Vier Augen sehen mehr als zwei. Diese alte Weisheit führt Ratsuchende in modernen Zeiten immer häufiger direkt in das Internet.
Auch die Bremer Pathologen haben diesen Schritt vollzogen und mit der Vertragsunterzeichnung "TelePath Nord" in Bremerhaven besiegelt.
Mehr Diagnosesicherheit durch Vernetzung über die Internetplattform "TelePath Nord"
Bremen ist damit das erste Bundesland, in dem die Vernetzung der Pathologen zum Zweck einer verbesserten Diagnosesicherheit vollzogen wurde. Im Zentrallabor Medizintechnik haben Vertreter des Pathologischen Instituts Bremerhaven, der Gemeinschaftspraxis Pathologie Bremen, des Klinikums Bremen-Mitte und des ttz Bremerhaven den Vertrag unterzeichnet. Indem das System Bewertungen zu ungewöhnliche Fällen dokumentiert, erhält überdies der Know-how-Transfer wichtige Impulse. Die regionale Kompetenz auf dem Gebiet der Pathologie wird in Bremen somit systematisch weiter ausgebaut.
Erstellt ein Pathologe fern der untersuchungsführenden Anstalt eine Diagnose, weil er etwa als Fachmann auf einem Spezialgebiet gilt und seine Einschätzung hinzugezogen werden soll, ist von Telepathologie die Rede. Neueste Technologien im Dienst der Ärzteschaft und der Patienten haben die beteiligten Institutionen mit ihrer Vorleistung möglich gemacht. Die Second-Line-Diagnostik erhält damit ein wirkungsvolles Werkzeug für die sichere Auswertung von Krankheitsbildern, die aufgrund ihrer besonderen Ausprägung keine eindeutige Einordnung zulassen. Dr. med Carsten Städtler von der Gemeinschaftspraxis Pathologie Bremen bringt es auf den Punkt: "Wird ein Tumor gefunden, der bisher nur sehr selten auf der Welt aufgetreten ist, kann die Beschreibung und Speicherung des diagnostizierten Krankheitsbilds gerade auch für junge Kollegen äußerst wertvoll sein. Durch die Dokumentation wächst die elektronische Wissensbasis beständig."
Aber auch für akute Fragen zu Notfällen ist das System "TelePath Nord" ein bedeutender Fortschritt. Prof. Dr. med. Michael Heine, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V. und Leiter des Pathologischen Instituts Bremerhaven bekräftigte das Interesse des Verbandes an einer stärkeren Vernetzung der Pathologen des Landes. "Das regional verankerte Portal bietet über die fallspezifische Konsultation hinaus vielfältige Möglichkeiten, die Kommunikation in der Branche zu fördern und damit die Patientensicherheit zu verbessern. Mit Prof. Dr. med. Markus Bergmann vom Institut für klinische Neuropathologie des Klinikums Bremen-Mitte ist auch der Kompetenzbereich Neuropathologie im Netzwerk vertreten.
Ein System, das mit derart sensiblen Daten arbeitet, muss höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden. Das ttz Bremerhaven mit seinem Geschäftsbereich BIGT (Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien) konnte diese Voraussetzungen unter Führung von Prof. Ulrike Lichtblau mit dem webbasierten Konsultationssystem "Telepath" schaffen. "Das System erfüllt alle datenschutzrechtlichen Anforderungen und wird sofort in Betrieb genommen. In der Nutzungsphase folgt dann eine Evaluierung. Die Fortentwicklung des Systems ist bereits im Modell angelegt. Weitere Bausteine können dazukommen, wenn sie die Arbeit der Systemanwender sinnvoll unterstützen können", so der Leiter des Bereiches BIGT, Prof. Rainer Dammer. Dass webbasierte Systeme sich immer stärker ausbreiten ist unbestritten. "Diesen Prozess von Anfang zu begleiten und dadurch auf die Entwicklung Einfluss zu nehmen, ist ein entscheidender strategischer Vorteil, " so Prof. Dr. med. Klaus Junker vom Zentrum für Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte.
Registrierte Nutzer - in diesem Fall zugelassene Ärzte - können nach Einholung der Einverständniserklärung der Patienten digitale Mikroskopaufnahmen für Fachkollegen über die Plattform "TelePath Nord" zugänglich machen. Merkmale, die Hinweise zur Identifikation eines Patienten liefern könnten, werden nicht verwendet. PathologInnen können die eingestellten Fälle zu beliebigen Zeiten begutachten und Kommentare dazu verfassen, die für alle Beteiligten sichtbar sind. In monatlichen Abständen werden zudem Telekonferenzen über die Plattform "TelePath Nord" ausgerichtet. Für die Zukunft mangelt es nicht an Visionen und Gestaltungswillen: "Der Wunsch für die Zukunft wäre, die zur Analyse vorliegenden Präparate insgesamt betrachten zu können. Momentan ist jedoch bei einer Datenmenge von ca. 3 GB pro Präparat die angestrebte virtuelle, digitalisierte Mikroskopie im Routinebetrieb einer telepathologischen Plattform noch nicht machbar", so Prof. Dr. Heine.
Kontakt:
ttz Bremerhaven
Geschäftsbereich BIGT; Prof. Rainer Dammer
Telefon: 0471 / 9448-852
Fax: 0471 / 9448-859
E-Mail: dammer@ttz-bremerhaven.de
Die Projektpartner des "TelePath Nord" besiegelten mir ihrer Vertragsunterschrift den erfolgreichen ...
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

Die Projektpartner des "TelePath Nord" besiegelten mir ihrer Vertragsunterschrift den erfolgreichen ...
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