Carl Djerassi, Professor an der Stanford University und einer der höchstausgezeichneten Chemiker weltweit, hat heute, am Donnerstag, dem 23. April 2009, die Ehrendoktorwürde der Fakultät Kulturwissenschaften der Technischen Universität Dortmund erhalten. In seiner Laudatio würdigte Hans Ulrich Gumbrecht, Professor für Komparatistik an der Stanford University, insbesondere Djerassis Wirken als Schriftsteller und Autor von Lyrik, Kurzgeschichten, Romanen und Theaterstücken.
Der 1923 in Wien geborene prominente Wissenschaftler ist zwar vor allem als "Vater der Anti-Baby-Pille" bekannt, seit rund 20 Jahren konzentriert er sich aber in einer zweiten, ebenfalls höchst erfolgreichen Karriere auf seine literarische Tätigkeit. Sein wissenschaftliches Werk fand unter anderem durch 20 Ehrendoktorate internationale Anerkennung. Der Dortmunder Ehrendoktortitel für Djerassi ist dennoch eine Besonderheit: Er ist der erste für sein literarisches Werk und sein erster von einer deutschsprachigen Universität.
Djerassis literarisches Werk - sowohl Drama wie Prosa - befasst sich unter dem von Djerassi entwickelten Stichwort "Science-in-Fiction" mit der Welt der Wissenschaft als "Stammeskultur" und den Wissenschaftlern als Mitglieder dieser Kultur. Damit sprechen seine Werke, insbesondere was die Repräsentation von Wissenschaft und Wissenschaftlern bzw. die kulturelle Gebundenheit von Wissenschaft angeht, ein zentrales Moment hinsichtlich der Verbindung von Mensch und Technik an.
Der Dortmunder Fakultät Kulturwissenschaften und der Technischen Universität Dortmund ist Carl Djerassi seit Mitte der 90er Jahre verbunden. Er hat Dortmund mehrmals besucht, hier vorgetragen und auch in einzelnen Lehrveranstaltungen unterrichtet; daneben stand er den Studierenden auch in Videokonferenzen und in Chats zur Verfügung. Es sind mehrere Staatsexamensarbeiten zu Djerassi entstanden. Auch die erste Dissertation zu seinem literarischem Werk wurde von dem Dortmunder Amerikanisten Prof. Walter Grünzweig betreut.
Im Umfeld der Verleihung des Ehrendoktorats findet am 24. und 25. April ein zweitägiges Symposium zum literarischen Werk Carl Djerassis statt. Zusätzlich wird am 24. April (19.00) sein Theaterstück TABOOS im Theater im Depot in der Dortmunder Nordstadt in einer zweisprachigen Version aufgeführt. Eine Ausstellung mit Arbeiten der österreichischen Künstlerin Gabriele Seethaler zu Werken Djerassis wird unter dem Titel "Four Jews on Parnassus: A Photographic Dialogue" - ebenfalls ab dem 24. April - im Chaudoire Pavillion auf dem Campus Süd der TU Dortmund gezeigt.
Carl Djerassi erhielt 1973 die National Medal of Science für die erste Synthese eines steroidalen oralen Kontrazeptivums (der "Pille"), 1991 die National Medal of Technology für die Entwicklung neuer Methoden zur Insektenbekämpfung. Für seine Forschungstätigkeit wurde er mit zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen geehrt. Darüber hinaus erhielt er 1999 das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst", 2001 den "Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für Schriftsteller", 2002 die "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold", 2003 das "Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland" sowie die "Erasmus Medaille" der Academia Europeae, 2004 die Gold Medaille des American Institute of Chemists und 2005 den "Premio letterario Serono" (Rome) sowie die "Lichtenberg-Medaille" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Im Jahr 2005 erschien eine österreichische Briefmarke mit Djerassis Bild.
Prof. Hans Ulrich Gumbrecht, TU-Rektorin Prof. Ursula Gather, Prof. Horst Pöttker, Dekan der Fakultä ...
Criteria of this press release:
Chemistry, Language / literature, Music / theatre
transregional, national
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German

Prof. Hans Ulrich Gumbrecht, TU-Rektorin Prof. Ursula Gather, Prof. Horst Pöttker, Dekan der Fakultä ...
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