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11/27/2008 15:09

Forschung ermöglichen

Dr. Elisabeth Zuber-Knost Stabsabteilung Presse, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

    Universitätsgesellschaft fördert Projekte zu Biogas und zur Berechnung des Körperfettanteils

    Mit circa 100.000 Euro unterstützt die Karlsruher Universitätsgesellschaft (KUG) im Jahr 2009 mehrere Projekte verschiedener Fachrichtungen an der Fridericiana. Die KUG als wichtigster Förderverein der Universität ist seit 90 Jahren erfolgreich tätig. "Wir sind bestrebt, eine enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis zu schaffen und springen vor allem dort ein, wo es keine Aussicht auf öffentliche Mittel gibt, betont der Vorsitzende des KUG-Vorstandes, Ehrensenator Horst Marschall. "Auch für eine exzellente Universität ist Fordern und Fördern ein empfehlenswertes Prinzip", ergänzt Professor Fritz Hartmann Frimmel, der stellvertretende Vorsitzende.

    So ermöglicht die KUG der Privatdozentin Dr. Claudia Gallert vom Institut für Ingenieurbiologie und Biotechnologie des Abwassers die Anschaffung eines Mini-Biogasreaktors. "Mit diesem sogenannten Eudiometer können wir auch kleine Biogasmengen sehr genau bestimmen", so die Wissenschaftlerin. Biogas ist ein Gemisch aus Kohlendioxid und Methan und entsteht beim anaeroben Abbau von organischen Materialien unter Luftausschluss. Doch nur der Methangehalt ist die entscheidende Größe bei der Nutzung von Biogas als erneuerbarem Energieträger, der sich entweder direkt in einem Gasmotor oder über den Umweg der Verbrennung in einem Dampfmotor zur Stromerzeugung und Nutzung der Abwärme verwenden lässt. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Erdöl, Erdgas oder Kohle entsteht bei der Verbrennung von Methan kein klimarelevantes Kohlendioxid, da das Biogas quasi als Abfallprodukt beim anaeroben Abbau von pflanzlicher Biomasse entsteht.

    Die technische Methangas-Produktion ist der Natur abgeschaut, denn auch in Sümpfen, nassen Reisfeldern oder im Pansen von Wiederkäuern ensteht Methan, das jedoch ungenutzt in die Atmosphäre entweicht und dort zum Treibhaus-Effekt beiträgt. Die Biogas- bzw. Methanausbeute sei ein wichtiger ökonomischer Faktor, der die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage maßgeblich beeinflusse, so Gallert. Effektive und aussagefähige Untersuchungen zur Biogasausbeute für unterschiedliche Substrate und technische Randbedingungen sind daher dringend notwendig.

    Ein weiteres Projekt, das die KUG fördert, hat sich die Entwicklung neuer Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung zum Ziel gesetzt. Ein populärer Indikator für eine Beurteilung der Körperzusammensetzung ist gegenwärtig der Body Mass Index (BMI). "Der BMI ist in der Praxis durchaus kritisch zu bewerten", so Prof. Klaus Bös und Dr. Alexander Stahn vom Institut für Sport und Sportwissenschaft. Der Grund liege darin, dass der BMI lediglich eine Maßzahl aus Körpergewicht und -größe darstelle. Dabei blieben die tatsächlichen Verhältnisse von Fettmasse und fettfreier Masse unberücksichtigt. Eine Veränderung der Körperzusammensetzung durch körperliche Aktivität und neue Ernährungsgewohnheiten könnten deshalb mittels des BMI nicht zuverlässig bestimmt werden, so die Wissenschaftler.

    Die Densitometrie erlaubt eine Berechnung des Körperfettanteils. Die Bestimmung der Körperdichte erfolgt jedoch bislang in speziellen Tauchbecken, in denen nach maximaler Ausatmung das Körpergewicht unter Wasser gemessen wird. Obwohl es bei diesem als Hydrodensitometrie bezeichneten Verfahren um eine sichere und vergleichsweise genaue Bestimmungsmöglichkeit handelt, ist es aufgrund der benötigten Untersuchungszeit sowie der Wiegung unter Wasser nicht für alle Personen- und Altersgruppen gleichermaßen geeignet.

    Die Unterstützung der KUG ermöglicht dem Institut für Sport und Sportwissenschaft nun die Anschaffung einer Weiterentwicklung der Hydrodensitometrie, die die Bestimmung des Körpervolumens im Trockenen erlaubt. Die Wissenschaftler beabsichtigen, mit der neuen Anschaffung die physiologische Leistungsdiagnostik des Instituts systematisch auszudehnen. Zum anderen geht es darum, ein Body Composition Lab aufzubauen, das sich sowohl mit Fragen der Genauigkeit und Relevanz des BMI auseinandersetzt als auch die Untersuchung der Körperzusammensetzung in Quer- und Längsschnittstudien kompetent begleitet.

    Weitere Informationen:
    Monika Landgraf
    Pressestelle
    Telefon: 0721/608-8126
    E-Mail: Monika.Landgraf@verwaltung.uni-karlsruhe.de

    Diese Presseinformation ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
    http://www.presse.uni-karlsruhe.de


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    regional
    Advanced scientific education, Research projects
    German


     

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