Die Herbstsitzungen des Wissenschaftsrates standen ganz im Zeichen der Begutachtung der Ressortforschung des Bundes sowie der institutionellen Akkreditierung privater Hochschulen.
Dass klare FuE-Profile bei der Erfüllung der Ressortaufgaben von Vorteil sind, unterstreichen auch die jüngsten Evaluierungen von acht Einrichtungen des Verteidigungs-, Verkehrs-, Familien- und Umweltministeriums, denen überwiegend gute bis sehr gute Forschungs- und Entwicklungsleistungen bescheinigt werden. In einzelnen dieser Einrichtungen muss das FuE-Management allerdings noch verbessert und der FuE-Anteil weiter erhöht werden.
Seit 2005 evaluiert der Wissenschaftsrat auf Bitten von Bundestag und Bundesregierung die Ressortforschungseinrichtungen des Bundes, der für diese Einrichtungen 1,36 Milliarden Euro p.a. zur Verfügung stellt, davon gut 640 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung. 28 von insgesamt 40 im Jahr 2005 noch nicht vom Wissenschaftsrat evaluierten Ressortforschungseinrichtungen wurden bislang begutachtet.
Ein positives Ergebnis erbrachte die Begutachtung der folgenden Ressortforschungsinstitute des Bundes:
Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall und Geophysik (FWG), Kiel,
Wehrwissenschaftliches Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe (WIWEB), Erding, beide leisten Forschung und Beratung für das Bundesministerium der Verteidigung.
Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), Karlsruhe und
Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), Koblenz in der Zuständigkeit des Bundesverkehrsministeriums.
Deutsches Jugendinstitut (DJI), München, und
Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Berlin, zwei Ressortforschungseinrichtungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn, als Einrichtung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Ebenfalls begutachtet wurde das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), Frankfurt am Main. Auf die kritische Bewertung der wissenschaftlichen Leistungen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend reagiert und führt das ISS nicht mehr als Ressortforschungseinrichtung, sondern als "Facheinrichtung ohne Forschungsauftrag". Der Wissenschaftsrat erwartet eine entsprechende Satzungsänderung.
Alle genannten Ressorts sind aufgefordert, nach drei Jahren einen Bericht vorzulegen, wie sie mit den differenzierten Empfehlungen des Wissenschaftsrats umgegangen sind.
Im Rahmen des Verfahrens der institutionellen Akkreditierung nicht-staatlicher Hochschulen prüft der Wissenschaftsrat, ob bei Hochschulen in nicht-staatlicher Trägerschaft die Voraussetzungen für staatliche Anerkennung gegeben sind. Seit 2001 hat der Wissenschaftsrat mittlerweile insgesamt 35 Stellungnahmen zu Akkreditierungen verabschiedet, davon 29 mit positivem Ergebnis. Darunter waren, inklusive der jetzt akkreditierten Hertie School of Governance, Berlin, insgesamt sechs Empfehlungen zu Hochschulen mit universitärem Anspruch (Jacobs University Bremen, Wissenschaftliche Hochschule Lahr, Universität Witten-Herdecke, Bucerius Law School, Hamburg, European School of Management and Technology, Berlin).
Die Hertie School of Governance in Berlin ist auf die Bereiche Public Policy und Public Management fokussiert und befasst sich mit den Anforderungen modernen Regierens in einer transnational vernetzten Welt. Sie hat sich seit ihrer Gründung 2003 bemerkenswert entwickelt. Unter anderem ist es ihr gelungen, international ausgerichtete und praxisnahe Studiengänge zu etablieren und eine vorbildliche Betreuungsrelation zwischen Professoren und Studierenden aufzubauen. Die Akkreditierung wird für fünf Jahre ausgesprochen.
Die Europäische Fachhochschule (EUFH) mit Hauptsitz in Brühl (Rhein-Erft-Kreis) und Außenstellen in Köln, Mainz sowie Dresden/Leipzig bietet gegenwärtig mehrere duale Bachelor-Studiengänge im Managementsektor und das nicht-duale, überwiegend englischsprachige Bachelor-Programm "International Business" an. Sie hat sich seit ihrer Gründung 2001 mit ihrer Konzentration auf Handels-, Industrie- und Logistikmanagement einen guten Ruf in der regionalen Wirtschaft erworben. Die Akkreditierung wird für zehn Jahre ausgesprochen.
Positiv bewertet hat der Wissenschaftsrat auch die Merz Akademie - Hochschule für Gestaltung Stuttgart. Staatlich anerkannte Fachhochschule. Zustimmung fand ihr Plan, den seit 1985 gut nachgefragten Diplomstudiengang "Kommunikationsdesign" in ein konsekutives Studienangebot mit dem Titel "Art, Design and Media" zu überführen. Während der Bachelor-Studiengang in seinen Inhalten und Zielen bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu überzeugen vermag, müssen für den Master-Studiengang die konzeptionellen Vorstellungen weiterentwickelt werden. Die Akkreditierung wird für fünf Jahre ausgesprochen.
Hinweis: Die genannten Stellungnahmen werden im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
http://wwwiwissenschaftsrat.de
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy
German

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