Wiesbaden - Eine europaweit einheitliche Kennzeichnung von Arzneimitteln soll den Handel mit gefälschten Medikamenten eindämmen. Ärzte, Pharmazeuten und Arzneimittelhersteller werden das Konzept auf dem Herbstsymposium der Kooperativen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) diskutieren. "Gefälschte Medikamente gefährden Menschen - schon jetzt ein lohnenderes Geschäft als der Handel mit Drogen?" lautet der Titel der anschließenden Pressekonferenz am 22. Oktober in Wiesbaden.
Die Anzahl der sichergestellten Fälschungen hat sich innerhalb von nur zwei Jahren vervielfacht. Ein Großteil der Plagiate wird illegal im Internet vertrieben. Im rechtmäßigen Handel tauchen Falschpräparate bisher nur selten auf. "Doch auch diese Gefahr dürfte wachsen", warnt Michael Dammann vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). "Das Geschäft ist einfach zu lukrativ geworden."
Um die legalen Vertriebswege gegen Fälschungen zu sichern, will der Europäische Pharmaindustrieverband (EFPIA) nach und nach alle in Europa gehandelten verschreibungspflichtigen Arzneimittel einheitlich codieren. Beim Verkauf in der Apotheke werden die Angaben auf der Packung dann gescannt und mit einer Datenbank abgeglichen. Im nächsten Jahr will der EFPIA ein entsprechendes System in Deutschland testen. Verläuft der Test erfolgreich, wird ein Plan zur Umsetzung der Arzneimittelkennzeichnung in den einzelnen EU-Ländern erarbeitet. Details des Projekts und weitere Ergebnisse des Herbstsymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM werden die Experten auf der Pressekonferenz in Wiesbaden vorstellen.
Terminhinweis:
Gefälschte Medikamente gefährden Menschen - schon jetzt "lohnender" als der Handel mit Drogen?
Mittwoch, 22. Oktober 2008, 13.30 bis 14.30 Uhr
Dorint Hotel Pallas Wiesbaden; Raum Hamburg, Auguste-Viktoria-Straße 15; 65185 Wiesbaden
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Ihre vorläufigen Themen und Referenten:
Gefälschte Medikamente - eine Gefahr für Mensch, Forschung und Industrie?
Dr. med. Dipl.-Ing. Franz-Josef Wingen
Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM, Bayer HealthCare/Bayer Vital GmbH,
Leverkusen
Plagiate in der Inneren Medizin - welche gesundheitlichen Risiken bergen sie und was kann die DGIM dagegen tun?
Professor Dr. med. Rainer Kolloch
1. Vorsitzender der DGIM, Kongresspräsident des 115. Internistenkongresses, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld
Wie können Klinik und Forschung gegen gefälschte Medikamente vorgehen?
Professor Dr. med. Ulrich Robert Fölsch
Beauftragter der Korporativen Mitglieder der DGIM, Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Gegenmaßnahmen: Arzneimittelkodierungs/-identifizierungsprojekt der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA)
Michael Dammann
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Bereich Marktordnung und Gesundheitssystem
Arzneimittelfälschungen aus regulatorischer Sicht
Professor Dr. rer. nat. habil. Harald G. Schweim
Lehrstuhl "Drug Regulatory Affairs", Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität, Bonn
Kontakt für Journalisten:
Anne-Katrin Döbler/Anna Voormann
DGIM Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
voormann@medizinkommunikation.org
Tel: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Press events
German

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