In einem globalisierten Bildungsmarkt wird die Gesellschaft zunehmend heterogener - ihre Diversität steigt. Das hat Auswirkungen auf die Studierendenschaft, deren Zusammensetzung schon heute eine weitaus größere Vielfalt aufweist als noch vor 20 Jahren. Noch längst zeigen aber die Hochschulen kein so buntes und heterogenes Bild wie die Gesellschaft insgesamt. Eine nun erschienene Studie zum Thema Diversity Management geht der Frage nach den unterschiedlichen Regelungen und Bedingungen in den Nachbarstaaten Deutschlands nach.
Die Studie zum Thema Diversity Management geht der Frage nach den unterschiedlichen Regelungen und Bedingungen in den Nachbarstaaten Deutschlands in zwei Hinsichten nach:
Mit Blick auf die hohe Zahl an Abiturienten/-innen interessierte die Autor/-innen, in welchen Ländern insbesondere deutsche Studierende als Zielgruppe wahrgenommen werden. Ferner zeigt die Publikation zahlreiche Beispiele guter Praxis auf, die für deutsche Hochschulen nützlich sein können.
Die Befunde reihen sich in das Schwerpunktthema Diversity Management ein, welches das CHE in den kommenden Jahren als zentralen Steuerungsansatz für Hochschulen versteht. Mit diesem Ansatz sollen die Hochschulen angemessen auf die zunehmende Vielfalt hinsichtlich der sozialen, ökonomischen, geschlechtsspezifischen, kulturellen oder religiösen Zusammensetzung der Studierendenschaft reagieren können und dabei die Studienerfolgsquoten steigern können. Mit dem Konzept verbindet sich die Idee, dass Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Bereicherung im Hochschulalltag verstanden wird.
Diversität, so zeigen die Ergebnisse, wird in allen Ländern sehr unterschiedlich verstanden und mit sehr verschiedenen Akzenten belegt. So weichen rechtliche Regelungen und deren Umsetzung im europäischen Raum sehr stark voneinander ab und spiegeln sich in den vorzufindenden Praktiken wider.
Der Hauptfokus der Europäischen Union liegt dabei noch stets auf dem Aspekt der Geschlechter-Gleichbehandlung. Dies ist insofern erstaunlich, als die EU-Programme einen viel weitergehenden Anspruch erheben und so etwa auch lebenslanges Lernen oder die Unterstützung kultureller Diversität betonen.
Manche Staaten haben bestimmte Aspekte besonders stark in den Fokus genommen so z.B. die Tschechische Republik die Studierenden mit Behinderungen oder Frankreich mit einem Schwerpunkt bei der Anti-Diskriminierung. Bisweilen sind diese Regelungen aber noch nicht weitgehend implementiert.
Andere Staaten hingegen verstehen Vielfalt generell als eine ihrer Stärken. Hierzu gehören beispielsweise Dänemark, die Schweiz oder die Niederlande; dort findet sich ein strukturiertes System, das auch die Hochschulen umfasst, während andere Staaten eher durch eine zurückhaltende Diversitätspolitik auffallen, wie dies etwa in Polen der Fall ist.
Bemerkenswert ist, dass keines der Länder deutsche Studierende als besondere Zielgruppe ins Auge gefasst hat, was aufgrund der geographischen Nähe zu erwarten wäre. In den Grenzregionen, z.B. an den grenznahen niederländischen Universitäten, gibt es zwar aktive Rekrutierungsbemühungen um deutsche Abiturienten/-innen, landesweite Trends oder gar Strategien ließen sich aber nicht finden.
Fazit: Die deutschen Hochschulen und Ministerien können in einzelnen Handlungsfeldern des Diversity Managements von ihren Nachbarländern lernen. Die Nachbarstaaten wiederum haben noch viel Potential, gelte es, deutsche Studierende zu gewinnen - was in den kommenden Jahren aufgrund des zu erwartenden Studierendenhochs sicher eine interessante Option wäre und später wegen des demographischen Wandels im je eigenen Land ein vielversprechendes Konzept sein dürfte.
Kontakt: Uwe Brandenburg
05241 21179 71
Uwe.Brandenburg@che-consult.de
http://www.che-consult.de/cms/?getObject=371&getNewsID=990&getCB=398&...
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy, Studies and teaching
German

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