Vor der morgigen Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) debattierte die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die bisher bekannt gewordenen Pläne.
"Die HRK erwartet, dass sich vor allem die Länder über den Hochschulpakt II einigen. Für eine verbindliche Einigung der GWK und der Ministerpräsidentenkonferenz ist es höchste Zeit", sagte HRK-Präsidentin Professor Dr. Margret Wintermantel in Anschluss.
"Die geplante Erhöhung der Mittel pro Studienanfänger ist zwar erfreulich, bleibt aber mit 6.500 Euro hinter den tatsächlichen Durchschnittskosten von 7.300 Euro zurück. Dieses Defizit müssen die Länder durch zusätzliche Mittel individuell ausgleichen. Unterfinanzierte Studienplätze können wir uns nicht leisten: wir brauchen gut ausgebildete junge Leute vor allem in den - teureren - Ingenieur- und Naturwissenschaften.
Die sich abzeichnenden Sonderregelungen für einige Länder, also die Pauschale für die ostdeutschen Länder zur Aufrechterhaltung der Studienkapazitäten als auch die Absenkung der Referenzlinien bei den Stadtstaaten, deren Studienanfängerzahl die Zahl der eigenen Hochschulzugangsberechtigten deutlich übersteigt, sind nur zu akzeptieren, wenn die Mittel pro zusätzlichem Studienanfänger sonst insgesamt sinken, wie es im Hochschulpakt I der Fall war. Die Leitlinie muss sein: Wenn einzelne Länder aufgrund von Sonderregelungen mehr Mittel erhalten, muss die Gesamtsumme des Programms entsprechend steigen.
Die HRK erwartet, dass damit das Konzept "Geld folgt Studierenden" nicht weiter verfolgt wird. Es wäre für die der Lehre und Forschung verpflichteten Universitäten und Fachhochschulen unangemessen, ihre Finanzierung überwiegend auf die Lehraufgabe abzustellen.
Im Übrigen bleibt ein großes Manko des Hochschulpakts: Die um 15 Prozent erhöhte Lehrkapazität aufgrund der Bologna-Reform und anteilige Investitionen für z. B. Seminarräume und Hörsäle werden ignoriert."
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy
German

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