Nur in Schutzgebieten zeichnen sich Verbesserungen ab
Stralsund/Bonn, 29. Oktober 2009: In Stralsund findet vom 2. bis 6. November die internationale Fachtagung "Fortschritte im Meeresnaturschutz in Europa 2009" statt. Zu dieser vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausgerichteten hochkarätigen Veranstaltung werden 200 Meereswissen-schaftler, Umweltschützer, Politiker und Manager aus dem In- und Ausland erwartet. Im Mittel-punkt der Veranstaltung stehen, neben einer Bestandsaufnahme zur aktuellen Situation in den europäischen Meeren, die Fragen: Wie konnten bereits Fortschritte im Meeresnaturschutz erzielt werden? Welche neuen Impulse müssen gesetzt werden, um das ehrgeizige Ziel der Meeres-schutz-Richtlinie zu gewährleisten, bis 2020 einen guten Umweltzustand in den europäischen Meeresgewässern zu erreichen?
"Zwar hat Deutschland mit der Ausweisung von Meeresschutzgebieten eine Vorreiterrolle eingenommen und dort zeichnen sich erste Verbesserungen ab, dennoch sehe ich auch weiterhin einen großen Handlungsbedarf, um die biologische Vielfalt über diese Gebiete hinaus zu erhalten", sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Nach der ersten Analyse zeichnen sich Fortschritte im Meeresschutz nur in den Schutzgebieten ab. Dies lässt sich auf verbesserte Schutzmaßnahmen zurückführen; allerdings fehlt es auch hier vielerorts noch an einem effektiven Management. Zu Verbesserungen haben etwa auch neue Techniken/ Technologien zur Lärmminimierung beigetragen und das Netzwerk des Nordostatlan-tikschutzgebietes konnte erweitert werden.
"Insgesamt haben die Eingriffe in den Meeren allerdings zugenommen und der aktuelle Zustand bleibt für viele Lebewesen und Lebensgemeinschaften äußerst bedrohlich", erklärte Prof. Beate Jessel. Deshalb wird es beim Meeresnaturschutz zukünftig darum gehen, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie in den europäischen Meeresgewässern der Naturschutz sektorübergreifend in die Interessenkonflikte der Fischerei, Schiffahrt, erneuerbaren Energien, Tourismus und Landwirt-schaft integriert werden kann. "Die Herausforderung ist daher, alle diese Nutzungen in Einklang mit dem Schutzbedürfnis von Nord- und Ostsee, Nordostatlantik, Mittelmeer und Schwarzem Meer zu bringen, um deren Umweltbelastung an die Leistungsfähigkeit dieser empfindlichen Ökosysteme anzupassen", so Beate Jessel.
Die BfN-Tagung bildet damit den Auftakt für eine Reihe weiterer Veranstaltungen im nächsten Jahr, in denen es im Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt um die Herausforderung gehen wird, wie man dem weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt und den Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere begegnen will.
Hinweis:
Einladung zum Pressegespräch am 3. November, um 12.30 Uhr. Ozeaneum, Hafenstraße 11, 18439 Stralsund, Raum "Museumspädagogik" mit BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel und weiteren Teilnehmern. Interview-Anfragen während der Tagung:
Herr Dr. Henning von Nordheim (BfN, Insel Vilm), Handy: +49(0)175-5946999.
Weitere Informationen zur Tagung erhalten Sie unter www.habitatmare.de
Das BfN-Positionspapier "Meeresnaturschutz" finden Sie unter www.bfn.de.
Criteria of this press release:
Environment / ecology, Oceanology / climate
transregional, national
Scientific conferences
German

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