Engagement der Wirtschaft bei der Hochschulfinanzierung bisher unterschätzt
Deutsche Unternehmen unterstützen die Hochschulen in größerem Ausmaß als bisher angenommen. Das geht aus einer Studie des Stifterverbandes und des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Danach greift jedes fünfte Industrieunternehmen Hochschulen mit Geld- oder Sachspenden, Sponsoring oder Stipendien unter die Arme. Von den Großunternehmen sind sogar zwei Drittel in der Hochschulförderung aktiv. Im Jahr 2008 summierte sich das Engagement laut amtlicher Statistik auf die Mindestsumme von 1,356 Mrd. Euro.
Je größer das Unternehmen, desto häufiger gibt es Hilfen für die Wissenschaft: Während sich bei den kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern etwa jedes siebte engagiert, ist bei den Mittelständlern mit bis zu 500 Mitarbeitern jedes dritte dabei. Besonders häufig sind die Förderer bei den großen Unternehmen anzutreffen: 68 Prozent waren in 2008 aktiv. Nahezu alle wollen ihren Beitrag auch unter wirtschaftlich schlechteren Vorzeichen leisten. Da sich auch einige bislang nicht engagierte Unternehmen künftig erstmals beteiligen wollen, bleibt der Prozentsatz der Förderer trotz Wirtschaftskrise stabil. Insgesamt wurden im März dieses Jahres 1.250 Unternehmen aus der Industrie befragt.
Das von der amtlichen Statistik angegebene finanzielle Volumen von knapp 1,4 Mrd. Euro dürfte den wirklichen Finanzierungsbeitrag deutlich unterschätzen. Die Statistik verbucht bei den Einnahmen aus der Wirtschaft nur Geldspenden, Forschungsaufträge und Stiftungsprofessuren. Nicht einbezogen sind Sponsoringbeiträge und Sachspenden, die vor allem in den technischen Fächern nicht unerheblich zu einer modernen Infrastruktur beitragen. Unerfasst bleibt auch das Engagement in der Lehre, beispielsweise durch Duale Studiengänge und Lehrbeauftragte, durch die Betreuung von Abschlussarbeiten und Praktika, durch Stipendien und studienbegleitende Qualifizierungsangebote. Diese Lücken in der Statistik wollen das Institut der deutschen Wirtschaft und der Stifterverband 2010 durch eine weitere Unternehmensbefragung schließen.
Mehr zur Studie:
Christiane Konegen-Grenier: Hochschulen und Wirtschaft - Formen der Kooperation und der Finanzierung, IW-Analysen Nr. 147, Köln 2009
Gesprächspartner im IW: Christiane Konegen-Grenier, Telefon: (0221) 4981-721
Gesprächspartner im Stifterverband: Dr. Mathias Winde, Telefon: (030) 322982-501
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy, Transfer of Science or Research
German

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