Philipp Aumann erhält Preis der Georg-Agricola-Gesellschaft für Naturwissenschafts- und Technikgeschichte
Der Wissenschaftliche Volontär des Museums der Universität Tübingen MUT, Dr. Philipp Aumann, erhält den Preis der Georg-Agricola-Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Naturwissenschafts- und Technikgeschichte für seine Dissertation "Mode und Methode. Die Kybernetik in der Bundesrepublik Deutschland" (Göttingen: Wallstein-Verlag, 2009). Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Die 1926 gegründete Georg-Agricola-Gesellschaft zählt zu den traditionsreichen Einrichtungen der Wissenschaftsförderung in Deutschland und vergibt jährlich einen der renommiertesten Preise auf dem Gebiet der Wissenschafts- und Technikforschung.
In seinem Buch beschreibt Philipp Aumann die Kybernetik als die Wissenschaft von Kommunikations- und Regelprozessen. Entscheidend für sie ist, dass diese Prozesse gleichermaßen in Organismen wie in Maschinen ablaufen. Die Kybernetik analysiert demnach die Nachrichtenverarbeitung in Organismen, als wären sie Computer, und sie konstruiert Computer nach dem Vorbild von Organismen. Die Kybernetik entwickelte sich seit den 1950er Jahren zu einer Modewissenschaft in der Bundesrepublik. Von zentraler Bedeutung für ihre Entstehung und Entwicklung ist die Interaktion der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit: In öffentlichen Debatten über Technisierung des Menschen und Vermenschlichung der Technik weckte sie Erwartungen in geradezu mythischer Dimension, die einen Katalysator für ihre Etablierung bildeten. Konkret angewendet wurde sie als Theorie für Bildungstechnik, Automatisierung und politische Planung besonders in den 1960er Jahren - allerdings nie in solchem Umfang, der den Erwartungen gerecht geworden wäre. Deshalb schlug die öffentliche Meinung um, wandte sich gegen die Kybernetik und behinderte ihre Entwicklung fortan.
Criteria of this press release:
Cultural sciences, History / archaeology, Information technology, Philosophy / ethics
regional
Personnel announcements, Research results
German

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