Die zunehmende Kritik an der Bologna-Reform, wie sie in der Sitzung des Deutschen Bundestags zu hören war, teilt die Leitung der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) nicht: Trotz der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- auf Masterabschlüsse beurteilen die Studierenden die Studienorganisation weiterhin positiv; es gibt weniger Studienabbrecher, mehr Abschlüsse in der Regelstudienzeit und mehr Auslandsmobilität.
Positives Feedback der Studierenden
Seit die KatHO NRW 2003 die Bewertung von Lehrveranstaltungen durch Studierende eingeführt hat, geben diese ihren Kursen in Schulnoten durchschnittlich eine 2,0 bis 2,3. Daran hat sich auch nach der Studienreform nichts geändert. Dabei bewerten die Studierenden jährlich beispielsweise die methodischen und didaktischen Kompetenzen der Lehrenden oder beurteilen, ob eine Lehrveranstaltung ihnen geholfen hat, bestimmte Kompetenzen zu erwerben. Zusätzlich können sie seit Einführung der Bachelorstudiengänge auch einzelne Module bewerten: Zum Beispiel ob sie genügend Wahlmöglichkeiten haben oder der Arbeitsaufwand angemessen ist. Auch hier ist das Urteil der Studierenden im Durchschnitt gut.
"Aus den Rückmeldungen der Studierenden lesen wir eine hohe Zufriedenheit", sagt Prof. Dr. Ulrich Deller, Prorektor für Studium und Lehre an der KatHO NRW. "Wir wissen aber auch, dass wir an einigen Stellen noch nachbessern müssen. Zum Beispiel sind wir bei der Gestaltung der Prüfungen noch nicht auf dem Niveau angekommen, auf dem sich die neue Kompetenzorientierung der Lehrveranstaltungen heute befindet." Statt Klausuren sollen zukünftig in größerem Umfang auch Präsentationen und Fallbearbeitungen zur Überprüfung von Kompetenzen als Prüfungsformen genutzt werden.
Mehr Abschlüsse in Regelstudienzeit
Die positive Haltung der Studierenden gegenüber der neuen Studienstruktur schlägt sich auch in anderen Zahlen nieder: "Unsere Studierenden halten trotz des erhöhten Leistungsdrucks die Studienzeiten ein. Obwohl der zeitliche Druck für die Studierenden größer geworden ist, legen sie ihre Prüfungen nicht nach hinten, wie wir anfangs befürchtet hatten", so Professor Deller. In kleineren Studiengängen (beispielsweise "Bildung und Erziehung im Kindesalter" oder "Pflegewissenschaft") haben nahezu 100 Prozent der Studierenden ihr Studium 2009 in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Anhand der vorliegenden Prüfungsanmeldungen im Studiengang "Soziale Arbeit" (aktuell 62 Prozent der Studierenden) vermutet die Hochschule, dass auch hier der Großteil der Studierenden in der Regelstudienzeit mit ihrem Studium fertig wird. Zum Vergleich: Der größte Teil der Diplomstudierenden benötigte ein Semester länger als die Regelstudienzeit.
Deutlich weniger Studienabbrecher
Eines der Ziele der Bologna-Reform war, die Zahl der Studienabbrecher zu verringern. Wie aktuelle Zahlen zeigen, ist es der KatHO NRW gelungen, die Zahl der Studienabbrüche deutlich zu reduzieren: Während 20 Prozent der Diplomstudierenden ihr Studium vorzeitig und ohne Abschluss beendeten, beobachtet die Hochschule, dass die Abbrecherquote pro Studienjahr in den Bachelorstudiengängen auf 3,6 Prozent gesunken ist. Als Ursache vermutet die Hochschulleitung, dass die Struktur der Bachelorstudiengänge wesentlich klarer umrissen ist und somit die Gefahr, sich im Studium zu verlieren, geringer ist.
Auslandsmobilität bleibt konstant, Nachfrage gestiegen
Seit Einführung der gestuften Studienstruktur verzeichnet die KatHO NRW mehr Anfragen ihrer Studierenden, einzelne Semester oder Praxisphasen im Ausland zu verbringen. Und: Die Zahl der Studierenden, die eine ERASMUS-Förderung erhalten haben, hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Damit folgt die KatHO NRW dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) beschriebenem Trend, dass die Zahl der EU-Auslandsförderungen in den letzten Jahren stark zugenommen hat (Vergleich Pressemitteilung DAAD vom 01.5.2009 "Erfolgsgeschichte Erasmus"). Gleichzeitig widerlegen diese Zahlen die Aussagen einzelner Fraktionen im Bundestag, dass die neue Studienstruktur die Auslandsmobilität verringere (Vergleich 219. Sitzung des Bundestages).
Bereits 2004 hatte die Katholische Hochschule NRW mit der Umstrukturierung der Studiengänge begonnen und hat 2009 - mit Beginn der neuen konsekutiven Masterstudiengänge im Wintersemester - die wesentlichen Bedingungen der Bologna-Reform erfolgreich umgesetzt. "Das war für uns eine besondere Herausforderung", so der Prorektor, "hier gilt ein besonderer Dank allen Kolleginnen und Kollegen, die mit ihrem oft an die Grenzen gehenden Engagement diese erfolgreiche Umstellung zustande gebracht haben. Dies ist umso bedeutsamer, da wir als Fachhochschule nicht nur unsere Diplomstudiengänge auf die Bachelorstudiengänge umstellen mussten, sondern zusätzlich für uns neue, in unserem Fall forschungsorientierte Masterstudiengänge einführen mussten." Die Bewerbungen für die neuen Masterstudiengänge laufen und liegen zurzeit bei 3:1 Bewerber pro Studienplatz. "Das zeigt, dass wir in der Konstruktion der Masterstudiengänge im Sinne der Studierenden gehandelt haben", so Professor Deller.
Weitere Informationen: Prorektor Prof. Dr. Ulrich Deller, Tel. 0221-775
7-601, prorektor@katho-nrw.de
Redaktion: Julia Harzendorf, Tel. 0221/7757-508, presse@katho-nrw.de
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy, Studies and teaching
German

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