Das psychoonkologische Netz für Kinder krebskranker Eltern wird erweitert
In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 420.000 Menschen neu an Krebs, davon ca. 57.000 an Brustkrebs. Bei 30% dieser Patientinnen wird die Erkrankung diagnostiziert, während die Kinder noch zu Hause leben. Die Quote psychosomatischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen betroffener Kinder und Jugendlicher liegt nach einer Studie aus den USA zwischen
5 -15 %. Diese Kinder werden oft sehr spät, unzureichend und teilweise auch falsch bezüglich der Erkrankung des Vaters oder der Mutter informiert.
Am Samstag, 5. Juli 2008, kamen in München ca. 100 Psychotherapeuten und Ärzte zusammen, um im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung das Thema optimale Beratung und psychotherapeutische Betreuung für Familien mit an Krebs erkrankten Eltern zu vertiefen.
"So selbstverständlich die Angehörigen der Krebspatienten in der Psycho-Onkologie beachtet und wahrgenommen werden, so häufig werden die Kinder in ihrer Angehörigenrolle übersehen. Doch Kinder krebskranker Eltern leisten Schwerstarbeit. Sie leiden oft im Stillen und sind nicht in der Lage, sich Hilfe zu holen. Umso wichtiger ist es, deutlich auf die Bedürfnisse der kleinen oder größeren Schattenkämpfer hinzuweisen", so Dr. Pia Heußner, die Leiterin der Psycho-Onkologie des Universitätsklinikums München-Großhadern.
Im Rahmen der neuen "Kindersprechstunde" am Klinikum der Universität München in Großhadern finden seit Januar 2008 an Krebs erkrankte Eltern Rat und Hilfe im Umgang mit ihren Kindern. Gegenstand der Beratung sind Fragen zu Aufklärung, Verhaltensänderungen und -auffälligkeiten oder auch Vorbereitung (oder Verarbeitung) auf den Verlust eines Elternteils.
Bei Bedarf finden nach den Elterngesprächen auch Gespräch, Diagnostik und Kurzzeittherapie mit den Kindern und Jugendlichen statt.
Um eine langfristige therapeutische Begleitung der Kinder gewährleisten zu können, soll nun die Kooperation mit niedergelassenen Psychotherapeuten für Kinder- und Jugendliche verstärkt werden.
"Ziel der Aktivitäten ist es, eine Vernetzung von besonders interessierten Kolleginnen und Kollegen voranzutreiben, um die Hilfe für die Kinder und deren Eltern schneller zugänglich zu machen. Für Kinder krebskranker Eltern können psychotherapeutische Interventionsmodelle in Prävention und Kuration erfolgreich eingesetzt werden.", so Peter Lehndorfer, Vizepräsident der PTK Bayern, bei seiner Begrüßung.
Viele anwesende Psychotherapeuten erklärten ihre Bereitschaft, in diesem Netz für eine bessere Vorsorge und Versorgung dieser Kinder beitragen zu wollen. Ein wichtiger Schritt hin zu einer wohnortnahen und bedarfsgerechten psychotherapeutischen Versorgung Südbayerns.
Weitere Informationen:
lebensmut e.V.
Kontakt- und Informationsstelle
Serap Tari,
T 089. 7095 4903
Psycho-Onkologie an der Medizinischen Klinik III
Dr. med. Pia Heußner
T 089 7095. 4917
PTK Bayern
Peter Lehndorfer
T 0175. 2071258
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
regional
Miscellaneous scientific news/publications, Organisational matters, Scientific conferences
German

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