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05/19/2009 11:31

Studie zur Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings, Ergebnisse der ersten repräsentativen, wissenschaftlich begleiteten Studie

Stefanie Schlüter Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Senologie

    von Hilde Schulte, Bundesvorsitzende, Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bonn

    Im Vorfeld der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie
    vom 11. bis zum 13. Juni 2009 in Düsseldorf wurde jetzt die erste
    repräsentative, wissenschaftlich begleitete Studie zur Inanspruchnahme des
    Mammographie-Screenings vorgestellt. Brustkrebs ist mit mehr als 57.000
    jährlichen Neuerkrankungen noch immer die häufigste Krebserkrankung bei
    Frauen.

    Seit dem Allparteienbeschluss des Deutschen Bundestages im Jahre 2002
    steht das Mammographie-Screening im Blick- und Kritikfeld des öffentlichen
    Interesses. Für die bundesweite Implementierung nach Europäischen Leitlinien
    wurde die Kooperationsgemeinschaft Mammographie eingerichtet. Sie musste
    neue Strukturen schaffen, personelle und technische Qualität definieren und
    kontrollierbar machen sowie ein schriftliches Einladungssystem mit dem
    Datenschutz in Einklang bringen.

    Durch die aktuelle Studie gibt es jetzt Fakten statt Vorurteile. Die Women's
    Health Coalition (WHC) und die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bundesverband
    e.V. haben mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für
    Gesundheit von Juli bis November 2008 eine wissenschaftlich begleitete Studie
    zum qualitätsgesicherten Mammographie-Screening durchführen lassen. Mit
    der Abwicklung war das Institut Compagnon Stuttgart beauftragt. Die
    Befragung erfolgte in 10 Bundesländern, in denen das Mammographie-
    Screening seit mindestens einem Jahr lief. Zielsetzung und
    Hauptfragestellungen der Studie waren: Motivation für die Teilnahme am
    Mammographie-Screening, Ermittlung der Gründe für die Nicht-
    Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings, Erste Erfahrungen von
    Teilnehmerinnen mit dem Mammographie-Screening, Identifizierung von
    Wissens- und Informationsdefiziten für die weitere Kommunikationsstrategie.

    Im Verlauf der Studie wurden 68.188 Haushalte nach dem Zufallsprinzip
    telefonisch kontaktiert. Hieraus wurde eine Stichprobe von 9.004 Frauen im
    Alter von 50 bis 69 Jahren rekrutiert, an die ein sechsseitiger strukturierter
    Fragebogen versandt wurde; 3.226 Fragebogen flossen zurück.

    Das Mammographie-Screening wird von allen Früherkennungsmaßnahmen als
    die sicherste eingeschätzt und von 81 % der Teilnehmerinnen und 66 % der
    Nichtteilnehmerinnen in seinem Nutzen höher eingeschätzt als im Risiko der
    Strahlenbelastung. 89 % der Teilnehmerinnen und 76 % der
    Nichtteilnehmerinnen hatten mehr Vertrauen durch die Beurteilung von zwei
    Experten, für 88 % der Teilnehmerinnen erleichterten das
    Einladungsschreiben und die Terminvorgabe die Teilnahme am
    Mammographie-Screening. Es erhöht nach Meinung von 94 % der
    Teilnehmerinnen und 88 % der Nicht-Teilnehmerinnen die Heilungschancen
    bei Brustkrebs durch eine frühe Diagnose. Das Screening wird keineswegs als
    unpersönliche Massenabfertigung angesehen.

    Die konsultierten Haus- und Frauenärzte haben ebenfalls eine positive
    Einstellung zum Mammographie-Screening: Die Frauenärzte z. B. haben den
    Teilnehmerinnen zu 91 % zugeraten, 8 % waren neutral, 1 % hat abgeraten.

    Bei den Nicht-Teilnehmerinnen haben 74 % zugeraten, 22 % waren neutral
    und 4 % haben abgeraten.
    Die Mehrzahl der befragten Frauen hat bereits Erfahrungen mit einer
    Mammographie. Die erbliche Vorbelastung wird als Hauptfaktor für die
    Entstehung von Brustkrebs angesehen. 60 % der Befragten wissen nicht, dass
    Brustkrebs und Alter in einem Zusammenhang stehen. Sie glauben, dass
    Mammographie-Screening Brustkrebs verhindern kann. Die befragten Frauen
    wollen mehr Informationen über die Sicherheit des Befundes haben, den
    Unterschied zur bisherigen Mammographie, die Verwendung ihrer Daten und
    zu den gesundheitlichen Risiken des Mammographie-Screenings. In diesen
    Bereichen liegt ein Verbesserungspotential.

    Die Akzeptanz des Mammographie-Screenings ist hoch, wie sich sich in der
    Teilnahmerate zeigt: 66 % der eingeladenen Frauen haben am
    Mammographie-Screening teilgenommen. Wenn es mit einer Aussage
    bewertet werden sollte, dann mit dieser: 90 % der Teilnehmerinnen würden
    wieder teilnehmen und 89 % würden es einer Freundin oder Bekannten
    weiterempfehlen.

    Die Veröffentlichung der Studie erfolgt im 3. Quartal 2009.

    29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie
    Düsseldorf, 11.-13. Juni 2009
    Tagungspräsident: Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg
    Tagungsort: CCD, Congress Center Düsseldorf

    Organisation:
    CTW - Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
    Hohenzollerndamm 125, 14199 Berlin,
    Tel.: (030) 85 99 62-16, Fax: (030) 85 07 98 26
    E-Mail: senologie@ctw-congress.de
    Internet: www.senologiekongress.de


    More information:

    http://www.senologiekongress.de
    http://www.senologie.org


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Scientific conferences, Transfer of Science or Research
    German


     

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