Amerikanischer Professor spricht über die Implementierung sozialistischer Normen
Zu einem öffentlichen Vortrag über "Familienwerte und Ehebruch in der DDR: Die Ausgrenzung von fremdgehenden SED-Mitgliedern in den 50er und 60er Jahren" laden die Arbeitsstelle für Historische Anthropologie und die Professur für Geschichte Ostmitteleuropas am Montag, dem 26. Mai 2008 in die Begegnungsstätte Kleine Synagoge an der Stadtmünze 4/5 ein. Der amerikanische Professors Andrew Port wird seinen Vortrag in deutscher Sprache halten.
Der Vortrag behandelt die Implementierung "sozialistischer Normen" an der Basis der DDR. Vor allem geht es darum, wie örtliche Funktionäre mit Parteimitgliedern umgingen, die "fremdgingen". Er zeigt den strengen Moralismus, dem ganz normale SED-Mitglieder unterworfen waren. Thema ist aber auch die Art und Weise, in der betrogene Ehefrauen die Partei nutzten, um ihre Ehemänner unter Kontrolle zu halten. Diese von den Frauen gewollte Öffnung der Grenzen ihrer Privatsphäre verweist darauf, dass die Beziehung zwischen der SED und den sogenannten "Massen" nicht ausschließlich auf Unterdrückung beruhte: Tatsächlich war sie viel komplexer als oft in der gängigen Fachliteratur angenommen.
Andrew Port ist Associate Professor für moderne deutsche Geschichte an der Wayne State University in Detroit (USA). Er hat an der Yale University, dem Institut d'Etudes Politiques in Paris, und der Freien Universität in Berlin studiert und wurde an der Harvard University promoviert. Sein Buch "Conflict and Stability in the German Democratic Republic" ist 2007 bei Cambridge University Press erschienen.
Criteria of this press release:
History / archaeology, Law, Media and communication sciences, Politics, Social studies
regional
Miscellaneous scientific news/publications, Organisational matters
German

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