idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
12/17/2008 10:12

Theaterwissenschaftler der RUB veröffentlichen "Schauplatz Ruhr"

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Viel Theater gemacht
    Jahrbuch würdigt herausragende Inszenierungen im Ruhrgebiet

    Die Kohle und die Schwerindustrie prägten einst das Ruhrgebiet und hinterließen ihm seine Industriedenkmäler - von der Maschinenhalle bis zur Kokerei. Die Arbeiter haben die Hallen längst verlassen, die Orte aber sind noch sehr lebendig. Die Kultur hat Einzug gehalten; Tanz, Musik, Theater und Literatur werden gezeigt. Das diesjährige Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet legt darum seinen Fokus auf "Industriekathedralen" - hinterfragt diesen Begriff aber zugleich.

    Das Institut der Theaterwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum dokumentiert in Schauplatz Ruhr zudem die RuhrTriennale 2008 und viele weitere herausragende Inszenierungen an den Spielorten des Ruhrgebiets.

    Die RuhrTriennale im Blickpunkt

    Das Ruhrgebiet ist eine der lebendigsten Theaterlandschaften Europas. Noch nicht überall auf der Welt wird das aber auch so wahrgenommen. Das Jahrbuch des Theaters im Ruhrgebiet will das ändern - scheut sich aber dennoch nicht davor, die hiesige Kulturpolitik kritisch unter die Lupe zu nehmen. Im Schwerpunktteil von Schauplatz Ruhr zu den "Industriekathedralen" werden die Geschichte, Bedeutung und Chancen der RuhrTriennale erklärt, deren Kulisse ehemalige Fabriken und Kokereien bilden. Aber auch die Aufführungen der RuhrTriennale 2008 werden berücksichtigt, darunter Christoph Schlingensiefs Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir.

    Kathedralen der Arbeit?

    Doch der Begriff "Industriekathedralen" soll in Schauplatz Ruhr nicht einfach bedenkenlos dargestellt werden. Prof. Guido Hiss (Institut für Theaterwissenschaften, RUB) kritisiert in seinem Aufsatz "Mythos Ruhr?" Tendenzen der Kulturpolitik, Baudenkmäler des Ruhrgebiets zu Industriekathedralen emporzuheben und damit einen künstlichen Mythos zu schaffen. Erwogen werden Chancen und Grenzen dieses Projekts der regionalen Identitätsstiftung ("Kulturmetropole Ruhr"), die Arbeit der RuhrTriennale wird in diesem Zusammenhang beleuchtet.

    Herausragendes Theater und Sorgen hinter den Kulissen

    Beweise für die florierende Theaterlandschaft im Ruhrgebiet liefern die Autoren des Jahrbuchs auch abseits der RuhrTriennale zuhauf - mit Berichten von hervorragenden Inszenierungen vom Aalto-Theater bis zum PACT Zollverein, vom Theater Oberhausen bis hin zum Schauspielhaus Bochum. Streifzüge durch die Landschaft des Freien Theaters in Nordrhein-Westfalen und ein Bericht über das "Figurentheater der Nationen" - ein Festival des Figurentheaters - ergänzen das Bild. Schauplatz Ruhr geht im Rückblick auf das Jahr 2008 auch auf das ein, was hinter der Bühne passiert ist. So erfährt der Leser aus dem Gespräch mit Peter Carp - dem neuen Intendanten in Oberhausen - wie sehr man dort mit den Sparplänen der Politik zu kämpfen hat. Interviews mit den Regisseuren Anna Viebrock und Alain Platel geben spannende Einblicke in ihre Theaterarbeit.

    Die Autoren

    Ganz bewusst lässt das Institut für Theaterwissenschaften an der RUB in Schauplatz Ruhr junge Autoren zum Zug kommen; darunter viele Studierende der Theaterwissenschaften. Eine jüngere, anders wertende und gewichtende Generation nimmt damit ihren Platz in der Theaterwelt ein.

    Titelaufnahme

    Schauplatz Ruhr - Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet 2008, herausgegeben vom Institut für Theaterwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Verlag: Theater der Zeit 2008, broschiert, 112 Seiten, 8,00 Euro, ISBN: 978-3-940737-16-8

    Weitere Informationen

    Institut für Theaterwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Guido Hiß: 0234/32-26164; Prof. Ulrike Haß: 0234/32-26701, Homepage: http://www.ruhr-uni-bochum.de/theater, http://www.schauplatzruhr.de

    Redaktion: Sarah Ziegler


    More information:

    http://www.ruhr-uni-bochum.de/theater - Institutshomepage
    http://www.schauplatzruhr.de - Projekthomepage


    Images

    Criteria of this press release:
    Music / theatre
    transregional, national
    Scientific Publications
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).