"Die mit dem Bologna-Prozess verbundenen Herausforderungen werden im Dialog gelöst. Ich lade die Studierenden ein, sich daran aktiv zu beteiligen", sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel, heute in Bonn. "Es ist richtig, wenn die Studierenden Probleme im Studium lautstark artikulieren. Angesichts der Unterfinanzierung der Studienreform habe ich dafür großes Verständnis. Ich erwarte aber, dass sie die Angebote zur Mitwirkung annehmen und die Anstrengungen der Verantwortlichen in den Hochschulen anerkennen."
Eine Verteufelung und pauschale Ablehnung der Reform bringe niemandem etwas, am wenigsten den Studierenden selbst, sagte Wintermantel. Sie verwies auf zahlreiche hochschulinterne Foren, über die die Studierenden den Reformprozess mitgestalten können.
An vielen Hochschulen sollen Thementage ausgerichtet werden, die die Lösung von Problemen zum Ziel haben. Teilweise ist geplant, diese künftig regelmäßig stattfinden zu lassen. Es werden Online-Foren zur Studienqualität eingerichtet, die von den Verantwortlichen ausgewertet werden. Dialog findet auch auf Fakultätsebene statt, etwa in regelmäßigen Qualitätszirkeln von Lehrenden und Studierenden. Es werden Befragungen zum studentischen Arbeitsaufwand oder zur Belastung in unterschiedlichen Studien- und Prüfungsphasen durchgeführt, um daraus Projekte und Maßnahmen zur Überarbeitung der Studiengänge zu entwickeln. Auch andere Daten, die im Rahmen des Qualitätsmanagements erhoben werden, nutzen die Hochschulen, um zeitnah auf mögliche Probleme reagieren zu können. Auf diese Weise seien auch viele sorgfältig geplante Studienangebote entwickelt worden, die die Erfolge der Studienreform sichtbar machen.
Die HRK selbst macht den Bologna-Prozess zu einem Schwerpunktthema ihrer Mitgliederversammlung, die am 24. November in Leipzig stattfindet. Dazu sind auch Studierende eingeladen, die das Für und Wider der Reform in einem Streitgespräch diskutieren werden.
"Die Hochschulen werden das Thema so lange verfolgen, bis die neue Studienstruktur mit einem für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnis umgesetzt ist. Deshalb werden sie u.a. darauf drängen, dass das von der Koalition angekündigte Bologna-Paket vernünftig gestaltet, gut ausgestattet und auch realisiert wird. Denn schon jetzt ist deutlich, dass die Hochschulen gute und ehrgeizige Reformstrategien nur mit zusätzlichen Mitteln finanzieren können", erklärte die HRK-Präsidentin.
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German

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