Bundesweit leiden rund 22.000 Kinder an einer lebenslimitierenden Krankheit, jedes Jahr sterben mehr als 3.000 von ihnen daran
Das Modellprojekt "Ambulante Pädiatrische Palliativversorgungszentren in NRW (APPZ)" erhielt jetzt den Anerkennungs- und Förderpreis "Ambulante Palliativversorgung" der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Das Projekt besteht aus zwei Teams: einem an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln - einer Klinik der Universität Witten/Herdecke - und einem an der Universitätsklinik Bonn. Die wissenschaftliche Begleitforschung lag in Händen der RWTH Aachen.
Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung des Projektes, über dessen Fortführung zurzeit verhandelt wird. Obwohl der Gesetzgeber festgeschrieben hat, dass jeder Mensch das Recht auf eine spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung hat, klaffen in der Praxis der Versorgung von Kindern, die an lebenslimitierenden Erkrankungen leidenden, große Lücken. Denn die Kostenträger sind bislang nicht bereit, Verträge zur Finanzierung spezialisierter ambulanter palliativmedizinischer Angebote zu schließen. Die Finanzierung der APPZ, zunächst angelegt auf zwei Jahre, läuft nun aus. "Wir hoffen sehr, dass wir in den Verhandlungen nicht nur das bestehende Projekt sichern, sondern einen Ausbau der spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung erreichen können", erläutert Prof. Dr. Boris Zernikow, Inhaber des ersten Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke und Chefarzt des Vodafone Stiftungsinstituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. "Die gesetzlichen Voraussetzungen sind gut, aber die Kostenträger drücken sich vor ihrer Verantwortung!".
Dabei ist die von den ambulanten Kinderpalliativteams geleistete Arbeit gut und wertvoll, wie nun auch die Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin deutlich macht: Bundesweit leiden rund 22.000 Kinder an einer lebenslimitierenden Krankheit, jedes Jahr sterben mehr als 3.000 von ihnen daran. Besonders in den letzten Lebenswochen und -monaten belasten Symptome wie Schmerzen, Luftnot, Übelkeit und Krampfanfälle die Kinder und ihre Familien bis an die Grenze des Erträglichen. Die ambulanten Teams leisten hier Hilfe: Wenn auch die Grunderkrankung nicht geheilt werden kann, gelingt es durch eine qualifizierte medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung, die Symptome zu lindern und den Kindern, aber auch ihren Familien eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. So können die Familien die kostbare verbleibende Zeit so intensiv wie möglich miteinander verbringen - und häufig kann das erkrankte Kind auch zu Hause sterben. Eine Befragung der betroffenen Eltern durch das Evaluationsteam des Lehrstuhls für Palliativmedizin der RWTH Aachen zur Betreuung durch die ambulanten Kinderpalliativteams zeigte eindrucksvoll, dass die Unterstützung und Hilfe entscheidend zur Entlastung der Familie und zur Verbesserung der Lebenssituation zu Hause beiträgt.
Der Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung wird seit 2008 an Personen und Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung der Palliativversorgung im ambulanten Bereich verdient gemacht haben. Mit dem Preis wird bereits geleistete Arbeit geehrt, gleichzeitig soll auch eine zukünftige Weiterführung des jeweiligen Projektes gefördert werden. Stifter des Preises ist die Firma Grünenthal.
Weitere Informationen bei:
Dr. Martina Klein
Leitung Stabsstelle Sozialmarketing und Kommunikation
Dr.-Friedrich-Steiner-Straße 5, 45711 Datteln
Telefon (0 23 63) 975-171
Fax (0 23 63) 975-399
E-Mail m.klein@vck-gmbh.de
Hannah Iserloh
Stabsstelle Sozialmarketing und Kommunikation
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Dr.-Friedrich-Steiner-Straße 5, 45711 Datteln
Telefon (0 23 63) 975-190
Fax (0 23 63) 975-399
E-Mail h.iserloh@vck-gmbh.de
http://www.vodafone-stiftungsinstitut.de/
Die Preisträger vom Modellprojekt "Ambulante Pädiatrische Palliativversorgungszentren in NRW"
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Philosophy / ethics, Psychology, Religion
transregional, national
Contests / awards, Cooperation agreements
German

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