Die Gesundheitsreform verlangt von den Ärzten, dass sie ihre Zeit effizient nutzen - während bei den Patienten mehr Eigenverantwortung gefragt ist. Ein neues System hilft dabei: Der Informationsassistent AMME unterstützt Ärzte und Patienten vom akuten Behandlungsprozess bis zur häuslichen Nachsorge. AMME ist auf der CeBIT vom 3. bis 8. März in Hannover in Halle 9, Stand B36 zu sehen.
Starke Rückenschmerzen können langwierig und unangenehm sein. Die klassische Behandlung kombiniert Physiotherapie, Krankengymnastik und Medikamente. Doch oft brechen Patienten die Behandlung vorschnell ab. Die Gründe: Behandlungsprozesse sind unzureichend organisiert, die Betroffenen schlecht eingebunden - sie wissen nicht genau, wie sie sich richtig verhalten sollen. An diesem Punkt setzt der Informationsassistent AMME an. "Mit AMME versorgen wir die Patienten bei langfristigen Therapien intensiv mit Informationen zum richtigen Verhalten und bieten so die Basis für einen nachhaltigen Erfolg", sagt Britta Schmitz vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST. "So werden die Prozesse optimiert, und die Kommunikation zwischen Patienten und medizinischem Personal verbessert." Die Forscher haben die Informationsplattform für die Krankenkasse BIG exemplarisch für Rückenpatienten entwickelt und stellen sie auf der Cebit erstmals der Öffentlichkeit vor.
AMME steht für "Ambient Medicine". Es bedeutet, dass sich das System intelligent dem jeweiligen Behandlungsschritt des Patienten anpassen kann. AMME wurde auf der Basis innovativer IT-Technologien entwickelt. Die Plattform besteht aus drei Teilen: docAMME steht beim Arzt, myAMME und homeAMME bei den Patienten. Über das Portal docAMME werden Behandlungsprozesse beim Arzt modelliert. Ändert der Arzt etwa einen vereinbarten Termin, wird dies dem Patienten über myAMME und homeAMME mitgeteilt. Auch wichtige Mitteilungen für die Behandlung kommen direkt zu den Patienten, zum Beispiel der Hinweis: "Bitte beachten Sie, dass sie nüchtern zu diesem Termin erscheinen müssen." Die qualitätsgesicherte Informationsversorgung stärkt die Arzt-Patienten-Verbindung. Auf Patientenseite sorgt der mobile Assistent "myAMME" für mehr Sicherheit, Transparenz und Eigenverantwortung. myAMME liefert den Patienten auf einem iPhone personalisierte Tipps sowie Informationen von der Krankenkasse. Das System erklärt den Patienten, welcher Behandlungsschritt als nächstes durchgeführt wird und warum dieser nötig ist. So wissen sie, wie sie sich im Alltag verhalten müssen, um ihren Heilungsprozess zu verbessern. Zudem können sie sich auf die anstehenden Untersuchungsschritte optimal vorbereiten, ohne jedes Mal extra zum Arzt gehen zu müssen.
Für die langfristige Genesung zu Hause sorgt gerade bei älteren Patienten der dritte Teil der Anwendung, "homeAMME". Das Portal stellt den Patienten auf dem Fernseher Übungsvideos, Protokollfunktionen über die eigene Aktivität, Erinnerung an Termine und Medikamenteneinnahmen oder Hilfe bei der Suche nach Physiotherapeuten zur Verfügung. Bei Rückenleiden beispielsweise sind bestimmte Übungen ein wesentlicher Therapiebaustein. Allerdings nur, wenn sie richtig ausgeführt werden. homeAMME liefert Videosequenzen zur Anleitung und Information rund um Rückenübungen sowie Tipps zum Umgang mit der Krankheit. Der junge Patient, der aufgrund seines Rückenleidens nach einem Sportunfall ambulant therapiert wird, erhält andere Informationen als der ältere Patient, der nach einer Hüftoperation mit Hilfe eines Rollators langsam wieder mobil wird. Auch Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen können ihre Programme hier anbieten.
Britta Schmitz
Telefon 0231 97677-160
Fax 0231 97677-199
britta.schmitz@isst.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Software- und Systemtechnik ISST
Emil-Figge-Straße 91
44227 Dortmund
Criteria of this press release:
Information technology, Medicine
transregional, national
Research results, Transfer of Science or Research
German

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