Joachim Kügler untersucht in seiner Antrittsvorlesung, warum es sich für Frauen lohnte, nicht zu heiraten.
In der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. theol. habil. Joachim Kügler wird es um die religiöse Begründung der Ehelosigkeit von Frauen gehen. In einer Zeitreise vom Alten Ägypten bis hin zum Ende des 1. Jh. n. Chr. soll gezeigt werden, dass solche Ehelosigkeit ambivalent ist: Ist sie von Männern verordnet, dann ist sie eher eine Form der Unterdrückung durch Männer und für Frauen nicht besser als die patriarchale Ehe. Andererseits wird auch deutlich, dass die selbst gewählte Ehelosigkeit für Frauen ein Weg zur Emanzipation sein kann. Der unterdrückende Ehemann der patriarchalen Ehe wird ersetzt durch einen himmlischen Bräutigam, der Freiheit ermöglicht.
Die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. theol. habil. Joachim Kügler findet am Donnerstag, 16. Juli, um 18.30 Uhr im Gebäude an der Universität 2, Hörsaal 025 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Zur Person:
Prof. Dr. theol. habil. Joachim Kügler ist seit dem 1. Oktober 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaften an der Universität Bamberg. Vorher war er seit 1999 Ordinarius für Biblische Theologie an der Universität Bayreuth. Promoviert hat Joachim Kügler 1988 mit einer Arbeit zum Johannesevangelium. Die Habilitation erreichte er 1997 an der Universität Bonn mit einer religionswissenschaftlichen Arbeit zum Zusammenhang zwischen altägyptischer Königsideologie und der christlichen Deutung Jesu als Sohn Gottes. Küglers Forschungsinteressen sind geprägt durch die Frage nach der praktischen Bedeutung von Bibelwissenschaft und richten sich zurzeit auf Geschlechtsrollen im religiösen Kontext und auf die Interpretation der Bibel in Afrika.
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