Gleichstellungskonzept sieht in der Gewinnung von Professorinnen Priorität
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Frauenanteil unter den Professoren weit abgeschlagen. Mit dem Ziel "Wir bringen mehr Wissenschaftlerinnen an die Spitze" hatte der Bund daher im März 2008 das 200-Professorinnenprogramm ausgeschrieben: Bund und Länder finanzieren 200 zusätzliche Professuren für fünf Jahre. Im Modell der "vorgezogenen Berufung" auf eine reguläre Professur wird die Weiterfinanzierung nach fünf Jahren von den jeweiligen Hochschulen übernommen.
Um an dem Programm teilnehmen zu können, mussten die Hochschulen ein überzeugendes Gleichstellungskonzept vorlegen, das von einem bundesweiten Expertengremium begutachtet wurde. Das Gleichstellungskonzept der Universität Tübingen hat die Gutachter offensichtlich überzeugt. Tübingen ist somit eine von 79 Hochschulen auf Bundesebene, die sich erfolgreich in diesem Programm beworben hat. Beteiligt hatten sich bundesweit 113 Hochschulen.
Die Universität Tübingen kann nun aufgrund dieser positiven Bewertung bis zu drei Professuren im Modell der "vorgezogenen Berufung" für jeweils fünf Jahre aus dem Professorinnenprogramm finanziert bekommen. Die dafür vorgesehenen Stellen sollen so bald wie möglich ausgeschrieben werden. Bereits im Februar 2008 hatten die Fakultäten dem Rektorat entsprechende Vorschläge eingereicht. Eine Professur soll die Fakultät für Chemie und Pharmazie bekommen, eine zweite die Fakultät für Biologie, die dritte Professur soll in eine Fakultät aus dem Spektrum der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer gehen.
In ihrem neuen Gleichstellungskonzept, das im Sommersemester vom Senat verabschiedet wurde, hat die Universität Tübingen den überdurchschnittlich hohen Studentinnenanteil als "starke Basis" erkannt. Mit dem "Schnupperstudium für Schülerinnen" in naturwissenschaftlichen Fächern und dem seit Sommersemester 2007 laufenden "TEA-Programm" (Teaching-Equality) werden Studentinnen gezielt angeworben und im Studium unterstützt. Gastprofessorinnen in Fächern, in denen keine oder wenige Professorinnen lehren, Gender Studies -Lehraufträge und Seminare zu Schlüsselqualifikationen für Studentinnen werden zusätzlich im Rahmen des TEA-Programms angeboten.
Ein zweites Maßnahmenpaket zielt darauf ab, die Potentiale von Nachwuchswissenschaftlerinnen zu erkennen, zu fördern und zu nutzen. Erste Schritte hat die Universität bereits mit den Promotionsverbünden und der geplanten Graduiertenakademie unternommen. Mit dem neu konzipierten "Tübinger Athene-Programm", das sich mit Fördermöglichkeiten an Tübinger Nachwuchswissenschaftlerinnen in der Promotions- und Postdocphase wendet, und mit Hilfe eines ebenfalls neu initiierten "Internationalen Tübinger Genderforschungskolleg" sollen in diesem Bereich weitere Akzente gesetzt werden.
In ihrem Konzept hat die Universität Tübingen die Gewinnung von Professorinnen als Ziel mit oberster Priorität deklariert. Seit mehreren Jahren wird durch die Gleichstellungsbeauftragte mit zunehmendem Erfolg die "Qualitätssicherung von Berufungsverfahren" vorangetrieben. Zusätzlich sind nun als "Offensive für eine aktive Rekrutierungspolitik" Findungssymposien, Bonusmittel für die Neuberufung von Wissenschaftlerinnen und Maßnahmen für Dual Career Couples (Paare, in denen beide eine wissenschaftliche Karriere anstreben) geplant.
Schließlich hat die Universität Tübingen die "Familie als Glücksfall statt Störfall" erkannt und will daher ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Vereinbarkeit von Studium/Wissenschaft und Familie weiter intensivieren. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuungsangebote an der Universität Tübingen in Kooperation mit Stadt und Studentenwerk und der Schaffung der Servicestelle Dual Career Couples sind hier bereits wichtige Etappenziele erreicht worden. Mit Hilfe des Auditierungsverfahrens zur "Familiengerechten Hochschule" das die Universität Tübingen demnächst beginnen wird, sind hier noch weitere Verbesserungen geplant.
Das Gleichstellungskonzept der Universität Tübingen im Internet: http://www.uni-tuebingen.de/gleichstellungsbeauftragte/daten/foerderung/Gleichst...
Für Nachfragen:
Melanie Stelly, Susanne Weitbrecht
Büro der Gleichstellungsbeauftragten
Wilhelmstraße 26
72074 Tübingen
Tel.: (07071) 29-74958
Fax: (07071) 29-5084
E-Mail: gleichstellungsbuero@uni-tuebingen.de
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Organisational matters, Science policy
German

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