idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
07/02/2009 11:20

Die neue zahnärztliche Approbationsordnung in der Warteschleife

Verena Wirwohl Geschäftsstelle des MFT
Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland

    Die noch aus dem Jahr 1955 stammende zahnärztliche Approbationsordnung muss dringend modernisiert werden. Dies ist die Einschätzung des Medizinischen Fakultätentags (MFT), der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn,- Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK), der Bundeszahnärztekammer und der Studierenden. Auch der Wissenschaftsrat hat wesentliche Defizite an der universitären Zahnmedizin festgestellt. Seit Anfang 2006 existiert daher ein abgestimmter Entwurf einer neuen zahnärztlichen Approbationsordnung. Die Länder müssen nur noch zustimmen, damit das Bundesministerium für Gesundheit die Novellierungen auf den Weg bringen kann.

    "Die Vorteile, die sich durch die neue zahnärztliche Approbationsordnung ergeben, liegen auf der Hand. Durch Kleingruppenunterricht und moderne Unterrichtsformen sollen die Studierenden fit für die Praxis und den wissenschaftlichen Fortschritt gemacht werden", erläutert der MFT-Präsident, Professor Dieter Bitter-Suermann. "Eine Modellklausel analog zur ärztlichen Approbationsordnung soll den Universitäten die Einführung von Modellstudiengängen ermöglichen. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass vermehrt älter werdende Patienten zu behandeln sind und eine intensivere Kooperation mit Ärzten dringend geboten ist", führt Bitter-Suermann aus. Die neuen Erkenntnisse in der molekularen Medizin erfordern weiterhin eine andere Ausbildung, um diagnostische und therapeutische Verfahren als Zahnarzt beherrschen und anwenden zu können. Ferner soll das Studium von überflüssigen Elementen zu Gunsten von medizinischen Inhalten befreit werden. So ist längst überfällig, dass die Zahntechnik als Lehrinhalt im ersten Jahr wegfällt. Dafür sind später in der Praxis die Zahntechniker und nicht die Zahnärzte zuständig.

    Die Verbesserung der Lehre kann kostenneutral durch eine leichte Absenkung der Studierendenzahlen ermöglicht werden. Da fast alle Standorte durch gerichtliche Entscheidungen mehr Studierende ausbilden, als die Kapazitätsverordnungen der Länder vorgeben, würde durch die formale Absenkung der existierenden Zulassungszahlen kein Mangel an Absolventen eintreten. "Eine Erniedrigung um zehn Prozent würde nicht mal den ursprünglichen Zustand der Ausbildungskapazitäten vor den Verwaltungsgerichtsurteilen herstellen", so der MFT-Präsident pragmatisch. "Die von machen Politikern angestrebte weitere Verschiebung der Einführung der neuen Approbationsordnung ist bei den derzeitigen Problemen der Patientenversorgung, aber auch für die Studierenden sowie Lehrenden, nicht mehr akzeptabel", sagt Bitter-Suermann. Teilweise werden die Vorgaben des Verordnungsgebers nicht mehr eingehalten und es gibt zahlreiche Streitfälle, die nur deshalb aufgehalten werden können, weil auf die in Kürze anstehenden neue Approbationsordnung verwiesen wird. "Die neue Approbationsordnung muss nun endlich auf den Weg gebracht werden, um klare Verhältnisse für Lehrenden und Studierenden zu schaffen und die Zahnmedizin in Deutschland insgesamt zukunftsfähig zu machen", fordert der MFT-Präsident.

    Ansprechpartnerin:
    Verena Wirwohl
    - Ass. iur. -
    MFT - Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland
    Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
    Tel.: 030/6449 8559 -15, Fax: -11,
    E-Mail: wirwohl@mft-online.de

    Der MFT vertritt die Interessen der 36 Medizinischen Fakultäten Deutschlands: www.mft-online.de


    Images





    Criteria of this press release:
    Medicine
    transregional, national
    Science policy, Studies and teaching
    German


     


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).