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11/27/2000 12:56

Metalle bis ins Innerste durchleuchten

Axel Burchardt Presse, Kommunikation und Marketing
Fachhochschule Aalen

    FH Aalen erhält einzigartigen Computertomographen zur 3D-Bauteilprüfung

    (27.11.00) Für die Fehlersuche in Körpern existieren zahlreiche Verfahren. Eine moderne Methode in der Medizin ist die Computertomographie. Dabei wird der menschliche Körper mittels Röntgenstrahlung scheibchenweise aufgenommen, und die zweidimensionalen Schnitte werden zu dreidimensionalen Bilder zusammenmontiert. Diese Bilder geben dann Auskunft über (krankhafte) Veränderungen des Körpers und seines Innenlebens.

    Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet auch der Computertomograph (CT), der heute an der Fachhochschule Aalen den offiziellen Betrieb aufnimmt. Allerdings bestehen die untersuchten Körper hier nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Leichtmetall-Legierungen, wie Magnesium und Aluminium. Im Gegensatz zur medizinischen Tomographie kann direkt mit einer Umdrehung ein dreidimensionales Bild des Teils erzeugt werden. Mit einer Messkreiserweiterung lassen sich komplexe Bauteile bis zu einer Größe von 30 cm x 40 cm x 150 cm (L x B x H) untersuchen. Über ein spezielles Computerprogramm können bei einer CT-Umdrehung bis zu 800 Schnitte erzeugt bzw. dreidimensionale Bilder analysiert werden. Im Ergebnis lassen sich Fehler im Bauteilinneren, wie Hohlräume, dreidimensional und mit einer Auflösung von bis zu einem Hundertstel Millimeter darstellen, beschreibt Prof. Dr. Friedrich Klein. "Im Vergleich zu herkömmlichen zweidimensionalen Röntgenprüfungen ist die Auflösung um eine Zehner-Potenz besser", erklärt der Aalener Fertigungstechniker, in dessen Gießerei-Labor der Tomograph steht, der in dieser Art und für diesen Einsatz bundesweit einzigartig ist.

    Die CT-Anlage ist speziell für die Gussteilprüfung entwickelt worden, sagt Dr. Martin Simon von der Hersteller-Firma Wälischmiller aus Markdorf und Meersburg. "Die besonderen Stärken der Anlage sind zum einen die hohe dreidimensionale Auflösung und zum anderen die Fähigkeit, sowohl große als auch kleine Teile mit Abmessungen kleiner als ein Zentimeter zu scannen."

    "Die Computertomographie kann in Zukunft, verglichen mit den herkömmlichen zerstörungsfreien Prüfverfahren - etwa Röntgen- oder Ultraschallprüfung -, eine enorme Verbesserung bieten hinsichtlich der Unterscheidung von Fehlern und dreidimensionalen Ermittlung der Größe und Lage", ist Prof. Klein überzeugt. Der CT soll das gesamte Bauteil erfassen und selbst dynamische Vorgänge, wie Speisungsvorgänge beim Abkühlen, sichtbar machen. Zudem soll erforscht werden, wie genau die ermittelten dreidimensionalen Daten von beliebigen Bauteilen in entsprechende CAD-Systeme überführt werden können. Dadurch ist es möglich, sehr rasch und ziemlich einfach z.B. Bauteile für Kleinserien zu produzieren, von denen keine technische Zeichnungen (mehr) existieren. "Durch den Computertomographen könnte eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis in der Prozesskette von der Bauteil-Idee zur Serienproduktion erreicht werden", unterstreicht Kleins Mitarbeiterin Dr. Irmgard Pfeifer-Schäller.

    Mit dem Tomographen will das Aalener Wissenschaftlerteam ermitteln, wo der CT bei der Bauteilentwicklung und -prüfung eingesetzt werden kann. Ein weiteres Einsatzpotenzial liegt in der Erforschung neuer Werkstoffe und archäologischer Gegenstände. Geplant ist beispielsweise die Untersuchung neuer faserverstärkter Werkstoffe und archäologischer Guß- und Schmiedeteile. Der Tomograph ermöglicht der Fachhochschule Aalen weiterhin, zerstörungsfreie Bauteilprüfungen und Qualitätskontrollen bei hochwertigen, sicherheitsrelevanten Gußteilen für die Industrie durchzuführen.

    Nicht zuletzt wird der Tomograph dem Werkstoff Magnesium einen Aufschwung bringen. Die Computertomographie fördert die Entwicklung von Sicherheitsteilen für die Fahrzeugindustrie, die aus dem leichten, steifen und recycelbaren Material bestehen. Leichtere und damit Benzin-sparendere Autos werden möglich. Damit hilft die Anlage - zumindest indirekt - auch dem Menschen.

    Kontakt:
    Dr. Irmgard Pfeifer-Schäller, Dipl.-Ing. (FH) Stephan Tomaschko, Prof. Dr. Friedrich Klein (Fertigungstechnik)
    Tel./Fax: 07361/92740
    E-Mail: Friedrich.Klein@fh-aalen.de

    FH Aalen
    Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation
    Beethovenstr. 1
    73430 Aalen
    Axel Burchardt M.A.
    Tel.: 07361 / 576 162
    Fax: 07361 / 576 355
    E-Mail: axel.burchardt@fh-aalen.de


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    Die Testläufe hat der neue Computertomograph an der FH Aalen erfolgreich absolviert: Hier Dipl.-Ing. (FH) Stephan Tomaschko beim Einrichten einer Fahrradfelge. (Foto: Burchardt)
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    Der neue CT im Gießerei-Labor der FH Aalen ermöglicht zerstörungsfreie Bauteilprüfungen bei hochwertigen Gußteilen, etwa von Felgen, für die Industrie: Dr. Irmgard Pfeifer-Schäller und Stephan Tomaschko bei der Testvorbereitung. (Foto: Burchardt)
    Der neue CT im Gießerei-Labor der FH Aalen ermöglicht zerstörungsfreie Bauteilprüfungen bei hochwert ...

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    Criteria of this press release:
    History / archaeology, Materials sciences, Mechanical engineering
    transregional, national
    Organisational matters, Research projects
    German


     

    Die Testläufe hat der neue Computertomograph an der FH Aalen erfolgreich absolviert: Hier Dipl.-Ing. (FH) Stephan Tomaschko beim Einrichten einer Fahrradfelge. (Foto: Burchardt)


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    Der neue CT im Gießerei-Labor der FH Aalen ermöglicht zerstörungsfreie Bauteilprüfungen bei hochwertigen Gußteilen, etwa von Felgen, für die Industrie: Dr. Irmgard Pfeifer-Schäller und Stephan Tomaschko bei der Testvorbereitung. (Foto: Burchardt)


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