Welche Kritikpunkte an der bisherigen Praxis des Hochschulmanagements sind berechtigt und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? Kann durch Corporate Governance in Hochschulen die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung verbessert werden? Wie integrierte Leitungskonzepte für Hochschulen konkret aussehen könnten, die sowohl in die Organisation hinein als auch in das gesellschaftliche Umfeld wirksam sind, diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen bei einer Tagung am 16. und 17. November 2009 in Essen.
Veranstalter sind das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI), das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und die NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen.
In den vergangenen 15 Jahren wurden sowohl hochschulintern als auch bei der staatlichen Hochschulsteuerung eine Fülle von Strukturen, Instrumenten und Verfahren implementiert wie z. B. Hochschulräte, Kontraktmanagement, leistungsorientierte Mittelvergabe, Controlling, Leitbilder. Bislang werden sie weitgehend isoliert voneinander eingesetzt. Dabei besteht die Gefahr, dass lediglich geschickt inszenierte "Modernisierungsfassaden" oder "Mythen" entstehen, die bestenfalls an den besonderen Leistungsprozessen einer Hochschule vorbeigehen, schlimmstenfalls aber zu einer unkoordinierten Übersteuerung führen und widersprüchliche Wirkungen erzeugen.
Was im Hochschulbereich fehlt, ist eine "Corporate Governance", d.h. eine integrierte Führung. Diese sollte die normativen Elemente wie z. B. Leitbilder mit den strategischen Zielen und Plänen sowie operativen Tätigkeiten in der Weise verbinden, dass möglichst positive und nachhaltige Wirkungen in die Gesellschaft erzielt werden. Dabei kommt es auf diejenigen Akteure in Gesellschaft und Wirtschaft, Politik und Wissenschaft an, die legitime Ansprüche an die Hochschulen stellen. Nach innen hin setzt eine solche Entwicklung auf die Motivation und das Engagement der Mitarbeiterinnen und eine starke Kultur der Partizipation. So befasst sich die Tagung mit folgenden Fragen: Welche Parallelen zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen lassen sich ziehen? Wie lassen sich die bestehenden Managementinstrumente zu ganzheitlichen Managementsystemen zusammenfügen? Wie sieht ein entsprechendes systemisches Leitungsverständnis aus?
Datum: 16. November (19 Uhr) und 17. November 2009 (9.30 bis 16.15 Uhr)
Ort: Philharmonie Essen (Weißer Saal), Huyssenallee 53, 45128 Essen
Tagungsprogramm: siehe unten.
Der Abendvortrag ist öffentlich und der Eintritt kostenfrei.
Tagungsgebühr: 75 Euro
Anmeldung zur Tagung: Im Internet unter
http://www.che-concept.de/cms/?getObject=250&getLang=de&strAction=anmeld...
oder bei Ursula Sanders, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Goethestraße 31,
45128 Essen, Tel. 0201-7204-154, ursula.sanders@kwi-nrw.de
PROGRAMM
Montag, 16. November
19.00 Uhr
Abendvortrag und Diskussion: "Corporate Governance als Herausforderung für Hochschulen"
Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Rektor der Universität Luzern
Dienstag, 17. November
9.30 Uhr
Panel 1: Corporate Governance von Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen - Parallelen und Unterschiede
Impulse: Prof. Dr. Peter Mayer (Fachhochschule Osnabrück), Prof. Dr. Till Talaulicar (Universität Witten-Herdecke), Prof. Dr. Erich Frese (Universität zu Köln)
Moderation: Prof. Dr. Lothar Zechlin (Universität Duisburg Essen)
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr
Panel 2: Vom Hochschulmanagement zur Hochschulgovernance - Die Kunst, eigenwillige Systeme zielgerichtet zu leiten
Impulse: Prof. Dr. Marion Schick (Fraunhofer Gesellschaft, München), Prof. Dr. Jörg Bogumil (Universität Bochum), Prof. Dr. André Kieserling (Universität Bielefeld)
Moderation: Dr. Sigrun Nickel (CHE gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh)
13.00 Uhr Mittagessen
14.15 Uhr
Panel 3: Hochschulmanagement und gesellschaftliche Verantwortung - Integration zweier feindlicher Prinzipien?
Impulse: Prof. Dr. Gerd Grözinger (Universität Flensburg), Prof. Dr. Margot Körber-Weik (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen), Prof. Dr. Michael Hartmann (TU Darmstadt)
Moderation: Prof. Dr. Ludger Heidbrink (Center for Responsibility Research, KWI Essen)
15.45 bis 16.15 Uhr
Zusammenfassung und Schluss der Veranstaltung
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Scientific conferences
German

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