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02/18/2009 10:23

ZEIT-Stiftung vergibt Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2009

Rike von der Heide Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

    Unabhängige Medienarbeit in Russland und anderen Staaten Osteuropas ist gefährlich, Journalisten werden behindert, bedroht und - wie zuletzt Ende Januar 2009 mit Anastasija Baburowa in Moskau geschehen - auf offener Straße ermordet. Die ZEIT-Stiftung will Journalisten und Zeitungen ermutigen, ihre Berichterstattung unerschrocken fortzusetzen. In diesem Jahr vergibt die Hamburger ZEIT-Stiftung zusammen mit ihrer norwegischen Partnerstiftung Fritt Ord in Oslo sieben Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas im Umfang von insgesamt 130.000 €. Die Auszeichnung geht an drei Zeitungen und vier Journalisten aus Russland, Belarus, Georgien, Armenien und Aserbaidschan:

    Russland
    Der investigative Roman Shleynov arbeitet für die Novaya Gazeta, Moskau. Akribisch recherchiert er zur wachsenden Korruption und Undurchsichtigkeit staatlichen Handelns. Er wurde nominiert von Rosemary Armao, Professorin für Journalismus an der University at Albany, State University of New York, und von Drew Sullivan, The Journalism Development Group, Sarajewo. Roman Shleynov erhält 10.000 €.

    Zoya Svetova ist freie Journalistin in Moskau, sie arbeitet für die Novyje Izvestija, Dosh und das Eschednevnyj Journal. Ihr zentrales Thema ist die Willkür der Justiz und die Unmenschlichkeit des Strafvollzugs. Zoya Svetova wurde vorgeschlagen vom Norwegian Helsinki Committee und der Human Rights House Foundation, Oslo. Die Journalistin erhält 10.000 €.

    Belarus
    Novy Tschas, Minsk, ein oppositionelles publizistisch-literarisches und analytisches Blatt, wird von weißrussischen Printjournalisten und dem "Verein der Weißrussischen Schriftsteller" gemacht. Die Wochenzeitung erscheint in Weißrussisch, um den Lesern die sprachliche Dimension nationaler Identität zu vermitteln. Novy Tschas, nominiert von Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, Berlin, und der weißrussischen Nachrichtenagentur BelaPan, Minsk, erhält 30.000 €.

    Georgien
    Batumelebi
    Die Wochenzeitung Batumelebi erscheint seit 2001 in Batumi, der Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien. Sie hat sich von einer ursprünglich regionalen Zeitung zu einem angesehenen überregionalen Blatt entwickelt, dessen Unabhängigkeit hervorsticht. Es wurde vorgeschlagen von den EU-Kommissaren Benita Ferrero-Waldner und Günter Verheugen. Batumelebi erhält 30.000 €.

    Armenien
    Marianna Grigoryan ist freie Journalistin in Eriwan und vorwiegend für EurasiaNet tätig. Sie berichtet unvoreingenommen über innen- und umweltpolitische Themen. Sie besticht durch aufschlussreiche Interviews und kompetente, perspektivreiche Berichte aus erster Hand. Marianna Grigoryan wurde von dem armenischen Journalisten und Verleger Ruben Mangasaryan vorgeschlagen, sie erhält 10.000 €.

    Aserbaidschan
    Die 1989 gegründete Azadliq (Freiheit) ist die erste und älteste Tageszeitung des unabhängigen Aserbaidschan und eines der wichtigsten Oppositionsblätter des Landes. Sie sah sich zahlreichen Angriffen ausgesetzt - von vorübergehenden Verboten über polizeiliche Redaktionsdurchsuchungen, Einschüchterungsversuchen und tätlichen Angriffen auf Journalisten. Azadliq wurde nominiert vom Norwegian Helsinki Committee, Norwegian PEN, Human Rights House Foundation, Oslo. Azadliq erhält 30.000 €.

    Natiq Gavadli aus Baku arbeitet als Journalist der oppositionellen Zeitung Bizim Yol (Unser Weg), vor drei Jahren wurde er Opfer eines gewaltsamen Übergriffs, wurde entführt, geschlagen und mit gebrochenen Armen und Beinen außerhalb der Stadt aufgefunden. Seine scharfsinnigen und kritischen Analysen thematisieren Korruption und Menschenrechtsverletzungen. Natiq Gavadli, vorgeschlagen vom Norwegian Helsinki Committee, Norwegian PEN, Human Rights House Foundation, Oslo, und dem Journalisten Rauf Mirkadirov, Baku, erhält 10.000 €.

    "Wenn journalistische Arbeit bedroht wird, ist das ein Alarmzeichen für die Gesellschaft. Der Gerd Bucerius-Förderpreis will Journalisten in Osteuropa ermutigen und in ihrer unabhängigen Berichterstattung auszeichnen", so Dr. Markus Baumanns, geschäftsführendes Vorstandmitglied der ZEIT-Stiftung. "Die Pressefreiheit ist der Kern einer freien Gesellschaft, unabhängige Medien und Journalisten sind unverzichtbar für die gesellschaftliche Entwicklung und die Information der Bürger. Wir wollen mit dazu beitragen, dass Medien und Journalisten möglichst ungehindert und unabhängig berichten können."

    Die Preise werden am 3. Juni 2009 im Nobel-Institut in Oslo verliehen.

    Die Auswahl traf eine unabhängige Jury aus insgesamt 46 Vorschlägen. Der international zusammengesetzten Jury gehören an: Gro Holm (Oslo), Vibeke von Sperling (Kopenhagen), Dr. Falk Bomsdorf (Moskau), Prof. Dr. Jo Groebel (Berlin), Michael Thuman (Istanbul), Dr. Theo Sommer (Hamburg), Dr. Markus Wehner (Berlin) und Dr. Hans-Georg Wieck (Berlin).

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 040/41 33 68 70, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de

    Die ZEIT-Stiftung verleiht den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas seit dem Jahr 2000 an jene, die in den Transformationsstaaten Osteuropas publizistisch für eine freie Presse, das freie Wort und die liberale Bürgergesellschaft eintreten. Seit 2004 vergibt die Stiftung den Pressepreis zusammen mit der norwegischen Institusjonen Fritt Ord, Oslo.


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    interdisciplinary
    transregional, national
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