Die amerikanische MDS Foundation, eine Stiftung, deren Ziel die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) (X) ist, hat die Klinik I für Innere Medizin (Direktor: Prof. Dr. M. Hallek) der Uniklinik Köln als Center of Excellence (Exzellenzzentrum) anerkannt. Diese Auszeichnung wird von der in New York ansässigen Stiftung an Institutionen verliehen, welche die höchsten Standards bei der Erforschung, Diagnostik und Behandlung von MDS erfüllen.
Hierzu zählt, dass die betreffende Klinik über eine anerkannte Expertise auf dem Gebiet der mikroskopischen Diagnostik besitzt, genetische Analysen verfügbar sind und ein aktives Forschungsprogramm zu MDS inklusive klinischer Studien existiert. Mit Prof. M. Hallek freut sich der Initiator des Anerkennungsverfahrens, Oberarzt Priv.-Doz. Dr. K.-A. Kreuzer, der an der Klinik I für Innere Medizin für die Behandlung von MDS-Patienten verantwortlich ist. Ein MDS kann in jedem Alter auftreten, vorwiegend sind jedoch Personen über 60 Jahre betroffen. Die MDS gehören zu den häufigsten bösartigen Bluterkrankungen älterer Menschen und werden im Alter über 70 Jahre bei 20-50 von 100.000 Einwohnern pro Jahr diagnostiziert. In Deutschland zählt man aktuell rund 5000 Erkrankte. Die Ursachen sind weitgehend unklar, allerdings entstehen MDS häufig nach einer Chemo- oder Strahlentherapie.
MDS haben ihren Ursprung im Knochenmark. Die dort ansässigen Zellen der Blutbildung sind bei MDS geschädigt und produzieren krankhafte Blutzellen (weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen), die entweder mengenmäßig stark reduziert sind und/oder ihre normalen Funktionen nicht mehr ausüben können. Hieraus resultieren eine gefährlich erhöhte Infektanfälligkeit, ein stark vermindertes allgemeines Leistungsvermögen sowie ein erheblich gesteigertes Blutungsrisiko. In ? bis ? der Fälle entwickelt sich aus der komplexen Grunderkrankung eine Leukämie.
Je nach Alter und Begleiterkrankungen kommen rein lindernde Behandlungen, aggressive Chemotherapien oder aber die Stammzelltransplantation als Therapie in Betracht.
An der Klinik I für Innere Medizin werden Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen behandelt. Für MDS-Patienten existiert eine eigene Spezialsprechstunde, die stark in Anspruch genommen wird. Ferner wird die Klinik häufig mit der Überprüfung oder Komplettierung der genauen Diagnose beauftragt, welches bei MDS schwierig und wichtig zugleich ist. Neben der Durchführung von Standardtherapien besteht die Möglichkeit, Patienten in klinische Studien mit bewährten oder neuen Wirkstoffen einzuschließen. Die Klinik I für Innere Medizin ist an das Deutsche MDS-Register angeschlossen, einem Verbund von klinischen Einrichtungen, der sich um eine Vereinheitlichung der Versorgung und der Dokumentation von MDS-Patienten sowie um die Erleichterung wissenschaftlicher Untersuchung bei diesen Erkrankungen bemüht.
(X):Unter dem Begriff Myelodysplastische Syndrome (MDS) wird eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks zusammengefasst, bei denen die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen ausgeht (Myelon (gr.) = Mark, Dysplasie (gr.) = Fehlbildung). Folge ist eine gestörte Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), zum Teil auch der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). In Erscheinung tritt die Erkrankung durch eine Blutarmut (Anämie), sowie eine erhöhte Blutungsanfälligkeit und Infektionen.
Für Rückfragen:
Priv.-Doz. Dr. Karl-Anton Kreuzer
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln
Tel.: 0221 478-4486
Fax: 0221 478-3795
karl-anton.kreuzer@uni-koeln.de
Sina Vogt
Leiterin Stabsabteilung Kommunikation
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478- 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Research projects
German

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