·DSW-Präsident Rolf Dobischat: "Chancengleichheit muss Profilelement jeder modernen Hochschule sein"
·Zulassungsverfahren, Studium und Prüfungen: Dobischat fordert verbindliche und einheitliche Standards für Nachteilsausgleiche
·Sozialerhebung: 8% der Studierenden geben an, durch gesundheitliche Schädigung im Studium eingeschränkt zu sein
Berlin, 2. September 2008. "Studierende in besonderen Lebenslagen, zum Beispiel mit Behinderung, müssen voll am Bologna-Prozess teilhaben können. Die Hochschulen stehen in der Verantwortung, dies zur realisieren." Mit diesem Appell eröffnete Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), heute in Berlin eine Tagung der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Gerade Studierende mit Behinderung könnten Vorgaben, Fristen und Termine, die im Bachelor-Master-Studiensystem eine zentrale Rolle spielen, wegen ihrer Behinderung nicht immer einhalten; sie haben zudem laut Dobischat einen höheren Beratungs- und Unterstützungsbedarf. DSW-Dobischat forderte zum Auftakt der Tagung "einheitliche, verbindliche und transparente Standards für Nachteilsausgleiche für Studierende mit Behinderung bei der Zulassung, dem Studium und bei Prüfungen. "Chancengleichheit zu gewährleisten, das muss Profilelement jeder modernen Hochschule sein", so Dobischat wörtlich.
Für den DSW-Präsidenten ist die Art und Weise, in der Studierende mit Behinderung im Bologna-Prozess einbezogen werden, ein "Prüfstein für die erfolgreiche Umsetzung des Bologna-Prozesses insgesamt". "Hochschule für Alle, Bologna für Alle, das muss das Ziel sein", so Dobischat wörtlich. Gemäß jüngster DSW-Sozialerhebung geben 8% der Studierenden an, durch eine gesundheitliche Schädigung im Studium beeinträchtigt zu sein.
Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Tagung, die heute mit mehr als 100 Gästen in Berlin beginn, trägt den Titel "Chancengleichheit von Studierenden mit Behinderung sichern - neue Steuerungsinstrumente im Hochschulreformprozess nutzen". Die Kernfrage der Tagung lautet: Wie müssen Hochschulzulassung, Studium und Prüfungen gestaltet werden, damit Studierende mit Behinderung nicht benachteiligt werden?
Für die Hochschulen wird Prof. Dr. Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, darlegen, wie sie ihre Verantwortung für eine "Hochschule für Alle" wahrnehmen wollen. Vertreterinnen und Vertreter von Bundesregierung, Bundesländern, Hochschul- und Wissenschaftsorganisationen, Wohlfahrtsverbänden, Hochschulen, Studentenwerken und studentischer Selbsthilfe diskutieren dann, wie im Bologna-Prozess, bei der Hochschulzulassung sowie der Akkreditierung von Studiengängen die Teilhabe von Studierenden mit Behinderung gesichert werden kann.
Hintergrund: Studierende mit Behinderung
"Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist." So lautet die Definition des Sozialgesetzbuches IX; diese Definition ist Grundlage für die meisten Nachteilsausgleichsregelungen im Studium. 8% aller eingeschriebenen Studierenden fühlen sich laut jüngster Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durch eine gesundheitliche Schädigung im Studium beeinträchtigt, davon knapp die Hälfte mittelstark bis sehr stark.
42 der insgesamt 58 Studentenwerke bieten Beratung für Studierende mit Behinderung, entweder im Rahmen ihrer Sozialberatung oder in eigenen Beratungsstellen. Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung des Deutschen Studentenwerks wird seit 25 Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Das Tagungsprogramm im Internet:
http://www.studentenwerke.de/pdf/DSW-StuBeh-FT_2.-3.09.2008_Programm.pdf
Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung des DSW in Internet:
http://www.studentenwerke.de/main/default.asp?id=06100
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Studies and teaching
German

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