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10/27/2009 14:42

Sanierung des Marburger Hörsaalgebäudes wird bundesweites Leuchtturmprojekt

Dr. Viola Düwert Pressestelle
Philipps-Universität Marburg

    Die zukünftige Reduktion der CO2-Emissionen um 75 Prozent ist Meilenstein auf dem Weg zur CO2-neutralen Universität. Unter dem Motto "Beim Klimaschutz gemeinsam vorne weg gehen" hat das Energieunternehmen RWE zusammen mit seiner Tochtergesellschaft KEVAG und den Stadtwerken Marburg eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, wie das zentrale Hörsaalgebäude der Philipps-Universität Marburg energetisch bestmöglicht zu sanieren ist.

    "Die Machbarkeitsstudie ist ein herausragender Meilenstein auf dem Weg zur CO2-neutralen Universität", lobt Prof. Dr. Volker Nienhaus, Präsident der Philipps-Universität Marburg. Bis zu 84 Prozent der jährlichen Energiekosten kann die Hochschule dadurch am zentralen Hörsaalgebäude einsparen. Darin sind die Erneuerung der Glasfassade, umfangreiche Wärmedämm-Maßnahmen sowie der Einsatz von moderner Lüftungstechnik und eines innovativen Heizsystems vorgesehen. Die CO2-Emissionen des Gebäudes können auf diesem Wege um rund 75 Prozent gesenkt werden. Ferner lässt sich der Wärmebedarf um 88 und der Strombedarf um rund 55 Prozent reduzieren. Die Kosten der Maßnahmen in Höhe von rund zehn Millionen Euro werden aus Mitteln des Konjunkturprogramms II des Bundes finanziert.
    "Wir haben die Herausforderung angenommen, den Charakter des Gebäudes zu bewahren und es gleichzeitig zu erneuern und energieeffizient zu machen. Was hier entsteht, hat für zukünftige Umbauten, aber auch Neubauten - in Marburg und darüber hinaus - Modellcharakter", sagt Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH.
    In enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde haben die Planungsgesellschaft Hascher Jehle und das Ingenieurbüro für Bauklimatik Hausladen+Meyer das Effizienz-Konzept miterarbeitet. Dabei war auch zu berücksichtigen, dass ein Teil der Arbeiten während des regulären Vorlesungsbetriebs durchgeführt werden soll. Für die Sanierungsmaßnahmen, die von März 2010 bis Oktober 2011 laufen, wird das im Jahre 1962 erbaute Hörsaalgebäude lediglich in den Semesterferien gesperrt werden.
    Die Kosten der Studie haben RWE und KEVAG im Rahmen ihres Energie-Effizienz-Programms zu 85 Prozent übernommen. Den Rest hat die Universität Marburg selbst finanziert. "Wir waren von Anfang an als Energieberater gefragt und haben an verschiedenen Stellen, zum Beispiel im Bereich der Messtechnik, unser Know-how bereit gestellt," ergänzt Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg. Der lokale Energieversorger beliefert das Hörsaalgebäude auch künftig mit Fernwärme aus dem Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk am Ortenberg in Marburg.
    "Klimaschutz in der Praxis muss immer im Team geschehen. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen ist so ein hervorragendes Ergebnis möglich", sagt Helmut Schütz, Leiter des Geschäftsbereichs Energie der KEVAG, mit Blick auf das gemeinsam ermittelte Einsparpotenzial bei den CO2 -Emissionen. Durch das Modernisierungskonzept schrumpfen diese von bislang 614 Tonnen im Jahr auf künftig 152. Das entspricht einer Reduzierung um 75 Prozent.

    Die Sanierungsmaßnahmen im Einzelnen
    Der Wärmeverlust des Hörsaalgebäudes im Winter wird durch die Erneuerung der Glasfassade, Wärmedämm-Maßnahmen an Dach, Kellerdecke und Außenwänden sowie die Installation einer modernen Lüftungstechnik drastisch reduziert. Durch eine ausgewogene Kombination von natürlicher Lüftung und Sonnenschutzelementen kann in den warmen Monaten zudem auf eine Klimatisierung der Foyerbereiche weitgehend verzichtet werden.
    Sowohl die Raumheizung als auch die Raumkühlung wird nach der Sanierung von großflächigen Deckenelementen übernommen. Diese sollen von den nahe liegenden Brunnen der ehemaligen Marburger Brauerei versorgt werden.


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    Zentrales Hörsaalgebäude in Marburg
    Zentrales Hörsaalgebäude in Marburg
    Source: Viola Düwert

    Hörsaalgebäude mit Marburger Oberstadt
    Hörsaalgebäude mit Marburger Oberstadt
    Source: Markus Farnung


    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Cooperation agreements, Organisational matters
    German


     

    Zentrales Hörsaalgebäude in Marburg


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    Hörsaalgebäude mit Marburger Oberstadt


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