idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/03/2009 11:39

Unsichere Jobs und die Reaktionen des Körpers - Ulmer Uni-Institut erforscht Zusammenhänge

Willi Baur Pressestelle
Universität Ulm

    Nicht ohne politische Brisanz ist eine wissenschaftliche Studie, die jetzt am Institut für Epidemiologie der Universität Ulm angelaufen ist. Im Mittelpunkt dabei: Die Auswirkungen unsicherer Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit. "Ein Zusammenhang zwischen befristeten oder anderweitig unsicheren Jobs und schlechter psychischer wie körperlicher Verfassung besteht.

    Das ist inzwischen vielfach belegt", sagt Professor Richard Peter, derzeit kommissarischer Direktor des Instituts und Leiter der Untersuchung, "wir wollen nun in Zusammenarbeit mit der Universität Halle-Wittenberg den Ursachen auf die Spur kommen". Erste Ergebnisse der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie werden bis zum Spätherbst erwartet.
    Erzeugen unsichere Arbeitsbedingungen beruflichen Stress? Wirkt sich dieser Stress negativ auf das psychische und physische Wohlbefinden der Erwerbstätigen aus? Wie reagiert der Körper auf diese Rahmenbedingungen? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich die Wissenschaftler in den kommenden Monaten beschäftigen wollen. Basis des Projekts ist Professor Peter zufolge eine telefonische Umfrage bei zufällig ermittelten 25- bis 65-jährigen Erwerbstätigen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. "Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung und möglichst präzise Aussagen sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Studie", erklärt der Medizinsoziologe, der seit rund zwei Jahrzehnten Zusammenhänge zwischen Stressbelastungen im Beruf und Gesundheit erforscht.
    Nicht erfragt würden übrigens einzelne Erkrankungen. Im Vordergrund stünde vielmehr eine Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes, wichtig sei überdies die Beschreibung verschiedener Symptome, Niedergeschlagenheit etwa oder Energielosigkeit. "Selbstverständlich werden die Antworten anonym verarbeitet und die Vorgaben des Datenschutzes penibel beachtet", versichert der Wissenschaftler.
    Bewusst sei ihm auch das Spannungsfeld, in dem sich die Studie bewege. Schließlich habe die Wirtschaft vom Abbau weitgehend sicherer Arbeitsverhältnisse zu Gunsten zeitlich befristeter Anstellungen erheblich profitiert, in gewisser Weise ("besser ein befristeter Job als gar keiner") auch die Arbeitnehmer. "So boomte denn auch die Zeitarbeitsbranche wie kaum eine andere." Die Folgen indes für die Betroffenen seien dabei ziemlich außen vor geblieben, ebenso die volkswirtschaftlichen Belastungen resultierend aus den gesundheitlichen Auswirkungen.
    Unstrittig für Peter auch: "Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie den damit einhergehenden konjunkturellen Einbruch hat sich die Situation für diese Arbeitnehmer vermutlich noch verschärft." Das allerdings sei bei der Konzeption der Studie noch nicht abzusehen gewesen, berichtet der Ulmer Wissenschaftler, der sich bei seiner Arbeit auf die Erkenntnisse zahlreicher nationaler und internationaler Kooperationen stützen kann, ferner auf Ergebnisse eigener Forschungsaufenthalte unter anderem in Schweden und Kanada. "Hier hat uns die aktuelle Entwicklung überholt", so Professor Richard Peter, "zugleich ist das Gewicht unserer Studie noch gewachsen".

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Richard Peter, Tel. 0731/50-31061


    Images

    Professor Richard Peter (Uni Ulm): Studie nicht ohne politische Brisanz
    Professor Richard Peter (Uni Ulm): Studie nicht ohne politische Brisanz
    Source: Uni Ulm


    Criteria of this press release:
    Medicine, Social studies
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Professor Richard Peter (Uni Ulm): Studie nicht ohne politische Brisanz


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).