischen Universitäten sowie aus der türkischen Automobilindustrie.
"In einem Satz gesagt: Die Diskussionen drehten sich um alles, was ein Auto in Bewegung setzt", sagt Professor Dr. Müfit Bahadir, Vizepräsident der TU Braunschweig und für TU9 der Organisator der Veranstaltung. "Natürlich spielte das Thema Umweltverträglichkeit von Motoren und Treibstoffen eine große Rolle."
Die TU Braunschweig hatte die Federführung bei der Ausrichtung der Konferenz inne.
Ziel der Tagung zu Antriebstechnik war es, Möglichkeiten der Kooperation zwischen deutschen und türkischen Institutionen und Industrien auszuloten, Kontakte zu etablieren und gemeinsame Projekte für nationale und europäische Forschungsprogramme zu identifizieren.
Professor Dr. Bahadir: "Wirtschaftlich sind beide Länder längst verflochten, aber die wissenschaftliche Zusammenarbeit steht erstaunlicherweise erst am Anfang." Beide Seiten hätten in diesen Tagen viel voneinander gelernt und "Vertrauen ist gewachsen".
Der Delegationsleiter der türkischen Seite, Professor Dr. Mustafa Tiris vom Marmara-Forschungszentrum des Türkischen Rates für Forschung und Technologie TÜBITAK bei Istanbul freute sich insbesondere darüber, dass 60 Prozent der Teilnehmer der Veranstaltung aus der Industrie stammen. Damit unterscheide sich das Treffen von anderen und dies sei "ein gutes Zeichen für die Zukunft".
Die Zusammenkunft bildet den Auftakt für eine geplante Reihe von Veranstaltungen zu Themen aus anwendungsbezogener Forschung und Entwicklung (FuE), die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dem TU9 Verbund übertragen hat.
Hintergrund ist eine Übereinkunft des BMBF mit dem Scientific and Technological Research Council of Turkey (TÜBITAK), die FuE-Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen beider Länder zu verstärken. Diese Vereinbarung ist in die deutsche High-Tech-Initiative für industriebezogene Forschung eingebettet.
Der TU9 Präsident Professor Dr. Horst Hippler begrüßte die Teilnehmer in seinem schriftlichen Grußwort: "Die Deutsch-Türkischen Beziehungen haben eine große Tradition und eine lange gemeinsame Geschichte. Heutzutage ist die Türkei weltweit wirtschaftlich eine der am stärksten expandierenden Nationen. Es ist wünschenswert, dass mehr junge türkische Forscher nach Deutschland kommen."
Die Türkei weist eine dynamische Entwicklung in der Forschungslandschaft auf. Für die Zukunft hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesteckt: Zahlreiche Universitäts-Neugründungen sind vorgesehen. Die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter soll bis 2010 um 40% gesteigert werden, die staatlichen Ausgaben für Forschung auf 2% des Bruttoinlandsprodukts ansteigen.
Zum Abschluss der Tagung wurden die ersten FuE-Projekte zwischen den Industriepartnern beider Länder identifiziert, die in den kommenden Wochen in Projektgesprächen weiter entwickelt werden.
++Pressekontakt++
Venio Piero Quinque (TU9 Geschäftsführer)
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An TU9 Universitäten sind derzeit 204.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund 10 Prozent aller deutschen Studierenden.
In Deutschland stammen 56 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von TU9 Universitäten. Rund 57 Prozent der Promotionen in den Ingenieurwissenschaften werden an TU9 Universitäten durchgeführt.
In der Exzellenzinitiative des Bundes waren die TU9 Mitglieder ausgesprochen erfolgreich. Insgesamt werden sieben Graduiertenschulen und elf Exzellenzcluster an TU9 Universitäten gefördert. Drei TU9 Universitäten reüssierten sogar in allen drei Förderlinien und wurden zu "Exzellenz-Universitäten" gekürt.
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