"Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort.
"Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich
viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter
Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort. "Sie haben kalte Entenfüße,
in die nur sehr wenig Blut strömt." Auf dem Weg in die Füße kühlt das Blut von etwa 40 Grad auf
sechs Grad ab. "Hätten Enten warme Füße, würden sie das Eis, auf dem sie stehen, antauen und
dann mit dem Schmelzwasser festfrieren", erläutert Dr. Martin. Jetzt im Spätherbst müssen sich
die Wildtiere in Deutschland "warm anziehen", um den Winter zu überleben. Bei den
unterschiedlichen Überlebensstrategien spielt Luft eine wichtige Rolle.
Ein dichtes Federkleid schützt die daheimgebliebenen Vögel vor der Kälte. "Doch zwischen den
einzelnen Federn liegen Luftschichten, die als zusätzliche Wärmeisolatoren fungieren: Diese
Luftpolster schützen die Vögelkörper vor dem Auskühlen", sagt Dr. Martin. Viele Vögel machen
sich obendrein "dicke": Sie plustern sich auf, um die Luftschichten zwischen den Federn noch zu
vergrößern. Federn von Wasservögeln sind außerdem gefettet und wasserabweisend. Enten zum
Beispiel haben eine spezielle Fettdrüse am Schwanz, die Bürzeldrüse. Mit dem Schnabel verteilen
sie das Fett aus dieser Drüse im Federkleid.
Wer jetzt draußen überleben will, muss ein dickes Fell haben: Der Fischotter hat z.B. mit 50 000
Haaren pro Quadratzentimeter sicher den dichtesten Winterpelz. Viele Wildtiere haben ein Oberund
ein Unterfell. Auch Säugetiere verdanken Luftschichten zwischen den Haaren, dass sie vor
strenger Kälte geschützt sind. Meist ist das Unterfell dicht und kurz: ist es knackig kalt, stellen die
Tiere diese Haare auf.
"Große Tiere kühlen wesentlich langsamer aus als kleine", sagt Dr. Martin von der Deutschen
Wildtier Stiftung. Dem Feldhasen wachsen im Winter zusätzliche Wollhaare: Sein Fell wird viel
dichter und isoliert deshalb besser gegen die Kälte. Auch im Haarkleid des Hasen staut sich Luft,
die gut gegen Kälte wirkt. Beim Rothirsch bestehen die Haare aus drei Schichten: der Mark- und
der Rindenschicht sowie dem Oberhäutchen. Die Markschicht ist ebenfalls lufthaltig und sorgt für
einen effektiven Wärmeschutz. Im Winter sind die Wollhaare besonders dicht. Das Haar ist
doppelt so lang wie im Sommerfell. Der Fellwechsel ist jetzt im Herbst. Während das rötlichbraune
Sommerfell dem Rothirsch seinen Namen gab, ist das Winterfell graubraun gefärbt.
Das Deckhaar der Wildschweine ist jetzt dunkelgrau bis braun-schwarz. Die borstigen Deckhaare
sind bis zu 25 Zentimeter länger als im Sommer. Darunter liegt die kurze dicke Unterwolle. Auch
im Wildschwein-Fell sind zwischen den Haaren Luftkammern eingeschlossen, die die Abgabe von
Körperwärme verhindert. Jetzt im November ist der Fellwechsel bei Wildschweinen
abgeschlossen. Sie haben sich an Bäumen gescheuert, um die alten Haare loszuwerden.
Wildschweine rotten sich im Winter mit ihren Artgenossen zusammen, um sich zu wärmen.
Außerdem haben sie sich - wie viele Wildtiere - eine dicke Speckschicht angefressen, um gut
durch den Winter zu kommen.
http://E.Goris@DeutscheWildierStiftung.de
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de
Criteria of this press release:
Biology, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Transfer of Science or Research
German

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