BfN-Forschungsoffensive zum Verhältnis biologische Vielfalt und Klimawandel
Statutskonferenz präsentiert erste Ergebnisse aus 20 neuen Forschungsvorhaben
Bonn, 5. Februar 2009: Der bereits eingesetzte Klimawandel wird erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. Das Verhältnis von biologischer Vielfalt und Klimawandel stellt daher eines der wesentlichen Forschungsfelder des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) dar. Zurzeit betreut das BfN aktuell über 20 Forschungsvorhaben im Bereich "Biologische Vielfalt und Klimawandel".
Die an diesen Projekten beteiligten Institutionen untereinander zu vernetzen und den Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern war das Ziel einer Statuskonferenz, die vom 02. bis 04. Februar am BfN stattfand. Mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ca. 30 Einrichtungen der Wissenschaft, Verwaltung und Politik konnten sich dabei einen Überblick über die in den verschiedenen Arbeitsgruppen vorhandene Fachkompetenz und die Inhalte der Vorhaben verschaffen sowie ihre Ansätze im Kreis von Experten diskutieren. "Die Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität ist als eine interdisziplinäre Aufgabe zu verstehen. Es geht dabei nicht nur um naturwissenschaftliche Aspekte, sondern es sind etwa auch sozioökonomische Gesichtspunkte sowie vor allem die Frage nach den zugrunde liegenden Wertvorstellungen mit einzubeziehen", sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel zur Einführung in die Tagung. Eine den komplexen Problemlagen angemessene Forschung, die mit Blick auf die gesellschaftlichen Handlungserfordernisse natur- und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte integriert, stehe aber noch am Anfang. Diese Lücke will das BfN schließen helfen.
Ein nach wie vor wichtiger Bestandteil der neuen Forschungsoffensive sind grundlagenorientierte Projekte zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Natur und Landschaft z.B. auf Verbreitungsänderungen von Vogel- und Pflanzenarten oder zu neuen Anforderungen im Meeresnaturschutz. Andere Forschungsvorhaben untersuchen die Synergien und Konflikte, die sich zwischen den drei Handlungsfeldern Naturschutz, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel ergeben können und erarbeiten Lösungsansätze. Bereiche, die hierbei vertieft untersucht werden sind u. a. die verstärkte Nutzung von Bioenergie und Wasserkraft, aber auch die Folgen des Klimawandels für Waldbewirtschaftung und Hochwasserschutz sowie die Nutzung von Bundeswasserstraßen. Einige der Vorhaben schlagen dabei die Brücke zur Ökonomie und untersuchen anhand von Kosten-Nutzen-Analysen unter anderem den in Geldbeträgen ausgedrückten Wert des Beitrags des Naturschutzes zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel.
Weitere Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die Weiterentwicklung von Steuerungsinstrumenten und umsetzungsorientierten Ansätzen. So unterstützt ein Vorhaben die Entwicklung von Biosphärenreservaten zu Modellregionen für ein integriertes Energie-, Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept.
Absicht aller Beteiligten ist es, ihre laufenden Forschungen so zu vernetzen, dass fachübergreifend zuverlässigere Szenarien für die klimabedingten Veränderungen der Ökosysteme entwickelt werden können. Politikern und Planern sollen damit frühzeitig Handlungsoptionen zur Verfügung gestellt werden, um wirksamer auf die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Klimawandels reagieren zu können.
Criteria of this press release:
Environment / ecology, Oceanology / climate
transregional, national
Research results
German

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