Wie präsent war eigentlich der Jugendstil in der Pfalz? Dieser Frage widmet sich im südpfälzischen Landau vom 3. bis 5. April 2008 eine Tagung des Instituts für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst der Universität Koblenz-Landau unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zuschlag. Die Tagung findet in Kooperation mit Dr. Gisela Moeller vom Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin statt. Erste Ergebnisse einer umfassenden Spurensuche werden vorgestellt. Obwohl es zahlreiche Zeugnisse dieser internationalen Kunstepoche in der Region gibt, ist die Jugendstilbewegung in der Pfalz bislang noch nicht erforscht.
Vor rund 100 Jahren erreichte der Jugendstil als internationale Kunstepoche seinen Höhepunkt. Als Reaktion auf den Historismus und den Qualitätsverlust kunstgewerblicher Produkte infolge der industriellen Massenproduktion umfasste er weitaus mehr als nur die Bildende Kunst. Auch Architektur, Kunsthandwerk oder Gebrauchsgrafik wurden im neuen Stil gestaltet. Dieser war letztlich Ausdruck einer umfassenden Lebensreform, die sich auch im Bereich des Theaters, der Pädagogik und der Ernährung niederschlug.
Der Jugendstil war in der Pfalz sehr präsent. Die großen Zentren wie Darmstadt, Mannheim oder Karlsruhe strahlten in die Region. Der Pfälzische Jugendstil stellt Forschungsneuland dar, denn viele Fragen sind bis heute noch nicht wissenschaftlich bearbeitet. Einfluss hatte die Kunstrichtung auf das Kunstgewerbe, die Raumausstattung oder die Gestaltung der für die Region so wichtigen Weinetiketten. Auch der Pfälzische Maler Max Slevogt entwarf Etiketten für den edlen Beerensaft. Und der aus der Region stammende Zeichner und Maler Albert Weisgerber schuf zahlreiche Illustrationen für die Münchner Zeitschrift "Jugend", nach der die Bewegung benannt wurde. Aber welchen Stellenwert hatten beispielsweise Pfälzer Manufakturen und Fabriken, die Möbel oder Emailware im von der Natur inspirierten Jugendstildesign fertigten?
Erste Antworten auf diese Fragen wird die Tagung "Tradition und Moderne - Jugendstil in der Pfalz und seine Einbettung in den südwestdeutschen Raum" geben. Nähre Informationen zum Programm gibt es online unter http://www.uni-landau.de/kunst
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei, allerdings ist eine vorherige Anmeldung erforderlich unter: kunst@uni-landau.de
Kontakt:
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst
Prof. Dr. Christoph Zuschlag
Tel.: 06341-280-400
E-Mail: zuschlag@uni-landau.de
Criteria of this press release:
Art / design, History / archaeology, Music / theatre
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Scientific conferences
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).