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06/09/2009 13:18

"Alternde Gesellschaft benötigt zukünftig mehr Blutspenden"

Simone Hoffmann Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Münster

    Weltblutspendetag am 14. Juni: "a b null" von 10 bis 14 Uhr mit besonderem Angebot für Spender

    Münster (ukm/dre). Vor zukünftig dramatischen Engpässen in der Versorgung mit Blutkonserven warnt Prof. Dr. Dr. Walter Sibrowski, zweiter Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DTGI). Der Grund für diese Prognose liegt in der demographischen Entwicklung in den westlichen Industrienationen. Sibrowski: "Rund 70 Prozent der Blutkonserven werden bereits jetzt für Patienten benötigt, die älter als 60 Jahre sind. Zweifelsfrei wird diese Patientengruppe in den kommenden Jahren weiter wachsen. Eine alternde Gesellschaft benötigt auch mehr Blutkonserven. Gleichzeitig rücken nicht genug junge Mehrfachspender nach. Und viele der jetzigen Mehrfachspender werden aus Altersgründen nicht mehr ihr Blut spenden können. Die Schere zwischen Verbrauch und Spenden wird daher weiter auseinander gehen. Wir müssen dieser Entwicklung jetzt entgegensteuern. Das ist ein gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

    In Deutschland spenden ca. drei Prozent der Bevölkerung Blut, rund 6,6 Millionen Blutspenden werden durch diese Spender jährlich bereitgestellt. "Der Weltblutspendetag am 14. Juni soll auch dazu führen, diese Anzahl zu erhöhen", so Sibrowski, der zudem Direktor des Institutes für Transfusionsmedizin und Transplanationsimmunologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) ist. Der Weltblutspendetag am 14. Juni erinnert an den Geburtstag von Karl Landsteiner, der 1901 das AB Null-System der Blutgruppen entdeckte, wofür er 1930 den Nobelpreis für Medizin erhielt. 1937 wurde die erste Blutbank gegründet.

    "Die bestehende Verordnungen und Leitlinien haben die Sicherheit für Spender und Empfänger in den vergangenen Jahren stets weiter verbessert. Speziell in Deutschland gelten sehr strenge Regeln für die Transfusionsmedizin", betont Sibrowski, der zudem die Bedeutung der Transfusionsmedizin als Querschnittsfachfach hervorhob: "Ohne die Blutspenden und Blutprodukte wären zahlreiche operative Eingriffe, z.B. Transplantationen, oder die langfristige Therapie krebskranker Patienten nicht in der bisherigen Form möglich. Bis heute ist kein Medikament entwickelt worden, das den lebenswichtigen Sauerstoff transportiert und als Alternative zu Blutkonserven eingesetzt werden könnte".

    Die Patienten des Universitätsklinikums Münster (UKM) werden zu einem großen Teil direkt durch den klinikeigenen Blutspendedienst "a b null" mit Blut und Blutprodukten versorgt. "Bislang verzeichnen wir in diesem Jahr glücklicherweise einen Anstieg der Vollblutspenden. Dieser Trend freut uns, allerdings ist er auch dringend nötig. Unsere Patienten sind zu jeder Jahreszeit auf die aktive Unterstützung vieler Blutspender aus Münster und der Region angewiesen. Und leider kommt es in den bevorstehenden Sommermonaten regelmäßig zu einem Rückgang der Spenden", erklärt Dr. Petra Krakowitzky, Oberärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Transplanationsimmunologie. Ziel von "a b null" ist es, in diesem Jahr erstmals über 15.000 Blutspenden zu erreichen.

    Auch am kommenden Weltblutspendetag, Sonntag, 14. Juni, ist das Spenden bei "a b null" an der Domagkstraße 11 von 10 bis 14 Uhr möglich. Neben einem großen Brunch-Buffet gibt es als kleines Dankeschön für alle Spender eine "ab null- Kaffeetasse". Auch Schnellportraits der Spender werden von einem Künstler angefertigt. Als zusätzlicher Anreiz wurde in diesem Jahr zudem eine "Punktekarte" eingeführt: Wer bis zum 31. Dezember 2009 insgesamt dreimal Blut bei "a b null" spendet, nimmt an einer Verlosung teil. Als Gewinne warten ein hochwertiges Fahrrad sowie verschiedene Fahrrad-Artikel und Gutscheine.

    Viel wichtiger sei jedoch auch ein anderer, persönlicher Anreiz zur Blutspende, erklärt Prof. Sibrowski: "Statistisch betrachtet benötigen rund 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben Fremdblut oder -plasma, bzw. Medikamente, die aus Blutbestandteilen hergestellt werden."


    More information:

    http://www.abnull.de Der Blutspendedienst des UKM


    Images

    Thorsten Rolfes (liegend) ist schon viele Jahre Blutspender bei "a b null", dem Blutspendedienst des Universitätsklinikums Münster. Prof. Dr. Dr. Walter Sibrowski freut sich über das Engagement des Greveners zur Unterstützung der Patienten am UKM.
    Thorsten Rolfes (liegend) ist schon viele Jahre Blutspender bei "a b null", dem Blutspendedienst des ...
    Source: UKM


    Criteria of this press release:
    Medicine, Social studies
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

    Thorsten Rolfes (liegend) ist schon viele Jahre Blutspender bei "a b null", dem Blutspendedienst des Universitätsklinikums Münster. Prof. Dr. Dr. Walter Sibrowski freut sich über das Engagement des Greveners zur Unterstützung der Patienten am UKM.


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