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11/25/2008 10:41

DMP Brustkrebs: Aktuelle Leitlinien zeigen Änderungsbedarf auf

Dr. Anna-Sabine Ernst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

    IQWiG publiziert Abschlussbericht zu Update-Recherche / Aspekt Antikörpertherapie stärker berücksichtigen

    Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 25. November 2008 die Ergebnisse einer Update-Recherche evidenzbasierter Leitlinien zu Brustkrebs vorgelegt. Ziel des Berichts ist es, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Kernempfehlungen zu identifizieren, die für die geplante Überarbeitung des Disease-Management-Programms (DMP) Brustkrebs von Bedeutung sein könnten. Demnach stehen die Aussagen des DMP zwar nicht in Widerspruch zu aktuellen Leitlinien. Allerdings erscheint das DMP ergänzungsbedürftig, da einzelne Neuerungen insbesondere bei der Antikörpertherapie dort noch nicht berücksichtigt sind.

    Evidenz ausführlich dokumentiert

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) haben die Wissenschaftler systematisch nach neuen Leitlinien gesucht, deren methodische Qualität bewertet und daraus relevante Empfehlungen zusammengestellt. Sie umfassen die Aspekte Diagnose, Therapie, Nachsorge und Rehabilitation ebenso wie psychosoziale Betreuung und Patientinneninformation. Zudem dokumentiert der Bericht die in den Leitlinien genannten wissenschaftlichen Belege für diese Empfehlungen. Überprüft wurde die Evidenz allerdings nicht. Darin unterscheiden sich die Leitlinienbewertungen von den Nutzenbewertungen des Instituts.

    Keine Widersprüche zwischen DMP und aktuellen Empfehlungen

    Eingeschlossen wurden insgesamt 23 hochwertige Leitlinien, die Empfehlungen zur Behandlung von Brustkrebs enthalten. Wie die Auswertung ergab, stimmen die Empfehlungen mit den Vorgaben des DMP weitgehend überein. Die Wissenschaftler fanden aber einige Neuerungen, die es erforderlich machen, über eine Modifikation des DMP zu beraten. Dies betrifft insbesondere die Empfehlungen zur Antikörpertherapie mit Trastuzumab als generelle Indikation bei bestimmten Formen des Mammakarzinoms. Der Wirkstoff war erst nach der letzten Überarbeitung des DMP Brustkrebs zur adjuvanten Therapie in Deutschland zugelassen worden.

    Zudem behandeln die aktuellen Leitlinien eine ganze Reihe von Versorgungsaspekten zur Diagnostik, operativen Therapie, Strahlentherapie, Systemtherapie sowie psychosozialer Betreuung und Nachsorge detaillierter, als das im DMP der Fall ist. Möglichen Ergänzungs- und Spezifizierungsbedarf sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise im gesamten Bereich der Systemtherapie. Im Unterschied zum DMP werden in den Leitlinien bei der endokrinen Therapie und der Chemotherapie einzelne Substanzen und Therapieregimes benannt.

    Einige Leitlinien empfehlen außerdem den Einsatz von "Breast Care Nurses", also von speziell ausgebildeten Pflegeexpertinnen oder -experten für Brusterkrankungen.

    Zum Ablauf der Berichtserstellung

    Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG Ende April 2008 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Da die eingegangenen schriftlichen Stellungnahmen keine unklaren Aspekte enthielten und keine Fragen offen blieben, verzichtete das Institut auf eine mündliche Erörterung. Nach dem Ende des Anhörungsverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht Ende September 2008 an den Auftraggeber versandt. Eine Dokumentation der schriftlichen Stellungnahmen wird in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert.


    More information:

    http://www.iqwig.de


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Research results
    German


     

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