In seiner Stellungnahme zur aktuellen Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur weiteren Entwicklung ihres Förderhandelns und zu ihrem künftigen Finanzbedarf stellt der Wissenschaftsrat die bedeutende Leistung der DFG bei der qualitätsorientierten Weiterentwicklung des Forschungssystems in Deutschland heraus. "Die Förderprinzipien und Entscheidungsverfahren der Deutschen Forschungsgemeinschaft haben wesentlich zur Ausbildung von Qualitätsstandards auch bei anderen wettbewerblichen Verfahren der Forschungsfinanzierung beigetragen. Die DFG hat mit dieser Denkschrift überzeugend die Fortentwicklung ihrer strategischen Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt und ihren Gestaltungsanspruch verdeutlicht", resümiert der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, eines der zentralen Ergebnisse der Stellungnahme des Wissenschaftsrates. Seit 1961 legt die Deutsche Forschungsgemeinschaft regelmäßig etwa alle fünf Jahre ihre Ziele und Strategien der Forschungsförderung dar, zu denen der Wissenschaftsrat Stellung nimmt.
Die Bedeutung der DFG für die Finanzierung von Forschung und den Aufbau von Strukturen für die Forschung an den Hochschulen hat aufgrund der gegenläufigen Entwicklungen von (real sinkenden) Grundmitteln und (steigenden) Fördermitteln der DFG in den letzten Jahren weiter zugenommen. "Mit der stetig steigenden Bedeutung von Drittmitteln für die Hochschulen wächst zugleich die Verantwortung der DFG. Eine zentrale Herausforderung liegt darin, die Förderstrategien der DFG mit den strategischen Planungen der Hochschulen so in Einklang zu bringen, dass die DFG auch künftig deren Profilbildungsprozesse wirkungsvoll unterstützen kann", erläutert Strohschneider. Ein partnerschaftlicher Dialog über Effekte des DFG-Förderhandelns auf die Differenzierung des Hochschulsektors zwischen der DFG, ihren Mitgliedern sowie Bund und Ländern ist dafür notwendige Voraussetzung.
Nach Auffassung des Wissenschaftsrates ist es richtig, das Handeln der DFG auch künftig nicht allein auf die Förderung wissenschaftlicher "Exzellenz" beschränkt zu sehen. Die Unterstützung der sehr guten Forschungsbasis in der Breite ist eine wichtige Aufgabe, ohne welche die Grundlage für die Herausbildung exzellenter Leistungen fehlen würde. Der Wissenschaftsrat unterstützt die DFG außerdem darin, Mechanismen für eine Verbesserung der Förderung wissenschaftlich besonders risikoreicher Forschungsvorhaben zu schaffen.
Neben dem übergreifenden Blick auf Intentionen und Effekte des Förderhandelns der DFG auf das Wissenschaftssystem spricht der Wissenschaftsrat auch konkrete Hinweise zu einzelnen Programmen und Strategieprozessen innerhalb der DFG aus. Sie betreffen die Steuerung des DFG-Förderangebots, das Qualitätsmanagement in den Begutachtungsverfahren, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Konsequenzen der fortschreitenden Internationalisierung des Wissenschaftsbetriebes für die DFG.
Hinweis: Die "Stellungnahme zur Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Perspektiven der Forschung und ihrer Förderung XII (2007-2011)" (Drs. 8476-08) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
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