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06/19/2009 09:20

Uni Kassel in der Vorauswahl des Forschungsförderungsprogramms LOEWE

Christine Mandel Abt. Kommunikation und Internationales
Universität Kassel

    Kassel/Wiesbaden. Das hessische Forschungsförderungsprogramm "LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" hat eine Vorauswahl für die dritte Förderstaffel getroffen: Aus 23 von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingereichten Antragsskizzen wurde ein Antrag für ein LOEWE-Zentrum und elf Antragsteller für LOEWE-Schwerpunkte aufgefordert, ihre Antragsskizzen zu so genannten Vollanträgen auszuarbeiten und bis zum 1. Dezember 2009 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst einzureichen.

    Zu den ausgewählten Antragsskizzen von Wissenschaftlern der Universität Kassel gehört ein nanostrukturwissenschaftlicher Antrag unter Federführung der Kasseler Universität sowie zwei weitere Anträge in Kooperation mit der Universität Kassel. Diese befassen sich mit den Themen "Dynamische und nahtlose Integration von Produktion, Logistik und Verkehr" sowie mit "Kooperative Sensorkommunikation".

    Für Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep ist das Engagement der Landesregierung zur Förderung von Forschung und Entwicklung -gerade auch in Zeiten der Finanzkrise- ein wichtiges Signal. "Ich freue mich besonders, dass Wissenschaftler der Universität Kassel mit ihren Anträgen platzieren konnten und hoffe sehr auf eine Entscheidung für die Anträge, in denen die hohe innovative Kompetenz nordhessischer Wissenschaftler steckt". Er teile die Auffassung der Landesregierung, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung unabdingbar seien, um Wissen zu erweitern und innovative Lösungen für wichtige Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Dabei spiele LOEWE eine wichtige Rolle, um die hessische Wissenschaftslandschaft - und damit auch die nordhessische- nachhaltig zu stärken, die Profilbildung der Wissenschaftseinrichtungen voranzubringen und deren Innovationskraft für die Entwicklung der Wirtschaft und damit für die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze zu nutzen.

    Folgende Antragsskizzen mit Uni Kassel - know how wurden im Rahmen der 3. Förderstaffel von der LOEWE Verwaltungskommission und dem LOEWE - Programmbeirat für die Vollantragstellung ausgewählt:

    1. Nano Sensors and Actuators for Smart Personal Environments (NANOSCALE)
    Universität Kassel (Federführung); Evangelische Fachhochschule Darmstadt; Fraunhofer IWES, Kassel; Fraunhofer IBP, Kassel; Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen

    Im geplanten LOEWE-Schwerpunkt sollen hochentwickelte Nanosensoren und -aktuatoren und deren Einbindung in eine intelligente Umgebung in zwei zentralen Lebensbereichen, der Sicherung von Gesundheit und der Sicherung des effizienten Energiegebrauchs im Alltag, erforscht werden. Hierzu zählen spezialisierte Nanosensoren in körpernahen Netzen zum Gesundheitsmanagement, zur Prävention und zum Monitoring von Gesundheitszuständen. Die Sensoren erkennen aufgrund ihrer 3D-Nanostrukturierung alle Marker mit höchster Präzision und liefern durch die Anwendung neuartiger Methoden Messwerte, die zum Beispiel die chemische Zusammensetzung eines Gases, den individuellen "metabolischen Fingerabdruck" chronischer Krankheiten in der Atemluft abbilden, sich zur Interaktionsanalyse von Biomolekülen eignen, nichtinvasiv strahlungsrisikofrei zur Bild gebenden Diagnostik beitragen und wegen ihrer geringen Größe fast unsichtbar in ihre jeweilige Umgebung integriert sind. Die Integration von Nanosensorik und -aktuatorik zur Lichtfokussierung und -lenkung ermöglicht bisher unerreichte Energieeffizienz mit höchsten Wirkungsgraden in und an Gebäuden. Da die besonderen Anforderungen sowohl an körpernahe Netze als auch an das Energiemanagement vom jeweiligen Benutzer und dessen Umgebung abhängig sind, werden die entsprechenden Systeme als "Intelligente persönliche Umgebungen" (englisch: Smart Personal Environments) bezeichnet. Integrale Bestandteile des beantragten Projekts sind eine geeignete Übertragungstechnik sowie die Einbindung funktionaler Sicherheit in das Gesamtsystem.

