Am 30. August 2009 wird auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität das Wissenschaftsforum der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) eröffnet. Über 2000 Teilnehmer werden zu der viertägigen Veranstaltung erwartet, die unter dem Motto "Mit Chemie sicher leben" u.a. Themen aus der Wirkstoffforschung, aus der Nanochemie, zu Energie und Nachhaltigkeit, zum Rohstoffwandel und zum Bereich Biochemie und Life Sciences behandelt.
"Für alle, die sich über die Fortschritte des Fachs Chemie informieren wollen und dabei auch an die gesellschaftliche Bedeutung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse denken, ist der Besuch dieses Kongresses ein Muss", äußerte sich GDCh-Präsident Professor Dr. Klaus Müllen im Vorfeld. In seiner Eröffnungsansprache am 30. August wird er auf die gesellschaftliche Relevanz chemischer Forschung und Entwicklung eingehen.
Für den Gastgeber, die Universität Frankfurt, wird deren Vizepräsident, Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, die Teilnehmer begrüßen. Für den reibungslosen Ablauf der Tagung sorgt vor Ort hingegen Professor Dr. Harald Schwalbe, Sprecher des Excellenzclusters "Makromolekulare Komplexe" an der Goethe-Universität, und sein Team.
Auch politische Prominenz hat sich zur Eröffnung angesagt: die Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth und Jörg-Uwe Hahn, stellv. Hessischer Ministerpräsident und Hessischer Minister für Justiz, Integration und Europa. Sie werden in ihren Grußworten ihre Ansichten zur Rolle der Chemie in unserer Zeit darlegen.
Anschließend werden Wissenschaftler geehrt, die sich große Verdienste um die Chemie erworben haben: Professor Dr. Gerhard Erker und Professor Dr. Gerhard Ertl. Erker, Universität Münster, erhält die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze der GDCh in Würdigung seiner herausragenden Rolle, die er mit seinen Arbeiten zur Organometallchemie und Katalyse - Pionierleistungen in der Forschung - in der deutschen Wissenschaftslandschaft ausfüllt. Auch sein Engagement in der GDCh, der DFG sowie zahlreichen anderen Gremien der wissenschaftlichen Selbstverwaltung wird mit dieser Auszeichnung gewürdigt. Der bereits vielfach Geehrte lehrt auch an der Fudan University in Shanghai, ist Mitglied mehrerer Akademien und war 2000/2001 GDCh-Präsident.
Über den Chemie-Nobelpreisträger Ertl, der Ehrenmitglied der GDCh wird, ist in den letzten Jahren schon vielfach alles gesagt worden. Er erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und drei bedeutende Preise der GDCh, bevor er 2007 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Die Ehrenmitgliedschaft, die Ertl von der GDCh-Mitgliederversammlung 2008 zuerkannt wurde, ist die höchste Auszeichnung der GDCh, für deren Verleihung man bewusst das Wissenschaftsforum als Anlass gewählt hat. Ertl war bis 2004 Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin.
Im internationalen Teil der Eröffnungsveranstaltung entbieten Professor Dr. Luis A. Oro, Universidad Zaragoza und Präsident der European Association for Chemical and Molecular Sciences, sowie Professor Dr. Nicole J. Moreau, Vizepräsidentin der International Union of Pure and Applied Chemistry, Grußworte an die Teilnehmer. Sie unterstreichen damit die Bedeutung der Tagung im internationalen Kontext.
Die seit 1978 vergebene Auszeichnung mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung verleiht die GDCh in Frankfurt an Professor Dr. Daniel G. Nocera vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Der Titel seines Vortrags lautet: Personalized Energy for 1 (x6 Billion) - also Energie für jeden einzelnen und damit für die sechs Milliarden Menschen auf der Erde. Im Fokus seiner Arbeiten steht die Umwandlung von Sonnenenergie in für Menschen nutzbare Energie; er untersucht dabei chemische und biologische (Stichwort: Photosynthese) Vorgänge - und verknüpft sie. Dabei propagiert er individuelle Lösungen, "personalized energy ": das Haus als Solarenergie- und Energiespeicherstation. Obwohl sich das bekannt anhört, gibt es in Noceras Arbeiten viele neue Ansätze, die sich alle schon jetzt realisieren ließen, aber noch zu kostenintensiv sind. Nocera sieht die Chemiker auf gutem Weg, durch neue Materialien, neue Synthesen und neue Prozesse die Kosten- und Effizienzfragen zu beantworten.
Das Programm der Tagung findet sich unter www.gdch.de/wissenschaftsforum2009. Das 68seitige Programmheft kann angefordert werden unter Tel.: 069/7917-330 oder E-Mail: pr@gdch.de.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das Wissenschaftsforum, bis 2005 unter dem Namen Jahrestagung. Auf dieser bedeutendsten deutschen Chemiker-Tagung werden von der GDCh zahlreiche Ehrungen vorgenommen, so 2009 u.a. die Verleihung der Adolf-von-Baeyer-Denkmünze, einer Goldmedaille verbunden mit einem Preisgeld von 7.500 Euro. Die Auszeichnung wird seit 1911 an Chemikerinnen und Chemiker vergeben, in diesem Jahr zum 49. Mal. Ehrenmitgliedschaften vergibt die seit 60 Jahren bestehende GDCh seit 1952. Gerhard Ertl ist das 37. Ehrenmitglied. Eine Namensvorlesung ist eine besondere Auszeichnung der GDCh für bedeutende ausländische Wissenschaftler. Die traditionsreichste ist die August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung, mit der u. a. die Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn und Richard Ernst ausgezeichnet wurden.
Criteria of this press release:
Biology, Chemistry, Energy, Materials sciences, Social studies
transregional, national
Personnel announcements, Scientific conferences
German

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