Mit Beginn des Sommersemesters 2008 hat eine neu gegründete Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Romanistik der Universität Potsdam (Professur von Ottmar Ette) ihre Arbeit aufgenommen. "Koloniale Transferprozesse in der Literatur des 19. Jahrhunderts: Die Karibik im Kontext der kulturellen Strahlungskraft Europas am Beispiel von Frankreich und Spanien (1789-1886)", das ist das Thema, mit dem sich die Nachwuchswissenschaftler um Gruppenleiterin Dr. Gesine Müller beschäftigen. Zentrales Anliegen ist es, kulturelle Wirkungsweisen verschiedenartiger kolonialer Herrschaftssysteme aufzuzeigen. Dabei geht es um den Vergleich von kulturellen Transferprozessen zwischen Europa und Übersee, um die Zirkulation von Wissen, Repräsentationen und Vorstellungsmustern zwischen Zentrum und Peripherie.
Mit dem Vergleich zwischen französischer und spanischer Karibik stellen die Wissenschaftler Kolonien zweier Mutterländer gegenüber, deren kulturelle Gravitationskraft kaum verschiedener ausfallen könnte: Auf der einen Seite Frankreich in der Blüte seiner literarisch-kulturellen Entwicklung und Leitstern praktisch für das gesamte gebildete Europa der Zeit. Auf der anderen Seite Spanien, das selbst in den eigenen Kolonien oft als Schatten seiner selbst wahrgenommen wird. Daraus ergibt sich die Frage, ob und in welcher Weise die politischen Entwicklungen der unterschiedlichen Kolonien als eine Folge dieses kulturellen Ungleichgewichts aufgefasst werden können. Darüber hinaus werden auch die Verknüpfungen zwischen einzelnen Kolonien und Ex-Kolonien in den Blick genommen und nach den Vermittlungsinstanzen gefragt. Das betrifft sowohl den Austausch innerhalb eines Herrschaftsbereiches, als auch grenzüberschreitende Prozesse. So ist beispielsweise bis heute die Rolle der USA als Vorbild für die lateinamerikanischen Kolonien weitgehend unbeachtet geblieben, wobei sie zumindest bis zum Ende des Bürgerkrieges in den beiden größten Problemfeldern, der Sklaverei- und der Unabhängigkeitsfrage, für die unterschiedlichsten kolonialen Akteure einen wichtigen Fixpunkt bieten konnten.
Für das Projekt ist ein Zeitraum von fünf Jahren avisiert, wobei zunächst die ersten drei Jahre mit einem Gesamtbudget von 385.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt wurden. Geplant sind neben der Veröffentlichung von thematisch miteinander verknüpften Monographien mehrere Workshops und Tagungen.
Hinweis an die Redaktionen:
Auskünfte erteilt Ihnen Dr. Gesine Müller aus dem Institut für Romanistik der Universität Potsdam Tel.: 0331/977-2445, E-Mail: gesine.mueller@uni-potsdam.de
http://Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.uni-potsdam.de/romanistik/ette/projekte/transkaribik/index.html abrufbar.
http://Weitere Informationen sind unter http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2008/pm076_08.htm im Internet abrufbar.
Criteria of this press release:
Language / literature
transregional, national
Research projects
German

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