Erklärung des DAAD und der Erfurt School of Public Policy zum Tod des Stipendiaten Sultan Mohammad Munadi
Bonn/Erfurt, 15. September 2009. Am 9. September kam Sultan Mohammad Munadi, ein afghanischer DAAD-Stipendiat und Student an der Erfurt School of Public Policy, bei einer Befreiungsaktion nahe Kunduz ums Leben.
Er war seit einigen Tagen zusammen mit einem Journalisten der New York Times in der Hand der Taliban. Sultan Munadi verbrachte seine Semesterferien in Afghanistan; er besuchte seine Familie, die ihn zum Semesterbeginn zurück nach Erfurt begleiten sollte. In einer gemeinsamen Erklärung teilen die Willy Brandt School of Public Policy an der Universität Erfurt und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ihre große Trauer und Bestürzung über dieses furchtbare Ereignis mit:
Im Juli letzten Jahres hatte Sultan Munadi ein achtmonatiges Propädeutikum an der Erfurt School of Public Policy - als Vorbereitung für die Zulassung zum Master of Public Policy-Programm - mit großem Erfolg und als einer der Besten abgeschlossen. Im Oktober sollte er, gemeinsam mit 13 weiteren Stipendiaten aus Afghanistan, das reguläre Studium aufnehmen.
Für seine Familie ist der plötzliche und tragische Tod des Vaters von zwei kleinen Kindern eine Katastrophe. Auch für den Wiederaufbau Afghanistans ist Sultan Munadis Tod ein schmerzlicher Verlust: Denn er war einer von jenen Vertretern der jüngeren Generation Afghanistans, die bereit sind dafür zu kämpfen, Kriminalität, Korruption und den Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg zu beenden. Es reichte ihm nicht, ein guter Journalist zu sein und am Beginn einer aussichtsreichen persönlichen Karriere zu stehen. Er wollte seinem Land, so gut wie ihm das möglich war, dienen: Sein wichtigstes Ziel war es, für den Aufbau eines gerechten Bildungssystems zu sorgen, dessen Fehlen er als eine Hauptursache der Probleme seines Landes erkannte. Mit dem Studium in Erfurt wollte er sich für diese Aufgabe qualifizieren.
Durch seine Tatkraft und Entschlossenheit verkörperte er den Aufbruchswillen der jungen afghanischen Generation, der sich nicht zuletzt darin äußert, dass junge Afghaninnen und Afghanen an die Schulen und Hochschule des Landes drängen. Dieser Aufbruchswillen ist das wertvollste Eigenkapital, das Afghanistan für die Herausforderungen des Wiederaufbaus zur Verfügung steht.
Der Tod von Sultan Munadi wird uns ein Ansporn sein, in seinem ehrenden Andenken die afghanische Jugend auch weiterhin nach besten Kräften in ihrem Einsatz für eine bessere Zukunft zu unterstützen.
Kontakt:
Dr. Alexander Kupfer, DAAD, Referat Afghanistan, Pakistan
Tel: 0228 / 882-606, E-Mail: kupfer@daad.de
Prof. Dr. Dietmar Herz, Erfurt School of Public Policy/Willy Brandt School of Public Policy (Universität Erfurt)
Tel: 0361 / 737 4911, E-Mail: dietmar.herz@uni-erfurt.de
Leiterin Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
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