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05/07/1997 00:00

Kultur des Friedens

Dr. Wolfgang Hirsch Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    FSU-Mediendienst

    Jenaer Politologe Klaus Dicke: Gemeinsam eine Kultur des Friedens entwickeln

    Jena (7.05.97). Eine aktive OEffnungspolitik nach Osteuropa fordert der Jenaer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Dicke. Durch den Fall des ,Eisernen Vorhangs" seien in Europa Barrieren gefallen, aber auch die stabilisierende Wirkung des militaerischen Kraeftegleichgewichts zwischen Ost und West gebrochen. ,Jetzt muessen wir die Gunst der Stunde nutzen und Feindbilder durch Freundbilder ersetzen, bevor neue Konfliktherde entstehen", mahnt Dicke.

    Einen Beitrag dazu leistet der Politologe mit der Fachtagung ,Geistig-politische Kultur zwischen den Voelkern" am Donnerstag und Freitag, dem 15. und 16. Mai, an der Friedrich-Schiller-Universitaet. Sie wird gemeinsam von dem Collegium Europaeum Jenense (CEJ) und der Deutschen UNESCO-Kommission veranstaltet.

    ,Frieden in Europa ist letztlich nicht allein das Werk hoher Politik, sondern er wird vor allem auch durch die interkulturelle Begegnung der Menschen bewahrt", beschreibt der Jenaer Politologe das Prinzip einer erfolgreichen Friedenssicherung. Man muesse die Kultur und Mentalitaet des ,Anderen jenseits der Grenze" verstehen lernen, um eine wirkliche und lebendige Gemeinschaft mit den Nachbarn zu erreichen. Wirtschaftskontakte allein sind noch kein Indiz fuer partnerschaftliche Beziehungen, sondern es bedarf des Austausches auf menschlicher Basis in allen Feldern des gesellschaftlichen Lebens: etwa der Kultur und des Sports, der Erziehung und der Wissenschaft. Nur so koenne eine dauerhafte ,Kultur des Friedens" entstehen.

    Der jahrzehntelange Austausch mit den Franzosen hat aus den ehemaligen Erzfeinden zweier Weltkriegen Freunde und Mitstreiter fuer eine europaeische Einigungspolitik werden lassen. Dieses Vorbild muesse nun auf die Beziehungen zu den Voelkern in Ost- und Suedosteuropa uebertragen werden. Fuer diese Aufgabe seien gerade die ostdeutschen Hochschulen von ihrer Tradition her praedestiniert. ,Wir pflegen in Jena von jeher gute Kontakte mit unseren oestlichen Nachbarn, und die Arbeit des Collegium Europaeum Jenense knuepfte in Nachwendezeiten unmittelbar daran an", macht Dicke deutlich.

    So geht die Initiative der Tagung in der kommenden Woche auf eine Anregung von Tadeusz Mazowiecki, einem der zahlreichen korrespondierenden CEJ-Mitglieder, zurueck. Sie soll Wissenschaftler, Lehrer und interessierte Buergerinnen und Buerger in friedlichem Dialog ueber die gemeinsame Arbeit am Frieden vereinen.

    Referenten und Diskutanden sind u. a. Prof. Dr. Karol Bal (Wroclaw/Polen), Prof. Dr. Athanasios Moulakis (Boulder/USA), Prof. Dr. Klaus Huefner (Berlin) sowie Jenaer Professoren unterschiedlicher Disziplinen.

    Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

    Naehere Informationen bei Marion Wondrak, FSU Jena, unter der Rufnummer 03641/631120.


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    Law, Politics
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