Sie ist selten, aber lebensbedrohlich: An einer Hirnhautentzündung, ausgelöst von Bakterien, erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 800 Menschen. Eigentlich aber müsste es noch viel mehr Fälle geben. Denn etwa acht Millionen Bundesbürger tragen den Erreger in sich.
Die meisten dieser Menschen bleiben gesund, weil sich die Bakterien nur selten aggressiv verhalten. Im Normalfall leben sie auf den Schleimhäuten in der Nase und im Rachen, ohne Probleme zu verursachen. Manchmal aber verlassen sie ihren angestammten Platz, dringen in die Blutgefäße ein und verbreiten sich im ganzen Körper. Im Gehirn sorgen sie dann für eine lebensgefährliche Entzündung. Zwar lässt sich die Infektion mit Antibiotika behandeln, doch es kommt immer wieder zu Todesfällen.
Warum machen die Bakterien manche Menschen krank, andere aber nicht? Das erforscht der Mediziner Oliver Kurzai von der Universität Würzburg. "Wir wissen, dass es nicht an einzelnen Genen der Bakterien liegt", sagt der 33-Jährige. Ansonsten seien die Gründe für das unterschiedliche Verhalten der Erreger noch weitgehend unklar.
Ebenso widersprüchlich verhält sich der Hefepilz Candida albicans. Er besiedelt die Darmschleimhaut vieler Menschen, ohne Schaden anzurichten. Aber auch er kann in die Blutbahn eindringen und sich im Organismus ausbreiten - eine Blutvergiftung ist die Folge.
"Ob der Pilz dem Menschen gefährlich wird, hängt auch vom Zustand des Immunsystems ab", sagt Oliver Kurzai. Sein Team hat herausgefunden, dass bestimmten Immunzellen dabei eine wichtige Rolle zukommt: Die so genannten neutrophilen Granulozyten erkennen und bekämpfen genau diejenige Form des Pilzes, die vom Darm ins Blut übergehen kann.
Für seine Forschungen über die beiden Erreger wurde Oliver Kurzai im September ausgezeichnet: Er erhielt den mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Kurzai hat an der Universität Würzburg Medizin studiert; seit 2001 ist er am Institut für Hygiene und Mikrobiologie tätig.
Kontakt: PD Dr. Oliver Kurzai, T (0931) 201-46905, okurzai@hygiene.uni-wuerzburg.de
Oliver Kurzai
Source: Foto privat
Criteria of this press release:
Biology, Medicine
transregional, national
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German

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