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08/11/2008 10:24

Trotz Weltmeisterschaftseffekt - Zahl der ausländischen Patienten in der Bundesrepublik stagniert

Claudia Braczko Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik

    Institut Arbeit und Technik untersucht "Wirtschaftsfaktor Gastpatienten"

    Die vielen Besucher im Jahr der Fußball WM 2006 haben dazu beigetragen, dass an den Spielorten fast 900 ausländische Patienten mehr behandelt wurden als im Vorjahr. Der Wirtschaftsfaktor Gastpatienten in deutschen Krankenhäusern insgesamt stagniert jedoch. Während in der Bundesrepublik im Jahr 2005 noch 54.059 Patienten mit Wohnort im Ausland behandelt wurden, sank die Zahl im Jahr 2006 auf 53.728. Nur an wenigen Standorten sind Gastpatienten ein interessanter Wirtschaftsfaktor für deutsche Krankenhäuser, wie aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) zeigen.

    Lediglich Bayern und Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern können auf ein kontinuierliches Wachstum bei der Zahl der Gastpatienten verweisen. Die Standorte München und Berlin mit einem Zuwachs von ca. 500 Patienten von 2005 auf 2006 erweisen sich dabei als die Zugpferde. Dagegen fällt Nordrhein-Westfalen kontinuierlich zurück und verliert rund 1.500 Gastpatienten seit 2004.

    Die mit Abstand meisten ausländischen Patienten kommen aus den Nachbarländern, angeführt von den Niederlanden, Frankreich, Österreich und Polen. Die Hoffnung auf die reichen Patienten aus den Golfstaaten fällt dagegen deutlich ab. Allein aus dem kleinen Nachbarland Luxemburg kamen mit 1.708 Patienten mehr Menschen zur Behandlung als aus Kuwait, dem Golfstaat mit den meisten Gastpatienten in der Bundesrepublik. Als besonders erfolgreich erweist sich bei den Patienten aus der Golfregion wiederum München, das mit 706 Patienten allein ein Viertel aller Patienten auf sich konzentrieren konnte. Auch Aachen (378), Heidelberg (230), Bonn (149) und Hamburg (134) können bei dieser Zielgruppe punkten.

    Rund 40.000 der knapp 54.000 ausländischen Patienten hielten sich als Touristen in der Bundesrepublik auf und benötigten in diesem Zusammenhang eine medizinische Betreuung im Krankenhaus. Dies zeigt sich daran, dass es sich bei den häufigsten Diagnosen um Notfälle wie Kopfverletzungen, akute Herzprobleme oder Alkoholmissbrauch handelte. Besonders attraktiv für die Krankenhäuser sind dagegen aufwändige Therapien wie Knochenmark-, Herz- und Lebertransplantationen, die auch mit einigen Fällen vertreten sind. Zu den häufigsten elektiven Diagnosen zählt die Behandlung von Epilepsie mit bundesweit 673 Fällen sowie Patienten mit Lungen- (444), Brust- (384) und Prostatakrebs (259).

    Bei insgesamt rund 17 Mio. im Krankenhaus behandelten Patienten pro Jahr bilden die Gastpatienten mit knapp 54.000 lediglich einen Bruchteil der Leistungen der Krankenhäuser ab und können damit nur unwesentlich zur Refinanzierung der Krankenhäuser beitragen. Einige Erfolge können allerdings in der grenzüberschreitenden Versorgung und bei langfristigen Kooperationsbeziehungen mit ausländischen Institutionen erzielt werden. Von größerer Bedeutung ist allerdings das Engagement der Gesundheitswirtschaft im Ausland, bei dem die Leistungen zu den Patienten gebracht werden, anstelle die Patienten in die Bundesrepublik zu holen.

    Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
    Stephan von Bandemer, Durchwahl: 0209/1707-115, Mobil: 0171-3609543
    E-Mail: bandemer@iat.eu

    Institut Arbeit und Technik
    der Fachhochschule Gelsenkirchen
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Claudia Braczko

    Munscheidstraße 14
    45886 Gelsenkirchen
    Tel.: +49-209/1707-176
    Fax: +49-209/1707-110
    E-Mail: braczko@iat.eu
    info@iat.eu
    http://www.iat.eu


    More information:

    http://www.iat.eu
    http://www.iat.eu/aktuell/presse/presse_info.php?pfad=2008/080811.html&press... (Tabellen - Behandlungsorte und Herkunftsländer von Gastpatienten in Deutschland)


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Social studies
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

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