Wie die Deutschen heute babbeln, schwätzen oder reden, analysieren Linguisten im Projekt Regionalsprache.de, das seit 2008 im Akademienprogramm gefördert wird. Wir stellen es Ihnen in der aktuellen Ausgabe von "Aus den Akademien" vor. Weitere Themen reichen von "Evolution in Natur, Technik und Kultur" über die Rahmenbedingungen der deutschen Hochschulen bis hin zum 250-jährigen Jubiläum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Vormerken können Sie sich außerdem den 27. Mai 2009: Dann laden Sie die Wissenschaftsakademien an ihrem gemeinsamen Akademientag dazu ein, sich "In den Netzen der Sprache" zu verfangen.
Es scheint paradox: Während allerorten von Globalisierung die Rede ist und der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache beklagt wird, hinterlassen die fremden Vokabeln und Satzstrukturen doch nur einen oberflächlichen Eindruck. Viel prägender dagegen sind die 15 Regionalsprachen des Deutschen. Schleichend und beinahe unbemerkt haben sie sich im Laufe des letzten Jahrhunderts aus den alten Ortsdialekten entwickelt. Sie stiften Identität und sorgen dafür, dass wir im Alltag fast alles sprechen - außer Hochdeutsch. Wie dieser gewaltige Sprachwandel im Spannungsgefüge zwischen Dialekt und Standardsprache vonstatten geht, analysieren Linguisten im Projekt Regionalsprache.de, das seit 2008 im Akademienprogramm gefördert wird. Mehr dazu können Sie in der aktuellen Ausgabe von "Aus den Akademien" lesen.
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Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe:
Wir können alles. Außer Hochdeutsch
MARBURG. Der Dialekt stirbt, lautet die vorherrschende Ansicht nicht nur linguistischer Laien, sondern auch der Sprachwissenschaft. Er werde immer weiter vom Hochdeutschen verdrängt und schließlich ganz verschwinden. Aktuelle Forschungen zeigen jedoch, dass es sich hier um eine Fehlprognose handelt: In vielen Regionen stirbt der Dialekt nicht, sondern verändert sich rasant. Zudem spricht kaum ein Deutscher lupenreines Hochdeutsch, sondern vielmehr eine regional gefärbte Annäherung an die Standardsprache. Der Fachterminus hierfür ist Regiolekt. Er verrät durch Aussprache, Sprachmelodie, Lexik und Grammatik die Herkunft eines Menschen, schafft Identität - und unterliegt einem ständigen Wandel. Diese Dynamik untersucht das Projekt Regionalsprache.de (REDE), das 2008 ins Akademienprogramm aufgenommen wurde. Bis 2026 wird nun die Marburger Arbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, mit jährlich knapp 800.000 Euro gefördert.
Lost in Translation
MARBURG. Maschinen sollen das Leben einfacher und effizienter machen - doch sobald man mit seinem Navigationsgerät kommunizieren will, sich von der Bahn eine telefonische Fahrplanauskunft erhofft oder mit einem modernen Diktiersystem Zeit sparen möchte, fangen die Probleme an: Die regionale Färbung unserer Umgangssprache kommt uns in die Quere, die Maschine versteht nur die Hälfte. Abhilfe könnte unter anderem eine genaue Analyse der derzeit gesprochenen Regiolekte bieten. Ein Gespräch mit dem Projektleiter von Regionalsprache.de (REDE), Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt.
Wissenswelten - 250 Jahre Bayerische Akademie der Wissenschaften
MÜNCHEN. "Wissenswelten" - unter diesem Motto feiert die Bayerische Akademie der Wissenschaften 2009 ihr 250-jähriges Bestehen und lädt gleichzeitig dazu ein, die weit gespannten Wissenswelten unter dem Dach der Akademie zu erkunden: in Vergangenheit und Gegenwart, in den Geistes- und Naturwissenschaften, in ihrem Haus im Zentrum der Stadt und an anderen Orten Münchens.
Jahresthema 2009 / 2010: Evolution in Natur, Technik und Kultur
Fotowettbewerb "Evolution im Augenblick" - Einsendungen noch möglich
BERLIN. Dass 2009 ganz im Zeichen von Charles Robert Darwin stehen wird, ist gewiss: Am 12. Februar 2009 jährt sich der Geburtstag des bedeutenden Naturwissenschaftlers zum 200. Mal. Dieses Jubiläum nimmt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften zum Anlass, sich bei ihrem Jahresthema 2009 / 2010 der Evolution in Natur, Technik und Kultur zu widmen. Sie geht dabei jedoch über den biologischen Aspekt der Evolutionstheorie weit hinaus und will vor allem auch kulturelle Fragestellungen in den Mittelpunkt rücken. Erstmalig lädt sie außerdem unter dem Motto "Evolution im Augenblick" junge Fotografen bis 30 Jahre zu einem Wettbewerb ein. Einsendungen sind noch bis zum 31. Dezember 2008 möglich.
Akademientag 2009: In den Netzen der Sprache
Zentrale Gemeinschaftsveranstaltung der Akademien der Wissenschaften am 27. Mai 2009
BERLIN. Ob wir virtuos mit ihr umgehen können oder nachlässig sind, ob wir ihre Schönheit schätzen oder ihre Unzulänglichkeiten beklagen - die Sprache prägt unser Denken und Fühlen, wir sind unentrinnbar in ihren Netzen verstrickt. Wie sehr Sprache unsere Vorstellung von der Welt, die Vermittlung von Bildung und Wissen sowie die Verständigung der Menschen untereinander bestimmt, wollen die acht in der Akademienunion versammelten Wissenschaftsakademien am 27. Mai 2009 zeigen. An ihrem Akademientag 2009 laden sie Schüler, Lehrer und weitere Wissbegierige zu Vorträgen, Diskussionen, Demonstrationen zum Mitmachen, Ausstellungen und einem Schülerwettbewerb in das Gebäude der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein; abends wird der Tag zusammen mit geladenen Gästen feierlich ausklingen.
Zwänge und Zukunftsperspektiven der deutschen Universitäten
Auftakt des neu gegründeten Journals "Denkströme" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
LEIPZIG. Seit Mitte November 2008 ist das neu gegründete Journal "Denkströme" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit seinem ersten Heft unter www.denkstroeme.de online abrufbar. Es soll künftig zweimal jährlich sowohl als Open Access-Ausgabe als auch in einer Druckauflage beim Leipziger Universitätsverlag erscheinen. Die Druckausgabe des ersten Heftes, das sich mit der Lage der deutschen Hochschulen auseinandersetzt, wird voraussichtlich Mitte Dezember erhältlich sein.
Ihre Ansprechpartnerin
Myriam Hönig, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Büro Berlin, Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin. Tel.: 030 / 325 98 73 70, E-Mail: hoenig@akademienunion-berlin.de. Internet: www.akademienunion.de
Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Sie fördert die Kommunikation zwischen den Akademien, betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Veranstaltungen über aktuelle Probleme der Wissenschaft. Die Akademienunion kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen.
Criteria of this press release:
Biology, History / archaeology, Language / literature, Philosophy / ethics, Social studies
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Research results
German

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