An der Universität Erfurt entsteht ein "Theologisches Forschungskolleg"
Durch vielfältige Forschungen zu Fragen von Religion hat sich die Universität Erfurt in den vergangenen Jahren einen guten Namen gemacht. Das Renommee der in Erfurt durchgeführten Untersuchungen und Studien zeigt sich auch daran, dass eine Reihe von Projekten durch eingeworbene Forschungsmittel finanziert wird. Jetzt kann die Universität Erfurt einen weiteren Erfolg vermelden: Im Laufe des Jahres wird ein "Theologisches Forschungskolleg an der Universität Erfurt" seine Arbeit aufnehmen. Es wird aus Drittmitteln finanziert, für den Aufbau innerhalb der nächsten drei Jahre stehen 735.000 € zur Verfügung. Eingeworben hat die Mittel Professor Dr. Benedikt Kranemann, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Universitätspräsident Professor Dr. Kai Brodersen freut sich: "Für die theologische Forschung in Deutschland ist ein solches Kolleg etwas Neues. Diese neue Forschungseinrichtung wird sowohl Doktoranden als auch Fellows, also bereits etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland Möglichkeiten zum Forschen in Erfurt bieten."
"Das Forschungskolleg wird sich der Situation und Entwicklung des Christentums in Minderheits- oder Diasporasituationen zuwenden", berichtet Professor Kranemann. "Bei der inhaltlichen Schwerpunktsetzung hat die Lage der Kirche in Ost- und Mitteldeutschland mit ihren Problemen wie Chancen vor Augen gestanden. Insgesamt befindet sich in Westeuropa die katholische Kirche wie viele religiöse Institutionen und letztlich alle christlichen Kirchen im Umbruch. Das Forschungskolleg soll Bestandsaufnahmen vornehmen, nach kirchlichen Konzepten und Zukunftsstrategien fragen, die religiöse Praxis und Rolle von Individuen untersuchen, das Verhältnis zwischen säkularer Gesellschaft und religiöser Minorität beleuchten. Glaube und Kirche, religiöses Individuum und Religionsgemeinschaft in den säkularisierten Gesellschaften sowie die im Hintergrund stehenden gesellschaftlich-religiösen Transformationsprozesse sollen erforscht werden." Im Blick ist neben der Gegenwart und Zukunftsentwürfen auch die Geschichte, denn auch hier begegnet man natürlich unterschiedlichen gesellschaftlichen Umbrüchen und tiefgreifenden Veränderungen mit erheblichen Konsequenzen für das religiöse Leben; auf diese haben Kirche und Theologie mit zum Teil überraschenden Antworten reagiert.
Das Kolleg wird einen ersten Schwerpunkt bei Liturgie und anderen christlichen Feierformen setzen, weil diese für die Kirche wie den einzelnen Gläubigen von besonderem Gewicht sind, aber auch in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit entsprechend wahrgenommen werden. Es wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen theologischen Disziplinen zahlreiche weitere Themenfelder angehen, die Kirche in der Minderheitssituation betreffen. Für die Arbeit im Kolleg wird eine enge Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen an der Universität angestrebt, insbesondere mit dem Interdisziplinären Forum Religion der Universität Erfurt.
"Das Forschungskolleg wird dazu beitragen, die theologische Forschung in Erfurt im Rahmen des Forschungsschwerpunktes 'Religion' weiter zu stärken", betont der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Josef Freitag. "Es ist außerdem ein wichtiger Beitrag, um die Forschungsaktivitäten der Fakultät auszubauen." Der Dekan ist besonders erfreut darüber, dass sich über solche Forschungsunternehmungen die Fakultät noch stärker in der theologischen Forschungslandschaft vernetzen kann.
Kontakt: Prof. Dr. Benedikt Kranemann Tel. 0361-737-2500
benedikt.kranemann@uni-erfurt.de
http://www.uni-erfurt.de/theol
Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt
Criteria of this press release:
Religion, Social studies
transregional, national
Research projects, Transfer of Science or Research
German

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