    2. Dynamo PLV Dynamische und nahtlose Integration von Produktion, Logistik und Verkehr
    Technische Universität Darmstadt (Federführung); European Business School ebs, Oestrich-Winkel; Goethe-Universität Frankfurt; Universität Kassel; Fachhochschule Frankfurt am Main

    Produktionsunternehmen werden im Rahmen der Globalisierung zunehmend Anknüpfungen an weltweit verteilte Wertschöpfungssysteme haben. Damit stoßen Verkehrssysteme, vor allem durch das starke Wachstum des Güterverkehrs, immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Das begrenzt die Mobilität und lässt den Verkehr von einem ermöglichenden Faktor zu einem limitierenden Faktor für Produktions- und Logistikprozesse werden. Die nahtlose Betrachtung der Teildisziplinen ist notwendig, um eine Entscheidungsbasis für ein integriertes Gesamtoptimum schaffen zu können und nicht bei der verbreitet praktizierten Teilsystemoptimierung zu verharren. Erforderlich für ein solches integriertes Gesamtsystem ist die dynamische Anpassung an Veränderungen (etwa durch neue Technologien) und eine hohe Reaktionsfähigkeit auf Grund mangelnder Prognostizierbarkeit der Nachfrage. Mit dem geplanten Forschungsprojekt sollen für Wirtschaft und Politik Methoden und Instrumente bereitgestellt werden, die einen Entscheidungsprozess zur nahtlosen Gestaltung der Güter- und Informationsflüsse in Produktion, Logistik und Verkehr ermöglichen.

    3. Kooperative Sensorkommunikation
    Technische Universität Darmstadt (Federführung); Universität Kassel

    Dem in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Fortschritt auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikation ist es zu verdanken, dass heute die Hälfte der Weltbevölkerung drahtlos und mobil kommunizieren kann. Für eine zukünftige Vernetzung von Nutzern, Rechnern und physikalischen Objekten an jedem Ort und zu jeder Zeit sind die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Methoden und Werkzeuge, die Entwicklung neuer Basistechnologien und neuer Kommunikationsparadigmen notwendig. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Etablierung eines interdisziplinären Schwerpunkts, der grundlegende wissenschaftliche Fragen der kooperativen Sensorkommunikation erforscht. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung innovativer Technologien, um das Frequenzspektrum effizient zu nutzen. Gleichzeitig sollen neuartige, hinsichtlich Bandbreite und Knotenzahl skalierbare Anwendungen und Dienste in der drahtlosen Sensorkommunikation unterstützt werden, die durch Kooperation erst möglich werden. Die erarbeiteten Lösungen sollen in die Entwicklung zukünftiger Mobilfunkgenerationen einfließen.

    Wettbewerb von hoher Qualität
    In dem wettbewerblich organisierten Auswahlverfahren werden diese Antragsprojekte nun im Frühjahr 2010 von externen Gutachtergruppen jeweils an Ort und Stelle begutachtet, so die entsprechende Pressemitteilung des HMWE (siehe http://www.hmwk-hessen.de/). Auf der Basis der Vollanträge und der Gutachterberichte wird der Programmbeirat im Frühsommer 2010 Förderempfehlungen aussprechen, die dann die Grundlage für die endgültigen Förderentscheidungen der Verwaltungskommission bilden werden. Der Vorsitzende der Verwaltungskommission, Staatssekretär Gerd Krämer, und der Vorsitzende des Programmbeirats, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, äußerten sich beeindruckt über die Qualität der eingereichten Antragsskizzen und den viel versprechenden Grad an Vernetzung zwischen den beteiligten Wissenschaftseinrichtungen: "Das entspricht den Intentionen der Forschungsinitiative LOEWE und ist auch deshalb hoch einzuschätzen, weil die dritte Förderstaffel erst nach der Landtagswahl zum 1. März 2009 offiziell ausgeschrieben werden konnte und die Antragsteller daher ihre Skizzen innerhalb eines verhältnismäßig kurzen Zeitraumes erarbeitet und eingereicht haben."

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    Info
    Dr. Beatrix Kohnke
    tel: (0561) 804 2219
    fax: (0561) 804 2226
    e-mail: beatrix.kohnke@uni-kassel.de
    internet http://www.uni-kassel.de
    Universität Kassel
    Entwicklungsplanung von Forschung und Lehre
    Mönchebergstraße 19
    34109 Kassel



    Pressereferat: Dr. Ulrich Adolphs
    Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
    Rheinstraße 23-25
    65185 Wiesbaden
    tel: (0611) 32 32 30
    fax: (0611) 32 32 99
    e-mail pressestelle@hmwk.hessen.de
    internet http://www.hmwk.hessen.de


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    Criteria of this press release:
    Information technology
    regional
    Research projects, Science policy
    German


     

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