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10/16/2008 10:20

Hochdotierter "ERC Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats an Würzburger Forscher

Sonja Jülich Public Science Center
Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG - Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin

    Prof. Martin Lohse vom Rudolf-Virchow-Zentrum und Institut für Pharmakologie der Universität Würzburg setzt sich im ersten Wettbewerb des Europäischen Forschungsrats für erfahrene Spitzenforscher durch. Insgesamt hatten sich 2167 Forscher aus 36 Ländern beworben. Mit seinem Forschungsprojekt "TOPAS" ist Martin Lohse einer von 10 deutschen Forschern, die den "ERC Advanced Grant" im Bereich der Lebenswissenschaften erhalten und wird nun mit 2,5 Millionen Euro gefördert.

    Anfang des Jahres hatte der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) Wissenschaftler, die in Europa forschen wollen, aufgerufen, themenoffen innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Projektideen einzureichen. Zum ersten Mal viel EU-Geld für Grundlagenforschung von risikobehafteten Projekten ohne thematische Vorgaben und ohne Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit der Industrie. "Gerade so kann bahnbrechende und visionäre Forschung funktionieren, können neue Ideen, die die Gesellschaft verändern können, entstehen", sagt Martin Lohse. Denn Forschen sei, wie ein Berggipfel zu finden, von dem noch niemand weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Das sieht der Europäische Forschungsrat genauso und fördert daher rein nach wissenschaftlicher Exzellenz. Wessen Antrag dieser wissenschaftlichen Exzellenz genügt, das wird in langen Evaluationsprozessen mit bis zu neun Evaluations-Gremien und einer Vielzahl von Kriterien ausgewählt. Mit dem "ERC Advanced Grant" treten die Spitzenforscher Europas erstmals direkt in einen offenen Wettbewerb an.

    Mit der Förderung des Forschungsprojekts "TOPAS" will Lohse so genannte G-Protein gekoppelte Rezeptoren und deren Regulation über "second messenger" untersuchen. Die meisten Rezeptoren für Hormone und andere chemische Botenstoffe sitzen in der Zellmembran und leiten Signale von außen in die Zelle. Solche Rezeptoren sind in eine Vielzahl lebenswichtiger Prozesse in unserem Körper involviert und stellen den wichtigsten Angriffspunkt für Arzneimittel dar. Außen besitzen sie Andockstellen, an die Hormone oder auch bestimmte Arzneimittel binden können. Dadurch werden sie stimuliert. Innen wird das Signal dann an eine Kette anderer Proteine weitergegeben, und diese erzeugen dann in der Zelle ein chemisches Signal, den "second messenger". Während man bei elektrischen Signalen, die durch Ionenkanäle erfolgen, die Signale eines einzelnen Kanals messen und analysieren kann, sind die Methoden für die Messung chemischer Signale in Zellen viel zu unempfindlich, um die Signale einzelner Rezeptoren nachweisen zu können. Solche Methoden wollen Lohse und sein Team jetzt mit neuen Sensor-Molekülen und neuartigen Mikroskopie-Verfahren entwickeln. Sie werden sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die Entwicklung neuer Arzneimittel wichtig sein.

    Martin Lohse, 1956 in Mainz geboren, studierte Medizin und Philosophie in Göttingen, London und Paris. Er promovierte 1981 in Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Nach seiner Habilitation an der Universität Heidelberg zog es Lohse in die USA, an die Duke University in Durham, North Carolina. Dort blieb er bis 1990 und übernahm dann die Leitung einer Arbeitsgruppe an der Universität München und am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Seit 1993 ist er Lehrstuhlinhaber der Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Würzburg, seit 2001 Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums.

    Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Förderung von Grundlagenforschung. Er ist Bestandteil des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union (2007-2013) und schreibt zwei Förderlinien aus, den "ERC Starting Grant" für junge Nachwuchswissenschaftler und den "ERC Advanced Grant" für exzellente, erfahrene Wissenschaftler.

    Kontakt:

    Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin
    Sonja Jülich (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit), Telefon 0931 / 201 48714, Mobil: 0174-2118850, Email: >sonja.juelich@virchow.uni-wuerzburg.de>

    Prof. Martin Lohse
    Tel.: 0931 / 201 48401


    More information:

    http://www.rudolf-virchow-zentrum.de


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    Criteria of this press release:
    Biology, Medicine
    transregional, national
    Personnel announcements, Science policy
    German


     

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