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10/26/2009 16:55

Die Gemütsbewegungen bei Menschen und Tieren

Torsten Schaletzke Pressestelle
Universität Bielefeld

    200. Geburtstag von Charles Darwin - Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld

    Schon in der Antike schrieben Forscher über die Bedeutung von Gesichtsausdrücken, doch erst Charles Darwin befasste sich mit ihrer Herkunft. Die moderne Emotionsforschung schließlich erweiterte die Perspektive vom Ausdruck eines inneren Zustands hin zu dem komplexen sozialen Kommunikationsgeschehen, in dem Emotionsausdrücke eine Rolle spielen. Im Darwin-Jahr 2009 geht eine ZiF-Tagung am 5. und 6. November der Frage nach, was wir aus der Evolutionsgeschichte über die menschlichen Emotionen lernen können.

    Haben auch unsere Emotionen und unsere Art, sie zum Ausdruck zu bringen, eine Evolutionsgeschichte? Bereits die Forscher der Antike widmeten sich der Kunst, in Gesichtsausdrücken zu lesen. Charles Darwin befasste sich mit ihrer Evolution. Aber erst die moderne Emotionsforschung erweiterte die Perspektive vom inneren Zustand, der im Mienenspiel zum Ausdruck gebracht wird, hin zu dem komplexen sozialen Kommunikationsgeschehen, in dem Emotionsausdrücke eine zentrale Rolle spielen - etwa wenn Menschen nur dann über einen Witz lachen oder vor Schmerz stöhnen, wenn ein anderer in der Nähe ist. Die Bandbreite des von Darwin angestoßenen Forschungsgebiets reicht heute vom Verstehen anderer Menschen über das emotionale Erleben der Tiere, bis hin zu Anwendungen in der Mensch-Maschine-Kommunikation.
    Emotionen hinterlassen weder Scherben noch Knochen; ihrer Evolutionsgeschichte ist deshalb nicht leicht beizukommen. Darwin sammelte in seinem Buch "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren" eine große Anzahl ganz unterschiedlicher Belege und verfolgte genau die Entwicklung seiner eigenen Kinder. Er beobachtete das Ausdrucksverhalten seiner Hunde, schickte Fragebögen an Menschen, die andere Kulturen bereist hatten, suchte nach Darstellungen von Emotionen in der Malerei und der Bildhauerei und zeigte Fotos mit emotionalen Gesichtsausdrücken herum, um zu sehen, ob alle Betrachter dieselben Emotionen erkannten. Darwins Buch dient der Tagung als Ausgangspunkt.

    Nach einem Rückblick auf Darwins Emotionen-Buch, die Rezeption durch Zeitgenossen und die heutige Einschätzung von Darwins Fragen und Methoden, geht es in Vorträgen und Diskussionen um die Evolution der Emotionen und der unterschiedlichen Weisen, diese zum Ausdruck zu bringen. Dabei spielen die aufschlussreichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der individualgeschichtlichen Entwicklung der Emotionsausdrücke bei Menschen- und Affenkindern eine wichtige Rolle, ebenso wie die grundlegenden Fragen, was denn überhaupt eine Emotion ist und welchen evolutionären Sinn die Fähigkeit hat, Emotionen zu zeigen, sie mehr oder weniger gut zu verbergen, vorzuspielen und bei anderen zu erkennen. Die Evolution konkreter Emotionen wird am Beispiel des Lachens thematisiert.

    Die Tagungssprache ist Englisch.

    Zur Tagung gehört ein öffentlicher Abendvortrag, bei dem Professor Dr. Eckart Voland (Gießen) auf Deutsch über "Primatenevolution, soziale Intelligenz und Freiheitsintuitionen" sprechen wird. Der Vortrag findet am Donnerstag, dem 5. November im Plenarsaal des ZiF statt und beginnt um 19.30 Uhr. Die Teilnahme an der Tagung ist nach Anmeldung möglich, für den Abendvortrag ist keine Anmeldung erforderlich.

    Tagungszeiten / Tagungsort:
    5. November, 14.00 bis 21.00 Uhr | 6. November, 9.00 bis 13.00 Uhr
    Universität Bielefeld | ZiF | Wellenberg 1 | 33615 Bielefeld

    Kontakt:
    Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an: Dr. Manuela Lenzen
    E-Mail: manuela.lenzen@uni-bielefeld.de
    ZiF Tagungsbüro: Trixi Valentin
    Tel.: 0521 / 106-2769 | Fax.: 0521 / 106-6024 | E-Mail: trixi.valentin@uni-bielefeld.de

    Weitere Informationen im Internet:
    http://www.uni-bielefeld.de/zif

    Die Tagung ist Teil des Programms zum 40. Jubiläum der Universität Bielefeld.
    Weitere Informationen im Internet unter: www.uni-bielefeld.de/40Jahre.

    Die Universität Bielefeld bedankt sich bei der Westfälisch-Lippischen-Universitätsgesellschaft sowie den Premiumsponsoren Dr. Oetker, Schüco International, Sparkasse Bielefeld und Stadtwerke Bielefeld herzlich für die freundliche Unterstützung des Jubiläums-Programms.


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    Criteria of this press release:
    Biology, Psychology, Social studies, Teaching / education
    transregional, national
    Scientific conferences
    German


     

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