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04/27/2009 10:54

Neue SATW Publikation: Biotreibstoffe können nur Nischenfunktion übernehmen

Dr. Béatrice Miller Pressestelle
Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften

    Biotreibstoffe zu fördern ist sinnvoll, wenn diese eine positive Nettoenergiebilanz aufweisen, die Treibhausgasbilanz entlasten und verschiedene Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Allerdings können Biotreibstoffe in der künftigen Energieversorgung höchstens eine Nischenfunktion einnehmen. Dies geht aus der neuen SATW Publikation "Biotreibstoffe - Chancen und Grenzen" hervor. Die Autoren der Publikation diskutieren dieses Thema mit Fachleuten und dem Publikum am 2. Mai 2009 im Wissenschaftscafé des Basecamp09.

    Alternative Energieträger werden heute aus verschiedenen Gründen intensiv diskutiert. Zu ihnen gehören auch die Biotreibstoffe. Ob und in welchem Mass sie gefördert werden sollen, ist umstritten, sind doch viele Fragen bezüglich Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit, Ökologie und sozialer Verträglichkeit noch ungeklärt. Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat eine Orientierungshilfe mit Empfehlungen in Form einer zwölfseitigen Publikation herausgegeben. Diese ist allgemein verständlich gehalten und richtet sich an ein interessiertes Publikum.

    Organische Abfälle - wertvolle Rohstoffe

    In der Schweiz hergestellte Biotreibstoffe können in der künftigen Energieversorgung höchstens eine Nischenfunktion übernehmen. Die SATW empfiehlt, Biotreibstoffe in unserem Land ausschliesslich aus organischen Abfällen und aus Pflanzenmaterial herzustellen, das für die menschliche und tierische Ernährung nicht geeignet ist. Auf globaler Ebene erachtet die SATW die Erzeugung von Biotreibstoffen aus Pflanzen, die für die Nahrungsmittelproduktion angebaut werden, ebenfalls als wenig sinnvoll. Ausserdem könnte es dadurch zu schwerwiegenden Konflikten bei der Wassernutzung kommen. Die Biotreibstoffe können den heutigen weltweiten Verbrauch an fossilen Energieträgern auch bei einer massiven Förderung nur zu einem kleinen Teil ersetzen.

    Unerwünschte Folgen vermeiden

    Die Erzeugung von Biotreibstoffen aus Abfällen und Pflanzen, welche nicht für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden, steht heute erst am Anfang und erfordert in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung. Bevor die Schweiz Biotreibstoffe intensiver erforscht, produziert, importiert und einsetzt, müssen jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen genauer abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere für die Produktion von Biotreibstoffen in den Ländern des Südens. Die SATW befürwortet, dass sich der Bundesrat aktiv für die Erarbeitung eines internationalen Abkommens einsetzt, das Regeln für den Anbau, die Produktion und den Handel von Biotreibstoffen festlegt. Damit soll sichergestellt werden, dass Konflikte zwischen Nahrungsmittelproduktion, Umweltschutz und Energieerzeugung minimiert werden und dass in allen Ländern die gleichen Grundsätze gelten. Ein generelles Moratorium des Imports von Biotreibstoffen aus Ländern des Südens, wie dies von einigen NGOs gefordert wird, ist nach Ansicht der SATW jedoch abzulehnen.

    Öffentliche Diskussion

    Die Chancen und Grenzen von Biotreibstoffen sind Thema einer öffentlichen Diskussion. Diese führt die SATW in Zusammenarbeit mit dem Basecamp09 am Samstag, 2. Mai 2009 von 11 bis 12.30 Uhr in Zürich durch. Das Wissenschaftscafé "Biotreibstoffe - Energie kontra Nahrungsmittel?" ist für alle offen. Informationen dazu unter www.satw.ch.


    More information:

    http://www.satw.ch/publikationen/schriften/Biotreibstoffe.pdf


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    Criteria of this press release:
    Economics / business administration, Energy, Environment / ecology, Traffic / transport, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
    German


     

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