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10/30/2008 10:53

GBE-Heft "Gesundheitliche Folgen von Gewalt" erschienen

Susanne Glasmacher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Robert Koch-Institut

    Gewalt ist eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. In Deutschland ist Studien zufolge mehr als jede dritte Frau im Laufe ihres Erwachsenenlebens mit sexuellen oder körperlichen Übergriffen unterschiedlichen Schweregrades konfrontiert worden. "Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen" ist Thema und Titel des neuen Heftes der Gesundheitsberichterstattung (GBE). Die Herausforderungen an das europäische Gesundheitssystem, die durch Gewalt verursacht werden, sind Thema einer Tagung am 30. und 31. Oktober 2008 in Bonn. Veranstalter sind die Bundesärztekammer und das Europäische Büro der Weltgesundheitsorganisation in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit.

    Das GBE-Heft gibt auf knapp 60 Seiten einen Überblick zu betroffenen Gruppen, gesundheitlichen Folgen, Folgekosten, Interventions- und Präventionsmöglichkeiten, Erreichtem, Forschungs- und Handlungsbedarf sowie Informationsquellen. Die Gewaltforschung unterscheidet psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt. Bei Gewalt gegen Kinder und gegen pflegebedürftige Personen ist zudem der Begriff der Vernachlässigung relevant.

    Das Gesundheitswesen hat eine Schlüsselposition als erste Anlaufstelle für Gewaltbetroffene: Ärzte, Pfleger oder Hebammen haben direkten Zugang zu allen Bevölkerungsgruppen. Die Fachkräfte in der Gesundheitsversorgung unterliegen der Schweigepflicht und genießen ein hohes Maß an Vertrauen in der Bevölkerung. Studien zeigen allerdings, dass die Mehrzahl der praktizierenden Ärzte und Pflegekräfte sich nicht für ausreichend kompetent hält für die Diagnose von Gewaltfolgen und die Weiterleitung an spezialisierte regionale oder kommunale Beratungsstellen.

    Warnzeichen für häusliche Gewalt sind zum Beispiel verschiedene Verletzungen in unterschiedlichen Heilungsstadien, Verzögerungen zwischen dem Zeitpunkt der Verletzung und dem Aufsuchen des Arztes oder auch ein Partner, der nicht von der Seite der Frau weichen will. Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass viele betroffene Frauen nicht von sich aus über erlittene Gewalt sprechen und den Wunsch haben, unmittelbar darauf angesprochen zu werden. Häusliche Gewalt kommt in allen sozialen Schichten vor. Zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Gewalt oder für größere Gewaltbetroffenheit gehören frühere Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend.

    Die Folgen der Gewaltanwendung sind dramatisch: Verletzungen, dauerhafte Behinderungen, psychosomatische Beschwerden (zum Beispiel Reizdarmsyndrom), psychische Störungen oder Auswirkungen auf die reproduktive Gesundheit (zum Beispiel sexuell übertragbare Krankheiten oder Schwangerschaftskomplikationen). Gewalt kann auch gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen fördern, zum Beispiel Alkoholmissbrauch als eine "Überlebenstrategie". Gewalt kann tödlich enden, als Krankheits- oder Verletzungsfolge, durch Mord oder Selbsttötung. Auch die gesundheitsökonomischen Folgen sind immens, wie Kostenstudien verschiedener Staaten belegen.

    Das (42.) GBE-Heft "Gesundheitliche Folgen von Gewalt" kann schriftlich kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, General-Pape-Straße 62, 12101 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513) und ist auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar: http://www.rki.de > Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie.

    **************************************

    Herausgeber
    Robert Koch-Institut
    Nordufer 20
    D-13353 Berlin
    http://www.rki.de

    Das Robert Koch-Institut ist
    ein Bundesinstitut im
    Geschäftsbereich des
    Bundesministeriums für Gesundheit

    Pressestelle
    Susanne Glasmacher
    (Pressesprecherin)
    Günther Dettweiler
    (stellv. Pressesprecher)
    Claudia Eitner
    Heidi Golisch

    Kontakt
    Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
    Fax: 030.18754 2265
    E-Mail: presse@rki.de


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Social studies
    transregional, national
    Organisational matters, Scientific Publications
    German


     

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