Gesundheitspsychologen der Jacobs University untersuchen die psychischen und physischen Auswirkungen von chronischem Stress bei Lehrern. Für diese Studie werden ab sofort Lehrer und Referendare als Probanden. Alle Studienteilnehmer erhalten neben einer Aufwandsentschädigung auch Informationen über ihre eigene Stressreaktion.
In Deutschland entscheiden sich zunehmend weniger Menschen für den Lehrerberuf, weshalb viele Schulen bereits jetzt über Nachwuchssorgen klagen. Denn obwohl sich hartnäckig das Vorurteil vom entspannten und gut bezahlten Halbtagsjob hält, ergeben wissenschaftliche Studien ein ganz anderes Bild: Vor allem die psychischen Belastungen der Pädagogen sind überdurchschnittlich hoch. Lehrer leiden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich häufiger an Erschöpfungszuständen, Burnout und anderen Stresskrankheiten. Ärger mit Schülern und Eltern, Zeitdruck, der hohe Lärmpegel im Klassenzimmer und die zunehmende Notwendigkeit, nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Ersatz-Erzieher und Sozialpädagoge zu sein - all das müssen Lehrer täglich verkraften.
Normalerweise entwickeln Menschen Fähigkeiten und Strategien, um konstruktiv mit Stress umzugehen. Nimmt der Stress jedoch überhand und wird chronisch, können sich allmählich Veränderungen im Körper einstellen. Die ursprünglich gesunde Stressregulation wird gestört und Stresshormone geraten aus dem Gleichgewicht. Frühere Studien von Forschern der Jacobs University um Prof. Brigitte Kudielka zeigten, dass langfristiger Dauerstress über diese psycho-biologischen Mechanismen vermehrt zu Erkrankung bei Lehrern führen kann.
In ihrer neuen Studie wollen die Jacobs-Psychologen nun mit einem Standard-Stimulationstest systematisch die Regulation der Stresshormone bei berufstätigen Lehrern untersuchen. Parallel dazu sollen in einer weiteren Studie das Stresserleben und die Stressreaktionen von Referendaren, die neu in den Lehrerberuf einsteigen, untersucht werden. Zusammen sollen die Ergebnisse beider Studien weiteren Aufschluss über die psycho-biologischen Effekte von chronischem Schulstress geben.
Für die Studie werden ab sofort sowohl Lehrer als auch Rerendare mit hoher Belastung, aber auch völlig unbelastete oder nur leicht gestresste Probanden aus beiden Gruppen gesucht.
Die Lehrer werden gebeten, an zwei jeweils dreistündigen Terminen im Klinikum Bremen Nord an physiologischen Untersuchungen teilzunehmen. Sie erhalten als Ergebnis eine Rückmeldung zu ihrer eigenen Stressreaktion sowie 12 Euro pro Stunde als Aufwandsentschädigung.
Die Referendare werden gebeten, sowohl an einem regulären Schultag als auch an einem Arbeitstag mit einer besonderen Prüfungssituation (Lehrprobe, Unterrichtsbesuch etc.) mehrmals im Tagesverlauf eigene Speichelproben sammeln, in denen die Menge von Stresshormonen bestimmt werden soll. An der Jacobs University folgt dann an einem gesonderten Termin ein Stress-Test von ca. 2,5 Stunden im Labor. Der Aufwand der Referendare wird mit 50 Euro vergütet. Natürlich erhalten auch sie eine Rückmeldung über die eigenen Stresswerte.
Für Fragen zur Teilname und Terminabsprachen wenden Sie sich bitte an:
Jacobs University Bremen | Maren Wolfram
Tel.: 0421-200 4721 | m.wolfram@jacobs-university.de
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Psychology, Social studies, Teaching / education
regional
Research projects, Schools and science
German

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